Das Wasserwerk im Rommerser Grund (Gersfeld-Rommers)
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Das Wasserwerk im Rommerser Grund.

14-Millionen-Programm

Großes Vorhaben: Gersfeld modernisiert seine Wasserversorgung

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Knapp 14 Millionen Euro muss Gersfeld ausgeben, um die Wasserversorgung der Stadt und der Stadtteile zu erneuern. Seit gut sechs Jahren werden die Investitionen umgesetzt.

Gersfeld - „Ziel des Programms ist es, das derzeit in Teilen noch unzureichende Wasserversorgungssystem grundlegend zu erneuern und zukunftsfähig zu machen“, erklärt Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Das bedeutet, dass die Wasseraufbereitung, das Rohrsystem, die Ausfallsicherheit und das Löschwasserangebot verbessert und an verschärfte Vorgaben, insbesondere auf dem Gebiet der Hygiene, angepasst wird.

Erst vor zwei Jahren musste Wasser wegen Mängeln am Leitungssystem und der Wiederaufbereitung gechlort werden. Abgeschlossen sein soll das Bauprogramm bis zum Ende des Jahres 2028, erklärt Korell.

Altenfeld, Hettenhausen, Gichenbach, Dalherda

Für das Jahr 2020 liegt der Schwerpunkt auf der Sanierung und Erneuerung der Trinkwasseraufbereitung des Wasserwerkes für Altenfeld, Hettenhausen, Gichenbach und Dalherda. Die Anlage befindet sich im Rommerser Grund. Eine weitere große Ausgabe stellt die Sanierung des Hochbehälters auf der Wasserkuppe dar. Dazu wird auch der Hochbehälter in Gersfeld modernisiert.

Dafür vorgesehen sind Investitionskosten in Höhe von rund 2,8 Millionen Euro, berichtet Kämmerer Klaus Niebling. Es gehe in erster Linie darum, die Reinigungstechnik zu verbessern, indem moderne UV-Anlagen eingebaut werden. Dazu kommen noch Verbesserungen der Prozessleitsysteme und der Fernüberwachung. „Alle diese Maßnahmen werden zusammen ausgeschrieben, damit wir die gleiche Technik für alle drei Anlagen haben“, erklärt Korell.

Wasser muss Berg hinauf fließen

Ebenso auf der Agenda steht die Installation eines Druckunterbrecherbauwerks in Obernhausen. Damit soll gewährleistet werden, dass das Wasser nicht nur von der Wasserkuppe nach Gersfeld fließt, sondern auch in umgekehrter Richtung den Berg hinauf gefördert werden kann. Im vergangenen Jahr ist die Versorgungsleistung von der Wasserkuppe nach Gersfeld fertigstellt worden, berichtet Korell. Es war das größte Projekt. Damit soll sichergestellt werden, dass es keine Insellösungen bei der Wasserversorgung mehr gibt, sondern sich alle Stadtteile gegenseitig mit Wasser versorgen können.

Nach den Modernisierungen der drei Wasserwerke sollen im kommenden Jahr im Zuge des Wasserbauprogramms die Oberflächenquellen in Sandberg und Mosbach saniert werden. Denn diese seien anfällig für Verkeimung. Um dem vorzubeugen, werden Schutzmaßnahmen ergriffen und die Quellen umgestaltet. Ebenfalls geplant ist eine Erneuerung der Wasserleitungen auf der Wasserkuppe. Diese seien sehr alt und dementsprechend anfällig, sagt Korell.

Finanziert werden die anfallenden hohen Kosten durch einen Ergänzungsbeitrag, der in mehreren Raten von den Gersfelder Bürgern gezahlt werden muss. Insgesamt sind dies 3,84 Euro pro Quadratmeter Veranlagungsfläche. Zudem werden die Wassergebühren nach Angaben von Kämmerer Niebling erhöht. Sie seien aktuell nicht auskömmlich.

Von 2,50 auf 2,80 Euro

Rund 60 000 Euro fehlen zum Ausgleich. Ein Grund dafür ist, dass weniger Wasser verbraucht werde. Ausgeglichene Gebührenhaushalte schreibe aber die Hessische Gemeindeordnung vor. Deshalb ist eine Anhebung von 2,50 Euro pro Kubikmeter auf 2,80 Euro geplant. In der Sitzung der Stadtverordneten am 7. Mai soll dies beschlossen werden, berichtet der Bürgermeister.

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