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Gemeindevertretung beschließt Maßnahme: Lüderberg wird saniert

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Salzschlirf - Für reichlich Diskussionsstoff hat in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung in Bad Salzschlirf der Grundsatzbeschluss zur Straße Lüderberg gesorgt. Die Gemeindevertreter stimmten letztlich dafür, die Straße grundhaft zu erneuern.

Von unserem Redaktionsmitglied Marcus Lotz

Bereits im Dezember hatte Planer Pascal Nüchter die Pläne für die Erneuerung vorgestellt. 963 000 Euro sind für die Maßnahme am Lüderberg von der Fuldaer Straße bis zum Kindergarten veranschlagt. Für den Umbau des Regenüberlaufs kommen noch Kosten hinzu, die derzeit kalkuliert werden. Geplant ist ein einseitiger Gehweg, Parkbuchten sowie die komplette Erneuerung des Mischwasserkanals.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung sollte eigentlich nur noch die Frage geklärt werden, ob die Erneuerung mit oder ohne Baumbeete erfolgen soll.

Fehlende Gehwege im Wohnhausbereich

Die Debatte im Kulturkessel ging dann allerdings in eine andere Richtung. „Ein besonderes Manko ist aus unserer Sicht der fehlende Gehweg im Wohnhausbereich“, äußerte sich David Post von der FWL-Fraktion. Der Lüderberg sei eine „Schlüsselstelle für Wasser, Abwasser und Verkehr“ und habe daher eine besondere Bedeutung für den Ort.

„Wir haben einen Altbestand von ungefähr 100 Grundstücken am Lüderberg. Wir haben nun knapp 100 Grundstücke im oberen Bereich im Neubaugebiet angehängt und überlegen jetzt, das zu erweitern. Das wären noch einmal circa 85 Grundstücke mehr.“

Die drängende Frage sei vor diesem Hintergrund: „Wie binde ich diese Neubaugebiete an das Zentrum und an den Fernverkehr an?“ Alle Pkws über den Lüderberg zu leiten, würde laut Post aus dem Lüderberg keine Anwohner-, sondern eine Durchfahrtsstraße machen. „Die Frage ist: Wollen wir das?“ Die Antwort auf diese Frage sei aus dem vorliegenden Konzept nicht ersichtlich.

Behindertengerechte Bordsteine

Wichtig seien zudem behindertengerechte Bordsteine und die Einbindung von Fußgängern und Radfahrern. „Die Fahrbahnbreite ist mit 5,25 Metern vorgesehen. Die engste Stelle bei der Einmündung an der Fuldaer Straße ist 5 Meter breit.“ Platz genug für Gehwege auf beiden Seiten, fand Post.

Bürgermeister Matthias Kübel (CDU) zeigte sich über den Einwurf von Post verwundert. „Warum kommen solche Fragen immer am Ende eines Beratungsprozesses?“ Die Gemeindevertretung habe sich bereits in mehreren Sitzungen mit dem Lüderberg befasst.

„Zu diesen Zeitpunkten wäre mehr umsetzbar gewesen. Die Forderung nach einem Konzept, das beispielsweise auch Radfahrer einbindet, war bis jetzt meines Wissens nach nie Thema“, so Kübel, der klarstellte: „Wir können das natürlich machen – dann können wir die Maßnahme in 2020 aber vergessen und erst im Winter ausschreiben.“

Eine Gegenstimme

Die Fahrbahnbreite sei so gewählt, dass Rollatoren, Kinderwagen sowie E-Wagen des Kindergartens genügend Platz auf dem Gehweg hätten. „Würden wir zwei Gehwege anlegen, wären beide schmal. Mit dem aktuellen Konzept entspricht wenigstens ein Gehweg diesen Anforderungen.“ Zudem sei die Breite des Gehwegs Bedingung für die Erlangung von Fördergeldern gewesen.

Post entgegnete, vorgeschrieben sei mindestens eine Fahrbahnbreite von 4,75 Metern statt der aktuell geplanten 5,25 Meter. „Sie können aber nicht einfach etwas von der Straße abschneiden und als Gehweg nehmen. Dann müssen Sie die gesamte Straße neu planen“, gab Kübel zu bedenken.

Georg Betz (CDU) wies darauf hin, dass ein zweiter Gehweg bereits bei einer Anliegerversammlung diskutiert worden sei. „Die Anlieger sahen dafür auch gar keinen Bedarf.“

Die Gemeindevertreter einigten sich schließlich ohne Änderungsanträge auf die Erneuerung der Straße Lüderberg in einer Variante ohne Baumbeete mit acht Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme.

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