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Fuldaer Pflegetisch zieht erstes Resümee

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die angespannte Lage ist bekannt. Sie sorgt bundesweit für Schlagzeilen, weil jeder gerade mit fortschreitendem Alter betroffen sein kann: Überall fehlen in der Pflege Fachkräfte, und besonders schlecht sieht es mit der Gewinnung von jungen Menschen für diesen anspruchsvollen Beruf aus, schreibt der Landkreis. Die Region Fulda ist keine Ausnahme. Die Verantwortlichen haben einen regionalen Pflegetisch ins Leben gerufen. Er kann jetzt ein erstes Resümee ziehen.

Vorausgegangen war die Vorstellung der Ergebnisse des Hessischen Pflegemonitors für die Region Fulda, berichtet der Landkreis. Für das Jahr 2030 wird prognostiziert, dass rund 70 Prozent der Gesamtzahl der aktuell in der Pflege Beschäftigten neu hinzugewonnen werden müssen. Nach Berufsgruppen untergliedert bedeutet dies, dass bereits im Jahr 2024 allein für den Bereich der Altenpflege 240 Arbeits- und Fachkräfte verglichen mit dem Jahr 2017 fehlen werden. Verstärkt wird die Situation durch die aktuelle Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Hier standen in diesem Jahr mehr als doppelt so viel gemeldete Ausbildungsstellen den potentiellen Bewerbern gegenüber, wobei das Missverhältnis in den Pflegeberufen besonders ausgeprägt ist.

Verschiedene Arbeitsgruppen

Die ersten Treffen des Pflegetischs galten dem Kennenlernen der regionalen Akteure in der Pflegebranche sowie einer Ist-Analyse der Bedarfe und Probleme. Hieraus ergaben sich im Verlauf weiterer Treffen Aspekte von besonderer Relevanz, die in verschiedenen Arbeitsgruppen behandelt wurden. Themen waren die Erhöhung der Attraktivität der Pflegeberufe, die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen sowie die Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit und die Vernetzung mit der Politik und anderen Gremien. Einvernehmen besteht darüber, dass der Pflegetisch in eine feste Organisationsform übergeführt werden soll, wobei der Landkreis Fulda als neutrale Stelle im Sachgebiet Arbeitskräftesicherung die Federführung übernimmt.

Leuchtturmprojekt

Konkrete Initiativen entstehen zurzeit in kleineren Arbeitsgruppen. Hier wird beispielsweise die Entwicklung eines Leuchtturmprojekts zur Begleitung von Auszubildenden in der Pflege vorangetrieben. Des Weiteren befasst sich ein Qualitätszirkel mit der Praxisanleitung innerhalb der Pflegeausbildung. Zudem gliedert sich der Pflegetisch in bestehende Initiativen wie die Ausbildungsoffensive Region Fulda ein und bemüht sich um eine gezielte Kooperation mit der Hochschule Fulda.

„Qualität erhalten, Rahmenbedingungen verbessern“

„Auch künftig wird es das Ziel sein, einerseits die Qualität der pflegerischen Versorgung in der Region zu erhalten und andererseits die Rahmenbedingungen in der Pflege zu verbessern“, beschreibt Florian Hütsch, Leiter des Sachgebiets Arbeitskräftesicherung die Ausrichtung des Fuldaer Pflegetischs. Dabei verstehe man sich als Moderator und Ideengeber für innovative Projekte, mit denen die Wahrnehmung und öffentliche Wertschätzung von Pflege auf allen gesellschaftlichen Ebenen weiter gesteigert werden solle. / lea

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