Foto: privat

Gänseblümchen und Pizza: Paar aus Fulda feiert Spontan-Trauung während der Corona-Krise

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Wie es ist, in Corona-Zeiten zu heiraten, das haben Tonia (26) und Adrian Rich (28) aus Fulda erlebt. Eigentlich wollten sie am Ostersamstag im Stadtschloss in Fulda heiraten – doch dann ging es viel schneller als gedacht.

„Der eigentliche Termin beim Standesamt war schnell gemacht: Ostersamstag wollten wir uns das Jawort geben“, berichtet die 26-Jährige. Doch dann kam Corona – und immer öfter fiel das Wort „Ausgangssperre“.

„Am 20. März rief ich also morgens im Standesamt an und fragte, ob man denn auch im Falle einer Ausgangssperre noch heiraten dürfte – die Antwort war Nein.“ Also fragte sie, ob sie die Hochzeit vorziehen könnten – auf die kommende Woche. „Die Feier mit unseren Liebsten am Ostersamstag hatten wir aufgrund der Situation ohnehin schon abgesagt“, schildert sie.

Aus Angst vor Ausgangssperre

Schließlich erhielt sie für Montag, 23. März, einen neuen Termin im Standesamt. „Aber dann erfuhr ich, dass die Ministerpräsidenten einen Tag vorher über eine Ausgangssperre diskutieren würden – und dass diese dann an dem Montag ja schon greifen könnte“, erklärt Rich.

Damit wäre die Heirat ja wieder hinfällig. „Meine Mutter riet mir dann, doch mal beim Standesamt anzurufen und zu fragen, ob es nicht am selben Tag noch geht“, berichtet sie.

Verlobter wusste zunächst nichts

Und tatsächlich: „Nach einem kurzen Gespräch mit der Standesbeamtin stand fest, dass wir noch am selben Tag, am 20. März, um 14 Uhr heiraten würden – also zweieinhalb Stunden später. Mein Verlobter wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts“, sagt sie lachend.

Adrian Rich, der zeitgleich im Homeoffice arbeitete, staunte zunächst nicht schlecht über die Terminvorverlegung: „Aber angesichts der Umstände war das natürlich völlig in Ordnung für ihn“, erinnert sich Tonia Rich mit einem Lachen.

Gänseblümchen aus dem Garten

Dann musste alles schnell gehen: „Mein Brautkleid hatte ich zum Glück schon, allerdings waren die Schuhe noch in der Post. Da musste ich dann erst mal suchen. Glücklicherweise hatten wir die Sachen für unseren vierjährigen Sohn schon“, berichtet Rich.

Ihre Mutter organisierte einen Brautstrauß, an einer Frisur versuchte sich Rich selbst: „Ich habe mir noch aus dem Garten Gänseblümchen ins Haar gesteckt“, erzählt sie. Ihr Verlobter holte um 12.30 Uhr seinen Anzug vom Schneider ab.

„Dann sind wir zur Trauung ins Stadtschloss gefahren, wo wir im Beisein meiner Eltern in der Schlosskapelle geheiratet haben. Meine Schwiegereltern wohnen in Waldkirch im Schwarzwald, die konnten so spontan leider nicht anreisen“, berichtet Rich und betont: „Das war für alle Beteiligten schwer.“

Falsches Datum in den Ringen

„Wir haben dann nach der Trauung bei uns mit meinen Eltern angestoßen und auf die Schnelle Pizza aus Pappkartons gegessen“, erinnert sie sich und ist sicher: „Das werden wir nicht vergessen.“

In den Ringen steht nun zwar das falsche Datum – doch das soll als Erinnerung an das außergewöhnliche Ereignis so bleiben. „Wir möchten das ,richtige‘ Datum dazugravieren lassen“, sagt Tonia Rich. / han

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren