Eine Statue der Justitia
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Einer der beiden Angeklagten ist freigesprochen worden. Der andere wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt.

2000 Euro Geldstrafe

Angeklagter entschuldigt sich nach Attacke bei Party an der Hochschule Fulda vor Gericht bei dem Opfer

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Wegen vorsätzlicher Körperverletzung während einer Party an der Hochschule ist ein 28-Jähriger am Dienstag am Amtsgericht Fulda zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Ein andere 28-Jähriger hingegen wurde freigesprochen.

Zu Beginn der Verhandlung hatte die Staatsanwaltschaft den beiden Angeklagten noch gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die beiden 28-Jährigen sollen am 24. Mai 2019 einen 32-jährigen Mann aus der Wetterau, der in dieser Nacht als Sicherheitskraft an einer Veranstaltung der Hochschule Fulda gearbeitet hatte, „körperlich schwer misshandelt haben“.

So formulierte es Staatsanwalt Christoph Wirth in seiner Anklageschrift. Die beiden Männer sollen ihr Opfer unter Einfluss von Alkohol mit Fäusten im Gesicht und am Ohr verletzt haben.

„Es war nicht ganz so“

Einer der beiden Angeklagten schilderte die Situation etwas anders: „Es war nicht ganz so“, erklärte er und fügte an, dass der Sicherheitsmann ebenfalls „übertrieben“ reagiert habe. Zuvor sei es bereits an einem anderen Eingang zu einer Auseinandersetzung mit einem Unbekannten gekommen, in deren Folge die dortigen Sicherheitskräfte die Angeklagten und zwei weitere Freunde nach Hause schicken wollten.

Als diese dann im Begriff gewesen seien, die Veranstaltung zu verlassen, sei es zu der zweiten Auseinandersetzung an dem anderen Eingang gekommen. „Die Sicherheitskraft hat das so interpretiert, dass wir noch mal reinwollten.“ Dem sei allerdings nicht so gewesen.

Klare Faustschläge

Der Geschädigte, der als Zeuge geladen war, hingegen gab an, „deeskalierend“ gewirkt zu haben. Außerdem habe er „klare Faustschläge, mit denen man ihn treffen wollte“ erlangt. Er betonte ebenso, dass einer der beiden der Angreifer gewesen sei, der andere hingegen habe sich eher ruhig verhalten.

Daran, dass die beiden Angeklagten schlimmstmöglich bestraft werden, sei er nicht interessiert. „Mit einer Entschuldigung wäre es für mich getan, wenn sie denn daraus gelernt haben“, gab er zu Protokoll.

Dem kam der Angeklagte, den der Zeuge als Angreifer bezeichnet hatte, nach und entschuldigte sich bei ihm. Er widersprach dem Zeugen lediglich in der Hinsicht, dass er und sein Kumpel nochmals zu der Veranstaltung reingehen wollten.

Einmal Freispruch, einmal Geldstrafe

Die Staatsanwaltschaft forderte schließlich Freispruch für den Angeklagten, der sich ruhiger verhalten hatte und von Knut Hillebrand verteidigt wurde, und plädierte dafür, dass der andere 28-Jährige wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt werde.

Entgegen des Wunsches des Angeklagten, „lieber etwas für das Gemeinwohl“ tun zu wollen, entschied sich Richter Johannes Winter dafür, ihn zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 40 Euro zu verurteilen und betonte, dass er nun seine Probleme mit dem Alkohol und der Aggressivität erkennen müsse, zumal er bereits 2017 wegen Körperverletzung vor Gericht gestanden habe. Die Entschuldigung habe er zu seinen Gunsten berücksichtigt.

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