Horst Wenzel (vorne links) überreichte Bürgermeister Steffen Korell im Schlosspark die Urkunde, dass sich Gersfeld jetzt Tourismusort nennen darf.
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Horst Wenzel (vorne links) überreichte Bürgermeister Steffen Korell im Schlosspark die Urkunde, dass sich Gersfeld jetzt Tourismusort nennen darf. Mit dabei waren Vertreter der Tourismusbranche und Stadtpolitiker.

Elfte Kommune in Hessen

Alle Kriterien erfüllt: Gersfeld darf sich nun offiziell Tourismusort nennen

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Die Stadt Gersfeld darf sich seit Dienstag Tourismusort nennen. Es ist neben der Bezeichnung Heilklimatischer Kurort die zweite Anerkennung für die besonderen touristischen Angebote.

Gersfeld - In Hessen ist Gersfeld erst die elfte Kommune, die diesen Titel tragen darf. Für die Rhönstadt ist es die Möglichkeit, in allen Stadtteilen eine Tourismusabgabe erheben zu dürfen. Dies sei bislang nicht der Fall gewesen, sagte der Gersfelder Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Angestrebt werde eine einheitliche Abgabe. Die müsse aber noch von den Stadtverordneten festgelegt werden.

Die Stadt Gersfeld erhofft sich dadurch zusätzliche Einnahmen. Die seien wichtig, um die vielfältigen touristischen Angebote wie den Wildpark Gersfeld, im Winter die Loipen, im Sommer das Freibad, den Schlosspark oder die heilklimatischen Wanderwege über das ganze Jahr in Ordnung zu halten und zu entwickeln.

Gersfeld ist nun Tourismusort: Rund 140.000 Übernachtungen im Jahr 2019

In diesem Zusammenhang erinnerte der Bürgermeister daran, dass Gersfeld in allen Stadtteilen viele hochwertige touristische Betriebe habe, die derzeit gut angenommen werden. „Wir sind gut gebucht“, freute er sich. Und Bürgermeister Steffen Korell (kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden) hofft, dass der Urlaub in Deutschland und in der Rhön auch nach Corona weiter gut gefragt werde. Aktuell seien die Übernachtungszahlen des Vorjahres von rund 140.000 wegen des Lockdowns wohl nicht mehr zu erreichen.

Die Anforderungen, die ein Tourismusort erfüllen muss, erläuterte Horst Wenzel, Geschäftsführer des Fachausschusses für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium. Normalerweise komme der Minister, sagte er. Der sei aber verhindert. Gersfeld erfülle alle Kriterien. Tourismusorte müssen mehr als doppelt so viele Übernachtungsgäste wie Einwohner aufweisen. Ferner müssen sie sich durch ihre landschaftliche Lage oder durch bedeutende kulturelle Einrichtungen oder sonstigen bedeutenden Freizeiteinrichtungen von überörtlicher Bedeutung, oder durch geeignete Angebote für Naherholung, von anderen Orten abheben. Gersfeld liegt im Biosphärenreservat Rhön und ist unter anderem bei Wanderern und Aktiv-Urlaubern beliebt. Die nahe gelegene Wasserkuppe, Hessens höchste Erhebung, gilt als Berg der Flieger, erklärte Wenzel.

Prädikat Tourismusort wird erst seit 2017 in Hessen vergeben

Er erinnerte daran, dass das Prädikat Tourismusort noch relativ jung ist. Es wird erst seit 2017 in Hessen vergeben. Dabei werde geprüft, ob alle Stadtteile die Voraussetzungen erfüllen.

Bürgermeister Korell erklärte, dass es in Gersfeld derzeit zwei Abgaben für Urlauber gebe. Da die Stadt heilklimatischer Kurort ist, müssen Gäste in der Kernstadt 2,40 Euro zahlen. In den Stadtteilen werde eine Bettensteuer von einem Euro pro Tag fällig. Eine einheitliche Abgabe werde in Zukunft für alle Stadtteile angestrebt. Es sei Sache der Politik, dies zu beschließen. Dazu müsse man jetzt mit den Vermietern reden. Er hofft auf ein Ergebnis im ersten Quartal 2021. „Das ist genau die richtige Richtung“, sagte Udo Weinig vom neuen Tourismusbeirat.

Lesen Sie hier: 25 Jahre Gersfelder Bauernmarkt.

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