Priska Hinz besuchte letzmals 2014 die Verwaltungsstelle. Landrat Bernd Woide, Verwaltungsstellenleiter Torsten Raab und Grünen-Kreistagsabgeordneter Helmut Schönberger zeigten ihr das schon damals marode Gebäude.
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Priska Hinz besuchte letzmals 2014 die Verwaltungsstelle. Landrat Bernd Woide, Verwaltungsstellenleiter Torsten Raab und Grünen-Kreistagsabgeordneter Helmut Schönberger zeigten ihr das schon damals marode Gebäude.

Verhandlungen laufen

Sanierung des Groenhoff-Hauses: Kein Durchbruch in Sicht

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Was wird aus dem Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe? Die Bausubstanz des denkmalgeschützten Komplexes ist marode. Deshalb ist das Haus geräumt und soll saniert werden. Doch bei den Verhandlungen zwischen Landkreis Fulda und den zuständigen Ministerien gibt es keinen Durchbruch.  

  • In Gesprächen des Hessischen Finanzministeriums, des Umweltministeriums und des Landkreises Fulda wurde bezüglich des Groenhoff-Areals noch keine Entscheidung gefällt.
  • Insbesondere die Corona-Krise machte den Gespräche über die Zukunft der Immobilie einen Strich durch die Rechnung.
  • Wegen der Gefahr von Vandalismus am leerstehenden Gebäude wird das Areal nun von einem Sicherheitsdienst überwacht.

Wasserkuppe - Vor zwei Jahren musste die insolvente Jugendbildungsstätte ausziehen, im April der Regionalladen – und seit 1. Juli hat auch die hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates mit den 21 Mitarbeitern einen neuen Standort in der ehemaligen Konrad-Zuse-Schule in Hilders. Nicht optimal für das einzige hessische Biosphärenreservat – da sind sich alle Verantwortlichen einig. Die Wasserkuppe dagegen ist ein Anziehungspunkt. Jährlich haben 70.000 bis 80.000 Menschen das Groenhoff-Haus besucht und sich dort informiert. Landrat Bernd Woide (CDU) hat eine klare Meinung: „Wir sind der Auffassung, dass die hessische Verwaltungsstelle auf der Wasserkuppe ihren Platz haben sollte.“

Groenhoff-Haus soll saniert werden - Landkreis Fulda weiterhin im Gespräch

Auch nach dem Umzug nach Hilders sei der Landkreis weiterhin mit dem Land über eine Sanierung des Groenhoff-Hauses in Gesprächen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Waschke bezeichnet das Groenhoff-Areal als „Schmuddelecke“ und fordert das Land zum Handeln auf. Seit Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) vor sechs Jahren die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates im Groenhoff-Haus, das dem Umweltministerium zugeordnet ist, zuletzt besucht hat, habe sich nichts getan, kritisiert Waschke. Der Kreisverband Fulda des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) befürchtet infolge des Leerstands des Groenhoff-Hauses Vandalismus. Auch er sieht dringenden Handlungsbedarf.

Weil das Groenhoff-Haus in einem schlechten Zustand ist, musste die hessische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön nach Hilders umziehen.

„Das Hessische Finanzministerium führt gemeinsam mit dem Umweltministerium und dem Landkreis Fulda seit einiger Zeit intensive Gespräche, ob und inwiefern eine denkmalgerechte Sanierung des Groenhoff-Areals realisiert werden kann. Dabei ist es gemeinsames Ziel, die Biosphärenreservats-Verwaltungsstelle in Bürogemeinschaft mit dem Naturpark Rhön und dem Verein Natur und Lebensraum Rhön auch künftig wieder bedarfsgerecht auf dem Groenhoff-Areal unterzubringen. Nähere Planungen befinden sich zurzeit noch in Prüfung“, erklärt Pressesprecher Ralph-Nicolas Pietzonka. Zum Thema Vandalismus, das der BUND aufgeworfen hat, sagt er, dass das Gelände durch einen Sicherheitsdienst überwacht werde.

Waschke fordert wegen „Schmuddelecke" Groenhoff-Areal Land Hessen zum Handeln auf

Auf offene rechtliche Fragen, die noch geklärt werden müssen, weist der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Meysner hin. Er meint damit die Insolvenz der Jugendbildungsstätte der DJO (Deutsche Jugend des Ostens) im Jahr 2018, die noch nicht abschließend aufgearbeitet sei. Denn das gesamte Groenhoff-Areal gehört dem Land Hessen, das einen Teil an die Deutsche Jugend des Ostens verpachtet hat, zu der die Jugendbildungsstätte gehört. Meysner sagt, bedingt durch die Coronakrise habe die Landesregierung andere Schwerpunkte gesetzt. Nach Gesprächen mit dem Finanzminister erklärt er: „Wir sind auf einem guten Weg“. Natürlich müsse mit dem Denkmalschutz abgesprochen werden, was erhalten werden muss und was nicht.

Sein Kollege Markus Hofmann (Grüne) sagt, dass es im Frühjahr mehrere konstruktive Treffen gegeben habe, in denen es um die Zukunft des Groenhoff-Hauses gegangen sei. „Dann kam Corona und alle Kompetenzen gingen zunächst in die Bewältigung der Krise. Die Planungen werden weitergehen, und es müssen Kostenrahmen und Zeitpläne erstellt werden. Das ist die Voraussetzung für alle weiteren Maßnahmen“, sagt er.

Verwaltungsstellenleiter Torsten Raab, der mit seinen Mitarbeitern nach Hilders umgezogen ist, schaut derweil neidisch auf die thüringische und die bayerischen Verwaltungsstellen, die modernisiert und gut ausgestattet seien. „Das einzige hessische Biosphärenreservat hätte eine moderne Verwaltungsstelle verdient“, sagt er und hofft er auf Hilfe aus Wiesbaden.

Lesen Sie hier: Biosphärenreservat-Verwaltung muss umziehen – Groenhoff-Haus marode. Und: Die Corona-Krise als Chance für den Tourismus in der Rhön.

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