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Generalistik in der Pflege: Neue Fachlehrkräfte an Mediana Pflegeschule haben Arbeit aufgenommen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Mit spezialisierten Fachlehrkräften aus den Bereichen Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkranken- und Altenpflege ist die Altenpflegeschule me:care für die generalistische Ausbildung in der Pflege gerüstet – und das weit bevor die neue Ausbildungsordnung im Sommer 2020 in Kraft tritt.

Mit diesem frühzeitigen Einsatz der neuen Dozenten wollen Mediana Geschäftsführer Bastian Hans und me:care-Schulleiterin Barbara Burkhardt den Vorsprung nutzen, um den Schulbetrieb auf die Veränderungen vorzubereiten. Denn zukünftig werden die Grenzen der drei Pflegeberufe – Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege – aufgehoben und durch eine dreijährige allgemeine Pflegeausbildung ersetzt. Nach diesen drei Jahren sollen die frischgebackenen Fachkräfte in der Lage sein, die Pflege von Menschen aller Altersstufen und Versorgungsbereiche zu übernehmen.

Attraktivität steigern

„Die Attraktivität des Berufsfeldes soll mit der Generalistik gezielt gesteigert werden. Für uns als Schule bedeutet es, dass wir die theoretische Ausbildung auf ein neues Level heben müssen. Dieser Herausforderung stellen wir uns gerne“, erklärt Barbara Burkhardt. Dazu habe man vier neue Lehrkräfte eingestellt, die aus den jeweiligen Spezialgebieten kommen.

Den ersten Kurs in der generalistischen Ausbildung, der bei me:care ab Oktober 2020 startet, leitet Juliane Sorg. Sie hat nach der Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin ihren Bachelor in Pflegemanagement und den Masterstudiengang in Pädagogik, Pflege und Gesundheit erfolgreich absolviert.

Große Herausforderungen

Neu im Team ist auch Vanessa Hahn, die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Master-Abschluss in Pädagogik, Gesundheit und Pflege: „Die größte Herausforderung ist die Zusammenführung von drei Ausbildungsgängen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten. Es ist unumgänglich, im Lehrplan nicht nur einen begrenzten Fokus in der Lebensspanne betreuter Menschen zu vermitteln, sondern die unterschiedlichen Bedürfnisse von kranken Kindern bis hin zu demenziell Erkrankten herauszuarbeiten“, beschreibt sie die pädagogische und fachliche Dimension des neuen Berufsbildes.

Umfangreiches Wissen und eine fundierte Ausbildung

Für den Aufbau des neuen Curriculums im Bereich Geriatrie ist Michael van Gerven an die me:care gewechselt. Der erfahrene Altenpfleger und langjährige Dozent an Altenpflegeschulen in Frankfurt und Fulda sieht seine Schwerpunkte in der Vermittlung von Lebensbezügen älterer Menschen. „Das Erkennen von Alltagsdefiziten, die Bedeutung der besonderen Bedürfnisse älterer Menschen im Übergang vom Krankenhaus in eine Pflegeeinrichtung – das sind Kompetenzen, die meist erst mit einer längeren Berufserfahrung einhergehen. Umfangreiches Wissen, eine fundierte und gute Ausbildung macht aus Auszubildenden sehr gute Pfleger,“ weiß van Gerven aus langjähriger Erfahrung.

Eine Frau mit Erfahrung

Vervollständigt wird das Team bei me:care durch Karina Kirsch. Die examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit zwanzig Jahren Berufserfahrung, insbesondere in der Anästhesie- und Intensivmedizin, absolviert derzeit ihre Weiterbildung zur Lehrkraft für Pflegeberufe. „Ich möchte, dass die zukünftigen Auszubildenden von meinen beruflichen Kenntnissen profitieren, schließlich erweitert sich durch die Generalistik auch das Spektrum der Inhalte. Darüber hinaus bringe ich viel Erfahrung im Umgang mit Angehörigen mit“, beschreibt die Fachfrau ihre Schwerpunkte.

Junge Menschen begeistern

me:care-Leiterin Barbara Burkhardt sieht das neue Pflegeberufegesetz als Fortschritt an und hofft, viele junge Menschen für den Beruf in der Pflege begeistern zu können. Leise Kritik daran übt die erfahrene Lehrkraft Susanne Dörr: „Zukünftig haben die Auszubildenden die Wahl: Sie absolvieren drei Jahre generalistische Ausbildung und spezialisieren sich anschließend auf einen Pflegebereich. Oder sie spezialisieren sich bereits im dritten Lehrjahr. Während die generalisierte Fachkraft europaweit anerkannt ist, sind spezialisierte Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger benachteiligt, da ihre Fachausbildung nur in Deutschland voll anerkannt wird. Warum ein solcher Sonderweg geschaffen wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt Susanne Dörr.

Für Fachkrankenpfleger und Dozent Hartmut A. Schwab ist die spannendste Frage, wie der neue Ausbildungsgang letztlich in der Praxis umgesetzt wird. „Ich bin mir sicher, dass die Generalistik in der Pflege übergreifend Chancen für alle Einsatzgebiete bereithält. Die eigentliche berufliche Qualifizierung geht ohnehin erst nach Beendigung der Ausbildung los und damit einher auch die Spezialisierung im Beruf.“ / mal

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