Geschäftsleute und Gastronomen bauen während coronabedingter Schließung um

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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FULDA - Die Geschäfte sind geschlossen und Mitarbeiter müssen in Kurzarbeit. Doch nicht alle Unternehmen warten nur ab, bis sie wieder öffnen dürfen. Sie nutzen die zeit zum Renovieren. Vorteil: Angestellte müssen nicht in Kurzarbeit; sie dienen als Handwerker.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Bereits seit längerer Zeit hat Christoph Wehner, Inhaber des Sporthauses Marquardt, mit dem Gedanken gespielt, den Laden umzubauen. „Die Arbeiten hätten allerdings während der Ladenöffnung stattfinden müssen. Das wäre für Kunden und Mitarbeiter nicht ideal gewesen.“ Die Zeit während der Ladenschließung werde so gut genutzt.

Der gesamte Fußboden wird erneuert, die Wände sollen in einem neuen Farbanstrich erstrahlen, die Beleuchtung wird ausgewechselt und es wird ein neues Soundsystem installiert. „Ein weiterer positiver Effekt ist, dass ich nicht alle Angestellte in Kurzarbeit schicken muss“, erläutert der Inhaber. Die Hälfte des Personals hilft nämlich beim Umbau. Statt Sportbekleidung zu verkaufen, steht nun Streichen und das Fußbodenentfernen auf der Agenda.

„Ich unterstütze gerne Unternehmen aus der Umgebung“

Um Arbeiten, die Angestellte nicht verrichten können, kümmern sich Firmen aus der Region. „Ich unterstütze generell gerne Unternehmen aus der Umgebung“, betont Wehner. Gerade jetzt müsse man sich auf Zusammenhalt besinnen. Bis auf den Einbau einer neuen Klimaanlage standen alle Firmen sofort bereit.

Trotz der fehlenden Einnahmen stellt der Umbau für das Sporthaus kein wirtschaftliches Risiko dar.

„Wir haben in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und schauen auch nach der Krise positiv in die Zukunft“, sagt Wehner. Generell geht er nicht davon aus, dass sich das Kaufverhalten nach der Öffnung sprunghaft und schnell wieder normalisiert. Der Kerzeller hofft aber, dass sich dies im August oder September wieder ändert und dann mehr Kunden kommen.

Nur noch Kleinigkeiten

Wegen des Beschlusses der Bundesregierung darf das Geschäft am Montag wieder öffnen. „Wir geben mit den restlichen Arbeiten Gas, können aber nächste Woche die Türen für Kunden öffnen“, sagt Wehner erfreut. Lediglich Kleinigkeiten seien dann noch zu erledigen. Den Verkauf werde dies aber nicht stören.

Anders sieht es bei den Hotels und Gaststätten aus, die weiterhin geschlossen bleiben müssen. „In der Region herrscht eine große Ernüchterung, denn die Existenz vieler Betriebe steht auf dem Spiel“, betont Steffen Ackermann, Vorsitzender des Kreisverbandes Fulda des Deutschen Hotel- und Gastronomieverbandes. Nichtsdestotrotz habe man Verständnis für die Entscheidung, da es um die Gesundheit vieler gehe.

„Jetzt ist die Zeit vorhanden“

Um die Zeit zu überbrücken, wird auch in der Hotel- und Gaststättenbranche Hand angelegt: „Einige streichen und verschönern die Hotelzimmer. Jetzt ist die Zeit vorhanden, sich um Dinge zu kümmern, die während des laufenden Betriebs zu kurz kommen“, sagt Ackermann, der das Hotel Wenzel in Fulda betreibt.

Allerdings würden nach Angaben des Vorsitzenden alle Renovierungsarbeiten und Erneuerungen nichts bringen, wenn die Gastronomie nicht bald öffnen dürfe. „Auch die Konjunkturpakete der Bundesregierung helfen nicht so sehr. Eine baldige Öffnung wäre finanziell gesehen die beste Lösung für den Gastronomiebereich.“

Vollständig renoviert

Einen vergleichsweisen hohen Aufwand hat das Hotel und Restaurant Bachmühle geleistet. Der Gastbereich des Restaurants wurde während der Schließung vollständig renoviert. Der Raum wurde neu bestuhlt und hat durch weitere Arbeiten ein neues Gesicht bekommen. Auch wurde der Hoteleingang neu gestaltet und eine Treppe in diesem Bereich installiert.

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