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Welcher Grill passt zu mir? Tüv Süd gibt Rat für Einsteiger

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Ein Mann wendet Fleisch auf einem Grill.
Wer ans Grillen denkt, hat meist den Klassiker vor Augen: den Holzkohlegrill. © Patrick Pleul/dpa

Bei den sommerlichen Temperaturen ist die Grillsaison in vollem Gange. Laien verstehen nur Bahnhof, wenn Experten über den richtigen Grill fachsimpeln. Der Tüv Süd gibt Rat für Einsteiger.

Fulda - Wer ans Grillen denkt, hat meist den Klassiker vor Augen: den Holzkohlegrill. Günstig in der Anschaffung, ist er zudem gut auf einen Ausflug mitzunehmen und sorgt mit der offenen Glut für Gemütlichkeit. Vor einer Anschaffung sollte man sich aber erkundigen, ob er in der eigenen Wohngegend überhaupt erlaubt ist, heißt es vom Tüv Süd.

Das ist deutschlandweit nicht einheitlich geregelt, aber sowohl Gemeinden als auch Hausordnungen können einen Holzkohlegrill ausschließen. Zudem muss die Asche jedes Mal entsorgt, und die Holzkohle muss gelagert werden. (Lesen Sie hier: Tacos vom Grill? Experten verraten: Das ist auf dem Rost gerade angesagt)

Grillen: Welches Gerät passt zu mir? Tüv Süd gibt Rat für Einsteiger

Trotzdem: Beim Grillen setzt die Mehrheit der Menschen in Deutschland auf Holzkohle. 54 Prozent gaben das in einer Umfrage von YouGov im Auftrag des Heimelektronik-Branchenverbandes gfu an. Ein Viertel (25 Prozent) nutzt demnach Elektrogrills, ungefähr ebenso viele (24 Prozent) bevorzugen Gas.

Ein Elektrogrill ist einfach zu bedienen, es gibt wenig Rauch und keine Gefahr durch Funkenflug. Allerdings muss ein Stromanschluss in der Nähe sein. Und geschmacklich gibt es Einschränkungen: Das typische Grillaroma fehlt. Dafür ist alles in allem der Elektrogrill schneller als ein Holzkohlegrill.

Fazit der Experten: Ein Elektrogrill kommt auch mal spontan zum Einsatz und eignet sich für alle, die sich regelmäßig etwas im kleinen Kreis zubereiten wollen.

Tipps zum Saisonstart

Den Gasgrill fit machen: Die Grill-Saison beginnt. Eine richtige Reinigung versteht sich von selbst, aber auch eine kleine technische Durchsicht gehört zur Vorbereitung des Gasgrills. Vor allem, wenn das Gerät längere Zeit nicht in Betrieb war oder über den Winter im Freien stand, sollten Gasschlauch, Druckregler und Anschlüsse überprüft werden. Das rät der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG).

Hat der Gasschlauch zum Beispiel Haarrisse oder poröse Stellen, sollte er getauscht werden. Auch der Druckminderer darf nicht beschädigt sein. Die Anschlussventile müssen frei von Partikeln und Fremdkörpern sein. Sind Schlauch oder Druckregler schon zehn Jahre im Einsatz, müssen sie laut DVFG ebenfalls gewechselt werden.

Undichte Anschlüsse lassen sich laut DVFG mit einem Trick aufspüren. Ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser zu gleichen Teilen wird auf die Schlauchverbindungen aufgetragen. Entstehen bei geöffnetem Ventil Blasen und zischt es, sind sie undicht. Alternativ können Hobby-Grillmeister zu einem Lecksuch-Spray aus dem Fachhandel greifen.

Grillrost und Co. richtig reinigen: Mit Start der Grillsaison brutzeln wieder Gemüse, Steaks und Würstchen auf dem Rost. Wer lange Freude an seinem Gerät und den Utensilien haben will, sollte verkrustete und eingebrannte Rückstände nach dem Grillen am besten so bald wie möglich entfernen.

Grobe Reste können etwa mithilfe von Zeitungspapier vom noch warmen Rost entfernt werden, sodass dieser danach mit einer Stahlbürste vorgereinigt werden kann, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Roste aus Edelstahl können vorher auch eingeweicht werden, beispielsweise in feuchtem Küchenpapier. Danach den abgekühlten Rost mit einem Handgeschirrspülmittel und Wasser säubern. Hartnäckige Verschmutzungen lassen sich mit Grillreiniger behandeln und anschließend mit Scheuerschwamm oder Stahlwolle bearbeiten – eventuell lohnt sich ein Zusatz von Scheuerpulver oder -milch.

Roste und Utensilien aus Edelstahl lassen sich auch in der Spülmaschine reinigen. Wer beim Grillen Utensilien oder Aufsätze benutzt wie gusseiserne Ringe, auch als BBQ-Disks oder Feuerplatten erhältlich, sollte die Reinigungsanweisungen der Hersteller beachten, so der Experte.

Ein Gasgrill hingegen vereinigt die Vorteile von Holzkohle- und Elektrogrill. Nicht allzu rauchintensiv, mehr echtes Grillaroma und vergleichsweise sicher, urteilt der Tüv Süd. Er ist ebenso schnell wie ein Elektrogrill, dafür aber nicht an einen Stromanschluss gebunden. (Lesen Sie auch: Nachtisch statt Nackensteak: Wie sich das Grillen in den vergangenen Jahren verändert hat)

Video: Der Traum aller Grillfans: Der Pelletgrill

Wer sich einen Gasgrill zulegt, sollte beim Kauf auf die CE-Kennzeichnung achten, die zusammen mit der vierstelligen Prüfstellennummer auf dem Produkt angebracht sein muss. Beim Kauf von Holzkohle- und Elektrogrills können Verbraucher auf das freiwillige GS-Zeichen für Geprüfte Sicherheit achten.

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