Runder Tisch zu Kalkabbau in Großenlüder.
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Der Tisch links neben dem Moderator Bürgermeister Werner Dietrich war für die ZKW Otterbein reserviert.

Erster Austausch

Großenlüder: Runder Tisch zu Kalkabbau nimmt Arbeit auf - ohne ZKW Otterbein

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Trotz anhaltender Kritik durch die Zement- und Kalkwerke Otterbein: Der Runde Tisch der Gemeinde Großenlüder mit Vertretern aus Kommunalpolitik, Behörden und Verbänden zum ortsnahen Kalksteinabbau in Müs nahm am Montagabend die Arbeit auf – ohne Vertreter der ZKW.

  • Der Runde Tisch der Gemeinde Großenlüder zum Kalksteinabbau in Müs hat am Montag die Arbeit aufgenommen.
  • Bürgermeister Werner Dietrich hatte zwei Plätze für ZKW Otterbein reserviert, die wie angekündigt leer blieben.
  • Dietrichs Einladung bleibt allerdings bestehe. Das Unternehmen könne später noch am Runden Tisch teilnehmen.

Großenlüder - Zwei Plätze direkt neben sich hatte Bürgermeister Werner Dietrich (UBL) für die Geschäftsführer der ZKW Otterbein reserviert. Aber die Plätze blieben – wie vom Unternehmen angekündigt – leer. Die Firma, die ihren Kalksteinbruch bis auf 135 Meter an den Ortsrand von Müs erweitern will, erklärt, für sie sei Bürgermeister Werner Dietrich kein neutraler Moderator.

Alle anderen eingeladenen Teilnehmer teilten diese Kritik nicht – sie kamen: Landrat Bernd Woide (CDU) sowie Vertreter vom Regierungspräsidium, von der Bürgerinitiative, dem NABU und dem BUND, dem Ortsbeirat Müs, dem Kinder- und Jugendbeirat der Gemeinde, die Vorsitzenden der Gemeindevertretung und des Umwelt- und des Bauausschusses sowie die Fraktionchefs von CDU, SPD und UBL und der Leiter des Bauamts der Gemeinde.

Runder Tisch zur Steinbruch-Erweiterung in Müs: Einladung an ZKW Otterbein bleibt bestehen

Der Runde Tisch tagt ohne Öffentlichkeit. Vor Beginn war es möglich, Fotos zu machen. „Die Grundidee des Runden Tisches ist es, dass alle Teilnehmer auf den gleichen Wissensstand kommen“, erklärte Dietrich vor der Sitzung. „Die Teilnehmer haben unterschiedliche Blickwinkel. Aber jeder kann sich einbringen, und jede Gruppe wird mit ihren Anliegen eingebunden“, sagte er.

Das gesamte Feld hinter den Bürgerinitiative-Vorstandsmitgliedern Armin Sopp, Kristin-Marie Reinhardt, Hannah Jestädt und Chris Lohfink (von links) könnte weggebaggert werden, wenn die ZKW Otterbein ihren Kalksteinbruch wie geplant erweitern dürfen.

Zugleich würden die Erfahrungen und das Wissen aller Beteiligten genutzt, um die schwierige Aufgabe des geplanten ortsnahen Kalksteinabbaus und der Tieferlegung des gesamten Kalksteinbruchs gemeinsam zu lösen. Dabei müsse keine Gruppe ihre eigene Identität aufgeben. Dietrich sagte, ZKW Otterbein könne auch später noch am Runden Tisch teilnehmen. Seine Einladung bleibe bestehen.

Unterdessen beginnt am heutigen Dienstag die Jugend- und Bürgerbefragung durch den Bürgermeister. Schriftlich befragt werden alle knapp 1000 Bewohner von Müs ab 14 Jahren. Neu ist, dass auch im Ortsteil Uffhausen rund 100 Jugendliche und Bürger befragt werden, die in besonders betroffenen Straßen am westlichen Rand des Ortes wohnen. Dies sind die Straßen Am Weizenacker, Im Feldchen, Zum Atzmannstein und Zum Sesselsgraben. Auch sie erhalten die Unterlagen zur Befragung. Abgabe der Fragebogen ist bis 19. Juli.

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