Bischof Gerber. Screenshot: Eike Zenner

Gottesdienst mit Bischof Gerber: „Jesus trägt das Kreuz – und uns“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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fulda - Die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi mit Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber ist am Karfreitag im Internet übertragen worden. Die Erfahrung von großem Leid könne Menschen zusammenführen, sagte Gerber – und zwar damals wie heute.

Von unserem Redaktionsmitglied Eike Zenner

Zu Beginn der Übertragung aus der Michaelskirche ist eine Klapper zu hören. Bischof Gerber betet. Die erste Lesung kommt aus dem Buch Jesaja. Domkapellmeister Franz-Peter Huber singt aus dem Gotteslob. Und die Menschen im Bistum können live dabei sein – natürlich nicht in der Kirche, aber vor dem Bildschirm. Die Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu wird live auf der Internetseite des Bistums übertragen.

„Text klingt in diesem Jahr anders“

Die Lesungen, Lieder und Gebete erinnern an die Kreuzigung Jesu, an das Leid, an den Tod. „Obwohl in jedem Jahr gelesen, klingt der Text der Passion Jesu in diesem Jahr anders“, betont der Bischof. Denn: „Der Raum, in den er hineingesprochen wird, die Welt, in der diese Worte zum Klingen kommen, hat sich verändert.“ Gerber meint – natürlich – Corona und die mit dem Virus verbundenen Nöte und Einschränkungen. Doch Jesus Christus sei gegenwärtig – er war es damals, und er ist es heute, macht Gerber Mut.

Bischof zieht viele Parallelen

Der Bischof zieht viele Parallelen zwischen der Passion und der Coronakrise. Gefühle wie Verzweiflung, Sorge oder auch Auflehnung brächen sich Bahn – wie bei Petrus im Garten Gethsemane. Fragen, die sich die Jünger damals gestellt hätten, stellten sich die Menschen heute auch.

„Jesus trägt uns“

Und so, wie Anhänger Jesu dessen Kreuzigung aus der Ferne verfolgt hätten, so müssen dieser Tage auch viele Menschen Abstand halten zu ihren Liebsten, zu Freunden und Verwandten. Angehörige könnten sich vielfach nicht von Verstorbenen verabschieden. Ärzte kämen in Situationen, in denen sie nicht mehr helfen könnten. Es gibt Leid. Aber, so sagt Gerber, bei aller Sorge und allen Problemen könnten die Menschen Jesus als denjenigen erfahren, der das Kreuz trägt und damit, so der Bischof, „auch uns trägt“.

Gerber erinnert an die Ärmsten

Gerber betont, die Erfahrung von großem Leid könne Menschen zusammenführen. Dies zeige die Begegnung von Maria und Johannes unter dem Kreuz. Das zeige aber auch die Coronakrise. Der Bischof ruft dazu auf, bei aller Verantwortung für die Menschen in „unserem Nahbereich und unserem Land“ all jene nicht zu vergessen, die es weniger gut hätten. „Das Leiden Jesu zeigt sich dieser Tage bei den Ärmsten: in den Flüchtlingslagern und in den Ländern mit einer schlechteren Gesundheitsversorgung.“

Osternacht wird übertragen

Ostersonntag ist um 5.30 Uhr die Feier der Osternacht mit Bischof Gerber auf der Internetseite des Bistums zu sehen.

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