Glas statt (Plastik-)Becher. Foto: Daniela Petersen

Fuldaer Weihnachtsmarkt feilt an grünem Image

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Grüne Weihnachten – in Zeiten von Fridays for Future bekommt dieser Begriff eine ganz neue Bedeutung: Denn viele Kommunen haben sich verpflichtet, auf ihren Weihnachtsmärkten stärker auf den Umweltschutz zu achten und auf Plastik zu verzichten. Auch in Fulda ist das so.

Von Michel Ickler und Daniela Petersen

„Bei den Essensständen ist Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen zu verwenden. Die Verwendung von Plastikgeschirr ist verboten“, so steht es in der Satzung für den Fuldaer Weihnachtsmarkt.

„Diese Regelung besteht prinzipiell schon seit Jahren – und übrigens auch für alle Veranstaltungen der Stadt Fulda. Mit der Anpassung der Weihnachtsmarktsatzung 2018 wurde dies jedoch im Reglement des Marktes verankert“, erklärt Johannes Heller von der Magistratspressestelle. So solle aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen Müll vermieden werden. Beim Getränkeausschank dürfen ausschließlich Gefäße aus Glas, Ton oder Porzellan über die Theke gehen.

Bis zu 1000 Euro Bußgeld

Dass die Vorgaben, die auch für die Bereiche Winterwald, Eiszeit und historisches Weihnachtsdorf gelten, umgesetzt werden, kontrolliere das Ordnungsamt der Stadt Fulda. „Standbetreiber, die Müll und Verpackungsmaterial nicht ordnungsgemäß entsorgen, zur Reinigung der Gläser keine Spülmaschine einsetzen, Plastikgeschirr oder nicht geeichte Trinkgefäße vewenden, begehen eine Ordnungswidrigkeit“, erklärt Heller. Die Höhe des Bußgeldes könne bis zu 1000 Euro betragen.

Pappe, Bambus und Holz

„Wir nutzen schon seit drei Jahren kein Plastik mehr“, sagt Karin Ilievski, die am Stand der Fleischerei Schneider arbeitet. Für Würstchen und Suppe werden ausschließlich Pappschalen und Bambus- beziehungsweise Holzgeschirr verwendet.

Auch am Stand von Ulrich Knittel gibt es Gabeln, Messer und Löffel aus Bambus statt Plastikbesteck: „Natürlich sind die Kosten für dieses alternative Besteck etwas höher, aber es ist kompostierbar. Wir machen genug Müll, deswegen sollte es nicht zu viel verlangt sein, ein paar Cent mehr auszugeben“, sagt Lisa Schleicher vom Stand Ulrich Knittel.

Die Metzgerei Michel hingegen setzt sogar auf Besteck aus Edelstahl, das jeden Abend gespült wird. Dass es mitunter schwierig ist, beim Standbetrieb komplett auf Plastik zu verzichten, stellt Michael Manns heraus. Er betreibt ebenfalls einen Imbiss und erklärt, dass die Pommes Frites in Plastikbeuteln geliefert werden. Darauf habe man kaum Einfluss.

Rapsöl statt Palmöl

Seiner Meinung nach könne man zusätzlich zu den Auflagen der Stadt noch etwas anderes für die Umwelt tun: „Statt dem schädlichen Palmöl verwenden wir reines Rapsöl zum Frittieren“, erklärt Manns.

Auch die Glühweinstände haben inzwischen allesamt auf wiederverwendbare Tassen und Gläser, die vor Ort gespült werden, umgestellt. Die Beerenobst-Gemeinschaft hat im Vergleich zum vergangenen Jahr Strohhalme komplett abgeschafft, genau wie der Getränkestand Glühwürmchen.

Am Buttermarkt, wo seit diesem Jahr mit der Fuldaer Eiszeit ein neuer Teil des Weihnachtsmarktes hinzugekommen ist, werden noch Restbestände von Plastikstrohhalmen ausgegeben. „Wir arbeiten daran, das Plastikverbot umzusetzen“, erklärt Frank Oberschelp, der die Fuldaer Eiszeit organisiert und Betreiber der Eisrutsche ist. Er betont, dass bei der Eisrutsche, die eine Kunststoffrutsche ist, kein echtes Eis genutzt wird. „Das herzustellen, würde viel Energie kosten“, erklärt er. Auch kämen am Buttermarkt stromsparende LED-Lichter zum Einsatz und keine Glühbirnen.

LED-Leuchtmittel auf dem Vormarsch

Das gilt auch für den restlichen Weihnachtsmarkt, wie Johannes Heller erklärt: In der Regel werden LED-Leuchtmittel genutzt. Auch auf unnötige Heizgeräte wird verzichtet.

Ein bisschen Plastik ist aber trotzdem beim Gang über den Weihnachtsmarkt zu finden: So sind beispielsweise einige Plätzchen und Süßwaren in Plastik eingepackt – aus Hygienegründen. „Das Plastikverbot gilt nur für Speisen, die an Ort und Stelle verzehrt werden. Es gilt nicht für Produkte zur Mitnahme. Hier können Produkte aus hygienischen Gründen weiterhin mit einer Plastikverpackung versehen sein“, sagt Heller.

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