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Glania holt bei Deutschen Meisterschaften in Berlin zwei Medaillen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Berlin - Ein Mal wollte er mindestens aufs Podium. Am Ende durfte sich Jan-Philip Glania sogar über zwei Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften auf der Kurzbahn freuen. Der Petersberger Rückenschwimmer belegte über 100 Meter in 51,81 Sekunden Platz drei. Über die ungeliebten 50 Meter (23,90) wurde Glania sogar deutscher Vizemeister.

Entsprechend zufrieden war der „Glaniator“ am Sonntag nach den Wettkämpfen von Berlin. „Die 50 Meter waren richtig gut. Vielleicht, weil ich da auch nicht so angespannt war, wie vor den 100 Metern“, erklärt der 31-Jährige. Über 50 Meter war nur Youngster Ole Braunschweig aus Berlin (Glania: „Der ist schon richtig schnell.“) mit 23,45 Sekunden besser. Über 100 Meter gewann der Potsdamer Christian Diener (50,77) vor Braunschweig (51,30) und Glania.

Der Petersberger sieht sich weiterhin „auf einem richtig guten Weg“ für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen in Tokio. „Mit den 51,8 Sekunden bin ich schon wieder ziemlich nah an meiner persönlichen Bestzeit von 51,1 Sekunden. Das Training zahlt sich also aus“, frohlockte Glania. Dass er die Qualifikation für die Kurzbahn-EM im Dezember in Glasgow, die bei 51,65 Sekunden lag, hauchzart verpasst hat, ärgerte Glania nur kurz.

Optimistisch für Olympia

„Mein Trainer hat gesagt, dass er mich da sowieso nicht hingeschickt hätte“, lacht Glania. Denn wichtig sei jetzt das Training für die Langbahn, die für Tokio entscheidend sei. Glania wird sich jetzt ins Training stürzen und Mitte Januar bei einem Wettkampf in Luxemburg an den Start gehen. „Da ist zwar die erste Möglichkeit zur Olympia-Quali. Aber das wird eher nichts werden, weil ich da aus dem vollen Training heraus schwimmen werde“, meint der Zahnarzt, der optimistisch bleibt, den Sprung nach Tokio zu schaffen.

„Ich habe jetzt noch insgesamt fünf Monate Zeit, richtig Gas zu geben. Die Quali wird eine enge Kiste, aber es ist alles offen“, meinte der für die SG Frankfurt startende Petersberger. Und mit Blick auf den elf Jahre jüngeren Newcomer Braunschweig, der in den kommenden Monaten ein Hauptkonkurrent sein wird, ergänzt Glania lachend: „Er ist jung und motiviert, ich bin halt alt und motiviert.“

Sarah Köhler mit Weltrekord

Derweil hat Sarah Köhler mit ihrem Weltrekord über 1500 Meter Freistil bei der Kurzbahn-DM für einen Paukenschlag gesorgt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich die zwei Buchstaben WR hinter meinem Namen mal sehen würde“, sagte die 25-Jährige nach ihrem Coup, „für mich geht ein Traum in Erfüllung.“ In 15:18,01 Minuten verbesserte die Vizeweltmeisterin von Gwangju die alte Marke der Spanierin Mireia Belmonte von 2014 um 1,7 Sekunden. Am Sonntag verlor sie dann ihre nationale Bestmarke über 400 Meter an die 17-jährige Isabel Gose (3:58,91 Minuten).

Erfolge und Bestzeiten im 25-Meter-Becken haben allerdings vor allem in der Vorbereitung auf Olympia nicht die höchste Priorität, das betonte – wie Glania – auch Köhler: „Natürlich ist es die Langbahn, die dieses Jahr besonders zählt. Aber jetzt ist es erstmal ein Weltrekord, und das ist der absolute Wahnsinn.“

In Berlin rückte ihr Freund Florian Wellbrock in den Hintergrund – obwohl er am Samstag über 800 Meter in 7:32,04 Minuten deutschen Rekord geschwommen war. Am Sonntag gewann er über 400 Meter seinen dritten Titel. Wie Glania wird auch das deutsche Schwimmpaar in Glasgow nicht an den Start gehen. Training für Olympia ist wichtiger als Edelmetall auf der Kurzbahn. / ths, dpa

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