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Grippe akuter als Corona: Gesundheitsamt meldet mehr als 200 Fälle

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Das Coronavirus dominiert die Schlagzeilen, doch die Grippewelle befindet sich derzeit auf ihrem Höhepunkt. Laut den Kliniken in der Region bewegen sich die aktuellen Zahlen aber im normalen Bereich. Das Gesundheitsamt Fulda meldete seit Beginn der Grippesaison 203 Fälle.

Von unserem Redaktionsmitglied Marius Scherf

„Uns beschäftigt die Versorgung akuter Influenzafälle momentan mehr als Corona“, sagt Dr. Carsten Schmidt, Direktor der Klinik II am Klinkum Fulda. „Die Grippe betrifft deutlich mehr Menschen.“

Leichte Steigerung an Patientenzahlen

Laut Barbara Froese, Pressesprecherin des Klinikums, befinde sich die Anzahl der Patienten, die mit der Verdachtsdiagnose „Gippaler Infekt“ in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) kommen, aktuell im „unteren normalen Bereich“. Die Krankenstatistik im Personalbereich sei ebenso im „Normbereich“, so Froese „Die aktuelle Situation wirkt sich derzeit nicht erschwerend auf die Abläufe der ZNA aus.“

Unabhängig von der „Grippesaison“ sei jedoch eine achtprozentige Steigerung der Patientenzahlen in der ZNA gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. „Dieser Anstieg ist jedoch überwiegend nicht auf akute Notfälle zurückzuführen, sondern darauf, dass Patienten ohne vorherige Hausarztkonsultation zu uns kommen“, erklärt die Pressesprecherin.

Influenza-Fallzahlen im Normalbereich

Viktoria Schmitt, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Herz-Jesu-Krankenhaus, erklärt, dass „2020 bislang 14 Fälle von der Klinik an das Gesundheitsamt Fulda gemeldet sind, die durch einen Schnelltest festgestellt wurden.“

Derzeit gebe es aber nur vereinzelte Influenza-Fälle mit stationärem Aufenthalt in der Klinik. Dass vermehrt ärztliches oder pflegerisches Personal an Grippe erkrankt ist, sei bisher nicht bekannt.

„Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wurden für denselben Betrachtungszeitraum (von Januar bis Februar 2020) im Herz-Jesu-Krankenhaus weniger Fälle verzeichnet,“ sagt Schmitt. Daher liegen die Influenza-Fallzahlen momentan im Normalbereich.

Hünfeld mit deutlich geringeren Zahlen

Gudrun Käsmann von der Helios-Klinik in Hünfeld berichtet von bisher 13 nachgewiesenen Influenzafällen in der Klinik. Im gleichem Vorjahreszeitraum 2019 waren 19 Fälle gemeldet gewesen, in 2018 insgesamt 39 Fälle.

Damit ist die Anzahl der diesjährigen Influenza-Patienten im Moment vergleichbar mit den Vorjahreszahlen, aber deutlich geringer als im Jahr 2018.

„Der Krankenstand unter unseren Mitarbeitern ist niedrig. Die Patientenversorgung ist uneingeschränkt gewährleistet“, sagt Käsmann.

Grippe auch deutschlandweit abgeschwächt

Das Gesundheitsamt in Fulda übermittelte seit Beginn der Grippesaison im Jahr 2019 bislang 203 Fälle an das Robert-Koch-Institut. In der gesamten Saison 2018/19 waren es insgesamt 608 Influenza-Fälle, in 2017/18, einem Jahr mit besonders vielen Fällen, sogar 1114.

Laut Robert-Koch-Institut sind deutschlandweit bislang 17.898 bestätigte Grippefälle übermittelt worden. Damit ist die Influenza-Aktivität im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken. In dieser waren es 19.273 Grippefälle. Im selben Vorjahreszeitraum sind 22.813 Grippefälle gemeldet worden.

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