Johann Porta (von links) vom BMV-Institut, Bürgermeister Steffen Korell und Markus Mück freuen sich, dass das ehemalige Altenheim neu genutzt werden soll.
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Johann Porta (von links) vom BMV-Institut, Bürgermeister Steffen Korell und Markus Mück freuen sich, dass das ehemalige Altenheim neu genutzt werden soll.

Kosten: 6,5 Millionen Euro

Ehemaliges Altenheim in Gersfeld wird nach jahrelangem Leerstand saniert: 32 Wohnungen sollen entstehen

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Seit rund zehn Jahren steht das Gebäude, in dem das evangelische Altenheim Gersfeld untergebracht war, leer. Viele Versuche, das Haus wiederzubeleben, scheiterten. Jetzt will das BMV-Institut aus Karlsruhe die Immobilie grundsanieren und insgesamt 32 Eigentumswohnungen schaffen. 

Gersfeld - „Die Stadt Gersfeld hat ein großes Interesse, dass das Gebäude wiederbelebt wird“, sagte Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU) bei einem Termin vor Ort. „Die Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen ist da, nicht nur von Einheimischen, auch von Menschen von außerhalb, die ihren Wohnsitz in die Rhön verlegen möchten“, erklärte er. Der jahrelange Leerstand, hervorgerufen durch ein Insolvenzverfahren, habe leider viele Versuche, dem Haus Leben einzuhauchen, zunichtegemacht, bedauerte er.

Jetzt hat das BMV-Betriebliches Altersversorgungs-Institut aus Karlsruhe das stufenartige Gebäude bei einer Zwangsversteigerung erworben. Vorstand Johann Porta erläuterte gestern die Pläne: Die erste Idee sei gewesen, Seniorenwohnungen zu bauen. Doch da das Haus innen verbaut und in einem schlechten Zustand sei, müsse es grundsaniert werden. Dabei sollen 32 Eigentumswohnungen mit einer Größe von 38 bis 104 Quadratmetern entstehen. (Lesen Sie hier: Wegen Corona: Klinikum Gersfeld braucht finanzielle Unterstützung - Fuldas Kreisspitze will helfen).

Gersfeld: Ehemaliges Altenheim wird nach jahrelangem Leerstand saniert - 32 Wohnungen entstehen

Der Bauantrag sei eingereicht und in zwei bis drei Monaten soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, hofft Markus Mück von der BMV-Vertriebsgesellschaft, die sich um die Abwicklung der Sanierung kümmert. Im Grunde bleibe lediglich die Hülle mit der besonderen Architektur erhalten. Alles andere werde neu gemacht. Es sei ein gehobenes Ausstattungsniveau geplant. Die Kosten bezifferte Mück mit rund 6,5 Millionen Euro. Er rechnet damit, dass in gut einem Jahr die ersten Besitzer einziehen können.

Die BMV habe das Gebäude erworben, weil die Lage in Gersfeld gut sei. Die Stadt liege mitten in Deutschland und die sie umgebende Landschaft sei sehr reizvoll. Die BMV habe auch an die Zukunft gedacht, denn Vorstand Johann Porta geht davon aus, dass künftig auch kleinere Wohneinheiten nachgefragt werden, weil es immer mehr Singlehaushalte gebe.

Steffen Korell: Die Stadt Gersfeld hat ein großes Interesse, dass das Gebäude wiederbelebt wird

Falls die Immobilien im Brembacher Weg gut angenommen werden, überlegt das BMV-Institut, die benachbarte Fläche zu erwerben und dort weitere Wohnungen zu bauen. Doch dies ist Zukunftsmusik. Jetzt soll erst mal dieses Projekt umgesetzt und damit zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Bürgermeister Korell verdeutlichte, warum der Wohnstandort Gersfeld nachgefragt werde: Die Rhönstadt habe eine gute Infrastruktur mit Schulen, Lebensmittelmärkten, eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und ein sehr gutes medizinisches Angebot. Korell freue sich, dass eine Lösung für das Gebäude gefunden werden konnte.

Ehemaliges Altenheim Gersfeld: Jahrelanger Leerstand, hervorgerufen durch ein Insolvenzverfahren

Die Firma Baxter Sachwert GmbH & Co. KG hatte die Immobilie im Jahr 2013 gekauft und wollte sie als Seniorenheim mit betreutem Wohnen vermarkten. Daraus wurde nichts, denn Baxter musste im Januar 2016 Insolvenz anmelden.

Seitdem steht das Haus leer. Jahrelang war zuvor in dem Gebäude das evangelische Altenheim untergebracht. Als die Senioren Ende 2012 ausgezogen waren, tauchten Gerüchte auf, dass das Gebäude für Asylbewerber genutzt werden sollte. Das war im Jahr 2013. Doch da war die Immobilie schon längst an Baxter verkauft. Jetzt wird die BMV das Gebäude entwickeln.

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