Fotos: Marius Scherf

Geschichten von Jesus: Bischof Gerber hält Vortrag an Kinderuniversität

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Einmal im Jahr veranstaltet die Kinderakademie mit der Hochschule Fulda eine Kinderuniversität. Am Mittwoch sprach Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber im Auditorium der Theologischen Fakultät über die Bibel, und ob die Geschichten von Jesus wirklich so passiert sind.

Von unserem Redaktionsmitglied Marius Scherf

„Ich möchte Interesse für die Bibel wecken und so gut es geht erklären, wie die Texte entstanden sind und was dahinter steckt“, erklärte der Bischof zu Beginn der Veranstaltung. Bei der Kinderuniversität macht er gerne mit, das erinnere ihn an die Zeit, als er solche Vorträge noch im Jugendzeltlager hielt. Gerber kennt sich also mit wissbegierigen und neugierigen Kindern aus, und am Mittwoch waren an die 40 in die alte Bibliothek der Theologischen Fakultät gekommen.

„Schon vor hundert Jahren machten sich hier Menschen Gedanken, wie das eigentlich mit der Bibel gemeint war“, sagte der Bischof seinen jungen Zuhörern, die ganz beeindruckt von dem Saal waren, in dem sie saßen. Am meisten Interesse weckten die vielen Bücher, und um eines ginge es heute ganz besonders, so Gerber. Warum wird die Bibel das Buch der Bücher genannt?, fragte er in die Runde. „Die Bibel besteht aus ganz vielen Büchern“ oder „Weil sie ein Buch von Gott ist“ waren nur einige der Antworten, die aus dem Getuschel im Raum zurückkamen.

Munterer Dialog

Ab jetzt entfaltete sich ein munterer Dialog zwischen Fuldas Oberhirten und dem Publikum. Kann das so gewesen sein, was in der Bibel steht? Gab es Jesus?

Ein aufgewecktes Mädchen in der ersten Reihe fand es viel schwieriger das Gegenteil nachzuprüfen. Dem stimmte Gerber zu. Denn vieles spreche dafür, dass es die historische Person wirklich gab. Man könne sich etwa die Orte anschauen, an denen er gelebt habe, um Spuren seines Lebens zu finden, vielmehr aber lohne sich der Blick auf die Menschen, die Christus nachgefolgt sind.

Denn die neue Glaubensgemeinschaft hatte, so Gerber, sich schnell ausgebreitet – sogar bis nach Rom.

Gerber las auf Griechisch vor

„Das meiste, was wir über Jesus wissen, wissen wir aus ihren und anderen Quellen“, erklärte der Bischof, und das spreche dafür, dass es Jesus in der Geschichte gab.

Irgendwann haben die Christen angefangen, die Geschichten aufzuschreiben. Die ältesten Fragmente stammen noch von Leuten, die zur Zeit Jesus lebten. Diese Schriftfragmente bezeichnet man als Logienquellen und geben das gesprochene Wort Jesu wider.

Auf Griechisch las Gerber eines dieser Stücke vor. Anschließend durften die Kinder die vier Evangelisten dann ihren jeweiligen Tierzeichen zuordnen. Matthäus, Markus, Lukas und Johannes waren nämlich diejenige, die die Geschichten über Jesus schließlich ordneten, sodass das neue Testament entstand. Einige der Geschichten ließ der Bischof durch die Kinder nacherzählen, wie die von den Jüngern im_Sturm auf dem See Genezareth, denen Jesus plötzlich erschienen ist.

Metapher für das Leben

„Lange Zeit habe ich geglaubt, das kann gar nicht so gewesen sein“, gab Gerber zu, doch dann sei ihm aufgefallen, dass der Sturm eine Metapher für das turbulente Leben und Jesus darin ein Ruhepool sein könnte. So hätten die verfolgten Christen es vielleicht auch gesehen und durch die Vorstellung, Jesus sei bei ihnen, Sicherheit gewonnen und diese Geschichte dann aufgeschrieben.

Die Bibel ist eine Metapher für das Leben, das wurde beim Vortrag auch für die Kleinen deutlich. Sie gaben dem Bischof nachher vortreffliche Noten und waren am meisten vom Griechisch Gerbers beeindruckt, der hingegen darüber erstaunt war, „dass so viele Kinder so viel wussten“.

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