Jan-Philip Glania will nach Tokio und präsentiert stolz seine Sponsoren. / Foto: Robert Groß

Für Glania ist das Triple der große Traum

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Fulda - Ein knappes Jahr Zeit bleibt ihm. Etwas weniger als zwölf Monate, um alles dafür zu tun, damit sich sein großer Traum erfüllt. Jan-Philip Glania möchte 2020 nach Tokio.

Von unserem Redaktionsmitglied Harry Wagner

Es wären seine dritten Olympischen Spiele. Diesem Ziel ordnet der Schwimmstar aus Petersberg in nächster Zeit alles andere unter. Am Montagvormittag wird er während eines Medientermins im Kundencenter seines Hauptsponsors Hubtex die Öffentlichkeit über sein „Projekt Olympia“ informieren.

„Ich möchte die Vorbereitung als Vollprofi angehen“, sagt Glania, der verspricht, „voll reinzuhauen“. Die Karriere als Schwimmer soll für den Rückenspezialisten noch einmal einen glänzenden Schlusspunkt bereithalten, obwohl zuletzt der Sport eher die zweite Geige beim fünffachen deutschen Meister gespielt hat.

Staatsexamen in der Tasche

Im Vordergrund stand sein Studium der Zahnmedizin in Frankfurt, Trainings- und Wettkampfbetrieb waren in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert. Mittlerweile hat der 30-Jährige das Staatsexamen in der Tasche – Etappenziel erreicht.

Und bevor er sich nun beruflich etablieren will, steht also nun Tokio als – nicht minder wichtige – nächste Etappe auf dem Programm. Glania will dafür sein einstiges sportliches Niveau wieder erreichen, möglicherweise steigern.

Sponsorenteam aufgestellt

Geht das überhaupt nach der jahrelang fehlenden Intensität? Ja, sagt er. „Ich glaube sogar, dass mir die Pause sehr gut getan hat. Ich fühle mich frisch. Profisport ist extrem fordernd für Körper und Geist, es ist nicht möglich, ständig das Level hochzuhalten.“

Mitte Juni ging es mit dem Training los, seit Ende Juli ist verschärftes Pensum angesagt.

Die letzten zwei Monate hat „JP“ außerdem damit verbracht, sein Sponsorenteam für das Unternehmen Olympia aufzustellen. Dieses Vorhaben ist geglückt, und so kann er sich jetzt ganz aufs Sportliche konzentrieren.

Trainingslager in Belek

Nächste Woche geht es gemeinsam mit Trainern und Athleten des Hessischen Schwimmverbandes ins Trainingslager nach Belek (Türkei). Bei den nationalen und internationalen Wettkämpfen, die im kommenden Winter und Frühjahr auf dem Programm stehen, muss Glania seine Olympia-Tauglichkeit nachweisen.

Wegweisend werden die Deutschen Meisterschaften von 29. April bis 4. Mai 2020 in Berlin sein. „Berlin hat ein schnelles Becken, da sind gute Zeiten möglich“, hofft Glania. In Berlin endet der Nominierungszeitraum des DSV, der am 1. Januar beginnt.

Start in Lagenstaffel möglich

Auf dem Terminplan des Petersbergers stehen darüber hinaus das Luxemburger Euro Meet Ende Januar und die Swim Open in Stockholm Anfang April. Glania wird sich dabei auf die 100 Meter Rücken konzentrieren, obwohl er über die lange Strecke nach wie vor den deutschen Rekord hält.

Die zweite Option ist der Start in der deutschen Lagenstaffel, mit der er 2015 bei der Weltmeisterschaft im russischen Kasan die Bronzemedaille geholt hat.

2012 und 2016 bei Olympia gewesen

Und so werden also im Sommer 2020 die Würfel gefallen sein, ob Jan-Philip Glania sein Olympia-Triple schafft und er zum dritten Mal nach London 2012 und Rio 2016 im Zeichen der Ringe starten kann.

Dreimal als Schwimmer zu den Spielen, das haben bisher nach dem Zweiten Weltkrieg nur wenige deutsche Athleten geschafft: Christian Keller war darunter, Paul Biedermann und der große Roland Matthes. Bald auch Glania? „Wäre für einen Fuldaer Jungen nicht schlecht, oder?“, fragt er lachend.

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