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Gottesdienste, Trauungen und Taufen: Evangelische Landeskirche empfiehlt Absage

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Waldeck - Die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, hat sich am Freitag in einem Schreiben an alle Pfarrerinnen und Pfarrer sowie weitere hauptamtlich Tätige gewandt und eine Empfehlung in Zeit des Coronavirus ausgesprochen. Das Bistum Fulda hingegen gab bekannt, dass die Gottesdienste mit Einschränkungen stattfinden können.

Während die Evangelische Kirche die Absage von Gottesdiensten, Trauungen und Taufen empfiehlt (das Schreiben der Bischöfin lesen Sie weiter unten auf dieser Seite), hat das Bistum Fulda bekannt gegeben, dass Gottesdienste mit Einschränkungen stattfinden.

Für die Gottesdienste würden die Empfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz zur Vermeidung von Ansteckungen gelten, heißt es in einer Pressemeldung des Bistums. Die Katholischen Kirchen bleiben weiterhin geöffnet. Darüber hinaus hat das Bistum Fulda alle Kirchengemeinden angewiesen, sämtliche anderen Veranstaltungen bis zum 3. April auszusetzen.

Für Schulen gelten staatliche Regelungen

Mit Wirkung bis vorerst 3. April werden die Tagungshäuser der Diözese ihren Gästebetrieb sowie die Katholischen Familienbildungsstätten in Fulda, Hanau und Kassel ihren Kursbetrieb einstellen. Für Katholische Schulen und Kindertagesstätten gelten die Entscheidungen, die von den zuständigen staatlichen Stellen getroffen werden.

Das Bistum Fulda wird über seine Kommunikationskanäle (www.bistum-fulda.de, Facebook, Tagespresse) in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder zeitnahe und regelmäßig über Neuigkeiten informieren.

Im Folgenden lesen Sie das Schreiben von Bischöfin Beate Hofmann im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Schwestern und Brüder,

aufgrund der aktuellen Empfehlungen der Bundesregierung und des Robert-Koch-Institutes im Blick auf den Coronavirus wende ich mich heute an Sie mit Handlungsempfehlungen im Umgang mit kirchlichen Veranstaltungen. Der Aufruf der Bundesregierung, nach Möglichkeit auf Sozialkontakte zu verzichten, ist im Augenblick kein Widerspruch zu gelebter Nächstenliebe, sondern ihr Ausdruck. Für die kirchliche Arbeit bedeutet das, dass wir unsere Arbeitsformen, wo immer es möglich ist, an die aktuelle Lage anpassen müssen. Darum empfehlen wir Ihnen

– Gottesdienste und weitere kirchliche Veranstaltungen abzusagen, vorerst bis Ende April. Stattdessen bitten wir Sie, die Kirchenräume nach Möglichkeit offen zu halten und die Glocken weiter zu läuten, auch zu den Gebetszeiten. Wir regen an, Gebetstexte zum Mitnehmen auszulegen.

– Über ekkw.de und Facebook werden wir Ihnen Hinweise auf online abrufbare Gottesdienste und digitale Gebetsformate zur Verfügung stellen. Wir arbeiten daran, weitere geistliche Angebote über das Internet und per Telefonabruf zugänglich zu machen.

– Wir bitten Sie, vor Ort telefonische oder digitale Kommunikationsketten aufzubauen, damit Menschen, die zu Hause bleiben wollen oder müssen, nicht von allen sozialen Kontakten abgeschnitten sind. Denken Sie dabei besonders an ältere Menschen und Menschen mit besonderen gesundheitlichen Risiken.

– Bitte informieren Sie die Menschen in Ihren Gemeinden, wie sie seelsorgerliche Begleitung, zum Beispiel auch telefonisch oder per Mail, erhalten.

– Wir raten dazu, Konfirmationen und Jubelkonfirmationen auf den Sommer oder Herbst zu verschieben. Das Gleiche gilt auch für Taufen und Trauungen.

– Tote zu bestatten ist ein Werk der Barmherzigkeit. Daher bitten wir Sie, Trauerfeiern nach Möglichkeit durchzuführen. Dazu gehören auch die Bestattungen von Menschen, die am Corona-Virus gestorben sind. Wir bitten darum, Pfarrerinnen und Pfarrer, die selbst zur Risikogruppe gehören, in den Kooperationsräumen zu vertreten.

– Bei Unklarheiten und Fragen wenden Sie sich bitte an die Dekaninnen und Dekane, mit denen wir in ständigem Kontakt stehen.

Mit diesen Maßnahmen wollen wir dazu beitragen, Ansteckungsrisiken zu reduzieren und zugleich die Botschaft von der Liebe Gottes weiter zu sagen und Sorgenetze zu knüpfen. So wird es hoffentlich gelingen, die Menschen in dieser ungewöhnlichen Situation gut zu begleiten. Wir stehen dabei gemeinsam vor der Herausforderung, das kirchliche Leben nicht zum Stillstand zu bringen, sondern es in anderen Formen weiter zu führen.

Möge uns dabei das Wort auf 2. Tim 1, 7 stärken und begleiten:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Ihre

Beate Hofmann

An folgenden Orten gibt es Sonntag, 15. März, keinen evangelischen Gottesdienst (Stand: 13.3., 18 Uhr)

Christuskirche Fulda

Versöhnungskirche/Matthäuskirche Fulda

Kreuzkirche Fulda

Trinitatiskirche Eichenzell

Friedenskirche Bronnzell

Bonhoeffergemeinde Fulda

Bad-Salzschlirf/Großenlüder

Lutherkirche Fulda

Bieberstein-Dipperz

Kreuzkirche Eiterfeld

Kirche Oberkalbach

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