Die Gewalt gegen Schiedsrichter ist erstmals in den Amateurligen angestiegen. / Archivfoto: Charlie Rolff

Gewalt gegen Schiedsrichter nimmt zu – 2906 Übergriffe in der vergangenen Spielzeit

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Jährlich veröffentlicht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Lagebild über den Amateurfußball. Elementarer Bestandteil des Berichtes der Saison 2018/19 war die Gewalt gegen Schiedsrichter in den unterklassigen Ligen. Auch die Region Osthessen ist nicht verschont geblieben.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Rund 1,5 Millionen Spiele wurden in der vergangenen Spielzeit in den Amateurligen in ganz Deutschland absolviert. Wie der DFB mitteilt, konnten 87,2 Prozent (1.305.136) der Begegnungen über den Spielbericht erfasst und ausgewertet werden. 685 Partien wurden wegen einer Störung abgebrochen. Laut DFB meldeten die Schiedsrichter auch Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle, die nicht zu einem Spielabbruch führten. In der Summe dokumentierte der DFB 6291 Spiele mit einem Störungsfall.

„Die Zahlen werden dabei immer aussagekräftiger, denn wir erfassen prozentual immer mehr Spiele“, schlägt der DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch Alarm und ergänzt: „Statistisch gesehen stellen Gewalt- und Diskriminierungsfälle gemessen an der Zahl der absolvierten Spiele demnach eine Ausnahme dar, doch die prozentualen Werte relativieren in keiner Weise das Leid der Betroffenen.“ Jeder einzelne Fall sei einer zu viel.

40 Übergriffe mehr als im Jahr zuvor

Auffällig im Bericht ist die zunehmende Gewalt gegen Schiedsrichter. In der Saison 2018/19 kam es zu 2906 Angriffen auf Unparteiische. Das sind 40 Übergriffe mehr als im Jahr zuvor. „Wir müssen erstmals einen leichten Anstieg von Fällen verzeichnen, bei denen Schiedsrichter angegriffen wurden. Und das, obwohl gegenüber der Vorsaison knapp 50 000 Spiele weniger absolviert wurden“, zeigt sich DFB-Vizepräsident der Schiedsrichter, Ronny Zimmermann, besorgt.

Gewalt gegen Schiedsrichter, Spieler oder wen auch immer sei absolut inakzeptabel. Gegen jeden Täter müsse konsequent gehandelt und im Schuldfall streng geurteilt werden. „Wir dürfen nicht nachlassen, gemeinsam mit Vereinen, Landesverbänden und Kreisen darüber nachzudenken, wie wir unsere Schiedsrichter noch besser schützen können“, betont Zimmermann.

Vier schwerwiegenden Angriffen

Auch die Fußballregion Osthessen verbucht einen Anstieg der Gewalt gegen Schiedsrichter. In den vergangenen vier Jahren kam es zu vier schwerwiegenden Angriffen gegen Schiedsrichter.

Drei wurden im Kalenderjahr 2019 dokumentiert. Um gegen Respektlosigkeiten gegenüber dem Schiedsrichter, dem Spiel oder dem Gegner vorzugehen, sollen die Unparteiischen ab der Rückrunde bei Unsportlichkeiten mittels Gelber Karten im Spielgeschehen härter durchgreifen. Dadurch erhoffe sich der DFB einen respektvollen Umgang miteinander und plädiert für Fairplay und gegen Gewalt und negative Emotionen.

„Wir freuen uns sehr, wenn die Schiedsrichter in dieser Hinsicht nur wenig oder – noch besser – gar keinen Grund haben, Maßnahmen zu ergreifen und wünschen uns, dass auch aus den Top-Ligen in Deutschland positive Signale für den Fußball ausgehen“, betont Lutz Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite Schiedsrichter.

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