Fotos: Volker Nies

Fuldas Frühchenstation bundesweit Spitze

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Die Frühchenstation der Fuldaer Kinderklinik gehört bundesweit zu besten Zentren ihrer Art. Unter den 213 Zentren liegt die Fuldaer Kinderklinik bei der Überlebensrate auf Platz 2, bei der Zahl der Komplikationen – also möglichst wenig Hirnblutungen, Darm-, Augen- und Lungenerkrankungen – sogar auf Platz 1. Grundlage sind die Behandlungsdaten der Jahre 2014 bis 2018.

„In der Qualität der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener liegt das Klinikum Fulda auf einem Spitzenniveau in Deutschland – etwas, was man vielleicht in einer Großstadt, aber nicht unbedingt in Fulda vermutet“, freute sich Klinikum-Vorstand Dr. Thomas Menzel am Dienstag bei der Präsentation der Zahlen. „Der Erfolg ist keine Eintagsfliege, sondern unsere Frühchenstation liegt seit mehr als zehn Jahren unter den besten zehn Zentren.“

Technik und Mitarbeiter auf höchstem Niveau

Für die herausragende medizinische Qualität gibt es viele Faktoren, erläuterten Prof. Dr. Reinald Repp (Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin) und Priv.-Doz. Dr. Thomas Hawighorst (Chefarzt der Frauenklinik) sowie Marion Krimm-Schätz, Stationsleiterin der Kinderintensivstation. Sie nannten drei Hauptgründe für die besonders guten Werte: Viele Frühgeburten können verhindert werden, und die Technik und die Mitarbeiter arbeiten auf höchsten Niveau.

Viele Frühgeburten werden verhindert

Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Frauenklinik und Kinderklinik gelingt es, möglichst viele Frühgeburten zu verhindern, so dass das Kind noch mehr Zeit bekommt, sich im Mutterleib zu entwickeln. „In vier von fünf Fällen haben wir Erfolg“, sagte Hawighorst.

Ausstattung auf neuestem Stand

Die Ausstattung der Kinderintensivstation ist auf dem neuesten Stand. „Wir haben eine Ausstattung, wie wir sie uns wünschen“, erläuterte Repp. „Aber wichtiger sind die Menschen, die hier arbeiten. Ärzte und Pflegekräfte arbeiten sind sehr hoch qualifiziert und höchst motiviert. Auch wenn es schwierig wird, geben wir nicht auf.“

„Die Arbeit auf der Kinderintensivstation ist stressig und belastend – aber dennoch ist die Behandlung jedes Frühgeborenen – die zum Teil so klein sind, dass sie auf eine Handfläche passen – eine Herzensangelegenheit“, sagte Stationsleiterin Krimm-Schätz. Menzel lobte, dass Repp ein ausgewiesener Experte für Frühgeborene sei.

250 Frühchen im Jahr

Die Kinderklinik behandelt 250 Frühchen im Jahr. Darunter befinden sich 50 bis 60 sehr kleine Frühgeborene, deren Behandlung in der Statistik gemessen wurde. Seit vielen Jahren wird die Qualität der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener deutschlandweit zentral erfasst. Alle Zentren sind gesetzlich verpflichtet, ihre Behandlungsergebnisse jedes Jahr dem Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) vollständig mitzuteilen. Auf der Internetseite https://www.perinatalzentren.org/ werden diese Behandlungsergebnisse seit dem Jahr 2015 regelmäßig frei zugänglich veröffentlicht. Das Perinatalzentrum des Klinikums Fulda gehört seit Beginn der Auswertungen konstant zu den besten Zentren.

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