Foto: Sabrina Mehler

Gedenken an Achtjährigen nach Todesstoß im Frankfurter Hauptbahnhof

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Die Anteilnahme nach dem Todesstoß in Frankfurt ist groß – auch in Fulda. Am frühen Sonntagnachmittag hatten sich viele Eritreer beziehungsweise Menschen mit eritreischem Migrationshintergrund am Uniplatz versammelt, um ihr Mitgefühl für die Angehörigen auszudrücken und ein Zeichen zu setzen.

„Wir wollen unsere Solidarität zum Ausdruck bringen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen für diesen schweren Verlust“: Diese zwei Sätze standen auf Transparenten, die die Gruppe auf den Boden gelegt hatte, umgeben von mehreren brennenden Grabkerzen und weißen Rosen. Die Veranstaltung hatte Ghenet Kidane aus Petersberg organisiert; sie und Alganesh Werasi sprachen zur Eröffnung der Aktion nach einer Gedenkminute bewegende Worte.

„Wir haben uns heute versammelt, um an den verstorbenen unschuldigen Jungen und seine Familie zu denken“, sagte Werasi. Zwar könnten diese Worte kaum helfen, um über den Verlust des geliebten Kindes hinwegzukommen. Dennoch wolle man Anteilnahme ausdrücken. „Wir sind immer noch tief bestürzt, warum ein Mensch zu einer so grausamen Tat fähig ist.“

Hoffnung auf friedliches Miteinander

Die Tat vom Frankfurter Hauptbahnhof habe sie als Mutter zweier Kinder „sehr, sehr bewegt“, sagte Kidane, die seit 1992 in Deutschland lebt. Heute solle es bei dem Gedenken nicht um den Täter, sondern um das Opfer gehen. „Wir hoffen jeden Tag auf ein friedliches Miteinander“, erklärte Werasi: „Denn eins ist klar: Wir sind alle Menschen und müssen auf einander aufpassen.“ Während der Aktion hielten immer wieder Passanten an, um die Worte auf dem Transparent zu lesen und mit den Eritreern ins Gespräch zu kommen.

Am vergangenen Montag hatte ein Eritreer, der in der Schweiz lebte, einen achtjährigen Jungen und seine Mutter an Gleis 7 im Frankfurter Hauptbahnhof vor einen ICE gestoßen. Der Junge starb an seinen Verletzungen, die Mutter konnte sich in letzter Minute retten. / sam

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