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Groenhoff-Haus: BUND befürchtet Vandalismus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wasserkuppe - Die hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön verlässt im Frühjahr das Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe. Es gibt noch kein Konzept, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll. Der BUND-Kreisverband Fulda fürchtet, dass durch den Leerstand verstärkt mit Vandalismus in dem riesigen Komplex zu rechnen ist.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Die Verwaltungsstelle mit ihren rund 20 Mitarbeitern zieht in die Konrad-Zuse-Schule in Hilders. Denn die Räume im Groenhoff-Haus sind für Mitarbeiter kaum noch zumutbar, so schlecht ist die Substanz. Es musste gehandelt werden, umschreibt Landrat Bernd Woide (CDU) die Problematik.

Umzug ist im März/April geplant

„Die Vorbereitungen für den Umzug haben begonnen: So wurden etwa die Aufträge für Elektro- und Fußbodenarbeiten vergeben und Trockenbauwände gestellt. Etwa 20 Räume werden in Hilders zur Verfügung stehen. Der Umzug ist für März/April 2020 geplant“, erklärt Leoni Rehnert, Pressesprecherin des Landkreises.

BUND ist „fassungslos“

„Fassungslos“ über die Entwicklung auf der Wasserkuppe zeigt sich der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland). Joachim Schleicher schreibt in einer Pressemitteilung, „dass ein ehemaliges Schulgebäude als Übergangslösung bezeichnet wird, kann aus unserer Sicht nur bezweifelt werden“. Schon seit acht Jahren werde zwischen Landkreis und Land Hessen über eine Renovierung des Groenhoff-Hauses verhandelt, ohne dass sich eine Lösung abzeichnet.

Der BUND kritisiert, dass das Biosphärenreservat nach dem Umzug für Besucher nicht mehr wahrnehmbar sei. „Mit dem drohenden Leerstand des denkmalgeschützten Gebäudes wird der Verfall fortschreiten, und es wird verstärkt mit Vandalismus zu rechnen sein“, schreibt der BUND. „Heute lässt sich – auch im Zusammenhang mit der Diskussion um ein zweites Biosphärenreservat in Hessen – konstatieren, dass das Land Hessen offensichtlich seit Jahren jegliches Interesse verloren hat, eine positive Entwicklung des Biosphärenreservates Rhön mitzugestalten.“ In Südhessen soll ein zweites geschaffen werden. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor.

Korell: Verhalten des Landes ist skandalös

Der Gersfelder Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU) nennt das Verhalten des Landes Hessen „skandalös“. „Es tut sich nichts am Groenhoff-Haus“, kritisiert er. Er will Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Ministerpräsidenten Volker Bouffier (beide CDU) persönlich anschreiben und auf diese „nicht hinnehmbare Situation“ hinweisen. „Das Land muss sich bekennen“, sagt er.

Das Groenhoff-Areal gehört dem Land Hessen, das den Gebäudekomplex an die Deutsche Jugend des Ostens (DJO) verpachtet hat, zu der die Jugendbildungsstätte gehört. „Da die Jugendbildungsstätte Wasserkuppe gGmbH aber insolvent ist und das Verfahren derzeit läuft, bewegt sich nichts hinsichtlich einer Sanierung“, bedauerte Woide im Herbst.

Land verweist auf Insolvenzverfahren

Das Finanzministerium erklärt: „Das Insolvenzverfahren der Jugendbildungsstätte Wasserkuppe gGmbH ist noch nicht abgeschlossen.“ Das Land Hessen habe den Heimfall für das mit der Jugendbildungsstätte bestehende Erbbaurecht bisher nicht erklärt. Heimfall bedeute die Aufhebung des Erbbaupachtvertrages. „Zum Umgang mit dem zunehmenden Leerstand werden derzeit verschiedene Möglichkeiten ausgelotet.“ Wie dieses aussehen könnten, wird nicht ausgeführt.

Raab wartet auf Entscheidung

Torsten Raab, Leiter der Verwaltungsstelle des Biosphörenreservates, kritisiert das Land: „Es ist kein Ansatz für eine Lösung in Sicht.“ Er bedauert den Stillstand seit Jahren und wartet schon lange auf eine Entscheidung aus Wiesbaden, wie es mit dem Groenhoffareal weitergeht.

„Die Konrad-Zuse-Schule in Hilders ist nur ein Übergangsstandort“, macht Raab klar. Das Raumangebot sei beschränkt, ein Klassenraum soll für Ausstellungen hergerichtet werden. „Wir wollen aber als Anlaufstelle von vielen Besuchern wahrgenommen werden“, sagt er. Dies ist auf der Wasserkuppe der Fall. „Die Verwaltungsstelle müsse dort sein, wo viele Menschen sind, damit sie sich dort informieren können.

Lesen Sie hier: Kein Durchbruch bei Sanierung des Groenhoff-Hauses in Sicht.

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