Fotos: Jessica Vey, Kirche

Graffito auf St. Johanneskirche: Kirchenkunst der etwas anderen Art

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Petersberg - Es ist ein ungewöhnliches Bild: Auf dem Turm der St. Johanneskirche in Petersberg ist seit Juni ein Graffito mit der Aufschrift „Glauben leben – gerade jetzt“ zu sehen. Um Vandalismus handelt es sich hierbei nicht. Im Gegenteil.

Von unserem Redaktionsmitglied Sarah Malkmus

Die Idee, die St. Johanneskirche mit einem Graffito zu zieren, habe bereits seit Anfang des Jahres bestanden. Laut Pfarrer Christian Pfeifer geht das Motto „Glauben leben – gerade jetzt“ auf den Kirchenvorstand der Evangelischen Kirche Petersberg zurück. Dieser habe nicht nur die finanziellen Mittel für das Graffito freigegeben, sondern auch die Botschaft bestimmt. „Wir haben etwa 1000 Euro bezahlt – für den Künstlerbeitrag und die Miete der Hubarbeitsbühne“, berichtet Pfeifer.

Worauf das Graffito hinweisen soll, erklärt der Pfarrer: „‚Glauben leben‘ sagt, worum es in der Evangelischen Kirche Petersberg geht.“ Pfeifer nennt Beispiele, etwa das gemeinsame Feiern des Gottesdienstes, das Pflegen des Bezuges zu Gott und des Miteinanders. „‚Gerade jetzt‘ ist das Motto für die Kirchenvorstandswahl, die am 22. September in der gesamten Landeskirche Kurhessen Waldeck bevorsteht.“

Künstler Ingmar Süß erstellte Motiv mit Jugendlichen

Dass die Petersberger Straße, an der das Gotteshaus liegt, eine vielbefahrene Straße ist – das wollte man sich bei der Entscheidung für das Graffito zunutze machen, denn: „Man soll die Kirche wahrnehmen. Wir haben in der Vergangenheit bereits mit Flaggen und Bannern versucht, auf die frohe Botschaft aufmerksam zu machen. Dann haben wir gedacht: Warum nicht den Turm für ein ansprechendes Wandbild nutzen?“

Entstanden sei das Graffito unter Anleitung von Künstler Ingmar Süß aus Künzell. In Zusammenarbeit mit Jugendlichen aus der Jugendgruppe Petersberg und dem Bonhoefferhaus habe er im Rahmen von Workshops das Motiv erarbeitet. Mithilfe einer Hubarbeitsbühne sprayten fünf Jugendliche gemeinsam mit Ingmar Süß in etwa zehn Metern Höhe das Kunstwerk an die Fassade der Kirche. Gedauert habe das einen Tag.

Positive Rückmeldungen

Und das Graffito kommt bei den Gemeindemitgliedern gut an: „Die Rückmeldungen sind positiv“, sagt Pfeifer. Zum einen spreche das Motiv mit der schönen Farbgebung an. Zum anderen würden sich nicht nur evangelische Christen freuen, dass der Glaube in der Öffentlichkeit zur Sprache kommt. Kritische Äußerungen habe es nicht gegeben.

Ob es in Zukunft weitere Graffiti an der Kirche geben wird, bleibt offen. Fest steht: „Was Ingmar Süß mit den Jugendlichen geschaffen hat, macht Lust auf mehr. Die Fassade hat ja noch Platz“, sagten laut Pfeifer einige Gemeindemitglieder.

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