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Gesundheitsnetz bittet um Mundschutz, Handschuhe und Desinfektionsmittel

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Für Arztpraxen wird es immer schwieriger, sich mit Desinfektionsmitteln und Mundschutz auszustatten. Das Gesundheitsnetz Osthessen, in dem 160 Ärzte aus der Region organisiert sind, bittet jetzt Firmen und Haushalte, in Lagern und Vorratskellern zu suchen.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Bitte der Ärzte aus der Region: Desinfektionsmittel, Handschuhe, Mundschutz und Schutzanzüge, die Familien und Firmen jetzt nicht brauchen, sollen an Arztpraxen abgegeben werden. Desinfektionsmittel könnten sich etwa in Massagesalons befinden. Diese sind seit gestern bis auf weiteres geschlossen.

Die Haus- und Fachärzte in der Region erwarten, dass die Menschen die Praxen in den nächsten Wochen noch stärker als bisher beanspruchen werden. „Wir versuchen, auch jetzt in dieser schweren Krise, die unser Gesundheitssystem an ihre Grenzen bringt, die Versorgung unserer Patienten zu ermöglichen“, verspricht Ralph-Michael Hönscher, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vorstand des Gesundheitsnetzes Osthessen.

Masken und Desinfektion dringend benötigt

Hönscher geht davon aus, dass sich die Lage in den nächsten Wochen zuspitzen wird – mit einem deutlichen Anstieg der Zahl der Infizierten. „Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen und die Regeln des Miteinander und der Hygiene beachten, werden wir hoffentlich nicht solch extreme Verhältnisse, wie sie derzeit in Italien herrschen, bekommen“, sagt Hönscher. Die Ärztinnen und Ärzte seien entschlossen, alles zu tun, damit die medizinische Versorgung aufrechterhalten wird. Dazu brauchen die Mediziner aber Unterstützung: „Wahrscheinlich haben viele Familien aus Sorge Schutzmasken, Desinfektionsmittel und Ähnliches eingekauft.

Doch spezielle Schutzmasken und Händedesinfektion wird hauptsächlich von uns Ärzten und unseren Medizinischen Fachangestellten benötigt“, sagt Hönscher. Deshalb lagerten nun Dinge in vielen Haushalten, die diese gar nicht benötigten, aber in den Praxen Mangelware seien. „Wir bitten Sie deshalb inständig, Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge, die in den Haushalten und Firmen nicht zwingend benötigt werden, Ihren Ärzten zu spenden.“

Ohne Schutz keine Ärtze

Die Praxen hätten in den vergangenen Wochen auf allen erdenklichen Wegen diese Artikel, oft zu horrenden Preisen, erworben. Lieferungen des Staates habe es nicht gegeben. Hönscher mahnt: „Wir müssen klar sagen: Sollten keine Schutzmaßnahmen vorhanden sein, dann müssen wird unsere Tätigkeit einstellen, da wir sonst den Schutz unserer Patienten, Mitarbeiter und uns selbst und unseren Familien nicht mehr gewährleisten können.“

Unterdessen kündigte die Schlitzer Destillerie an, sie beliefere ab sofort Apotheken in der Region mit Alkohol. Das ist rechtlich nun erst möglich geworden. Die Apotheken stellen Desinfektionsmittel jetzt selbst her.

Wie kann man helfen?

Fast jeder kann mit einer Materialspende dazu beitragen, dass die Haus- und Fachärzte in Osthessen arbeitsfähig bleiben. Gesucht sind Masken und Handschuhe, Desinfektionsmittel und Schutzanzüge, die jetzt nicht gebraucht werden.

Zu Spenden aufgerufen sind gleichermaßen Unternehmen wie Autowerkstätten oder Massagesalons und Privathaushalte. Das Material übergeben kann man auf zwei Wegen: „Entweder fragen Sie die Arztpraxis, die sie betreut oder die sich in Ihrer Nähe befindet, welches Material ihr jetzt besonders fehlt, oder Sie geben die Spenden im Büro unseres Gesundheitsnetzes ab“, erklärt GNO-Vorstandsmitglied Ralph Hönscher.

Das Gesundheitsnetz-Büro befindet sich im Zentrum Vital, Gerloser Weg 20, in Fulda. Bei Fragen kann man sich telefonisch an das Gesundheitsnetz wenden unter Telefon (0661) 2427770.

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