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GLÜCKS-Geschichten 2015: Bemerkenswert! Frau versorgt Fahrgäste bei zweistündiger Bahn-Panne mit kühlen Getränken

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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LÜTTER - Ein perplexer Lokführer und zufriedene Bahnreisende trotz einer fast zweistündigen Panne: Außergewöhnliches passierte am Dienstagnachmittag auf der Strecke zwischen Gersfeld und Fulda, als ein Zug wegen eines technischen Defekts liegen blieb.

Von unserem Mitarbeiter Sebastian A. Reichert Dieser Artikel stammt vom 7. Mai 2015. Weshalb wir diesen Artikel noch einmal veröffentlichen, erfahren Sie hier.

Dienstag, 14.39 Uhr: Lokführer Michael Burkhardt erreicht mit einem Zug der Hessischen Landesbahn (HLB) den Eichenzeller Ortsteil Lütter. Ihm wird mitgeteilt, dass auf der Gegenfahrbahn eine Bahn wegen eines Computerabsturzes nicht mehr weiterfahren kann. Auf der eingleisigen Strecke heißt das Warten für Burkhardt und seine Fahrgäste, bis der defekte Zug nach Fulda gezogen werden kann.

“Ich wusste, das kann lange dauern”, erzählt Burkhardt im Gespräch mit unserer Zeitung. “Also stellte ich den Motor aus.” Plötzlich erscheint eine etwa 40 bis 50 Jahre alte, blonde Frau am Führerstand, erkundigt sich, warum die Bahn nicht mehr weiterfährt. “Etwa zehn Minuten danach war die Frau zurück und bat mich, eine Durchsage zu machen, dass die Fahrgäste doch rauskommen sollen.”

Gute Stimmung trotz Bahn-Panne

Den Kofferraum ihres Kleinwagens hatte sie mit gekühlten Getränken vollgeladen – Wasser, Limo, alles dabei. “Ich war ganz perplex, dachte, was geht denn hier ab”, erinnert sich der 36-jährige Lokführer. Seit zwei Jahren fährt der Ebersburger Züge der HLB. So etwas wie an diesem schon recht warmen Mai-Tag hat er aber bisher noch nicht erlebt. “Keiner der Fahrgäste hat sich beschwert. Es herrschte eine gute Stimmung”, beschreibt Burkhardt die Folgen der Hilfsbereitschaft der Frau.

Mindestens eine Stunde lang habe die blonde Frau ihre mitgebrachten Getränke in Bechern ausgeschenkt, bis der Zug nach knapp zwei Stunden Wartezeit seine Fahrt fortsetzen konnte. Für sie sei eine solche Aktion eine Selbstverständlichkeit erklärte die Helferin im Gespräch mit den etwa 15 Fahrgästen. “Ihr Hilfsbereitschaft war wirklich außergewöhnlich”, sagt Burkhardt, der schon einmal frisch gegrillte Würstchen in seine Lok hereingereicht bekommen hatte – aber so etwas!

“In der Zentrale der HLB habe ich in der Situation niemanden erreicht”, berichtet der Lokführer, der sich dachte, dass sein Unternehmen sich bei der hilfsbereiten Frau in irgendeiner Form erkenntlich zeigen könnte. Nachträglich sei ihm dann die Idee gekommen, die bemerkenswerte Aktion öffentlich zu machen. “Ich möchte einfach nur Danke sagen.”

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