Auf einer 0,3 Hektar großen Freifläche im Großenlüderer Staatswald werden 500 Roteichen gepflanzt.
+
Auf einer 0,3 Hektar großen Freifläche im Großenlüderer Staatswald werden 500 Roteichen gepflanzt.

Nach Corona-Problemen

500 Roteichen gegen den Klimawandel - HessenForst pflanzt Bäume im Großenlüderer Staatswald

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
    schließen

Die öffentliche Pflanzaktion von HessenForst, die für das vergangene Wochenende im Staatswald Großenlüder geplant war, musste coronabedingt entfallen. Die Bäume werden jedoch trotzdem ihren Platz im Wald finden. Somit setzt HessenForst doch noch ein Zeichen gegen den Klimawandel.

Großenlüder - Dass die Pflanzaktion von HessenForst zum zweiten Mal wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, bekümmert Eva Schödel, Revierleiterin in der Revierförsterei Großenlüder. „Es ist schade, denn durch die Aktion wollten wir den Menschen zeigen, dass im Wald gerade einiges los ist, dass Bäume absterben. Es ist immer schön, zu sehen, dass Menschen das nicht egal ist“, sagt sie. Ursprünglich hatte man geplant, Bürgerinnen und Bürger einzuladen, beim Pflanzen zu helfen.

Auch wenn die Pflanzaktion nicht wie geplant stattfinden kann – ein Grund, auf das Pflanzen an sich zu verzichten, stellt die Pandemie nicht dar. Insgesamt 500 Roteichen werden im Laufe der kommenden Woche einen Platz im Großenlüderer Staatswald finden. Zwei Forstarbeiter werden dafür etwa zwei Tage benötigen, wie Schödel aus Erfahrung weiß. Warum die Wahl auf Roteichen gefallen ist, erklärt Schödel: „Die Roteiche wächst gut und schnell, und hat wenig Probleme mit der Trockenheit.“

HessenForst pflanzt im Wald bei Großenlüder 500 Roteichen gegen den Klimawandel

Hintergrund der Aktion sei das zunehmende Baumsterben. Schödel erklärt, dass die Temperaturen durch den Klimawandel immer weiter ansteigen. Normalerweise speichere ein Baum Kohlendioxid aus der Atmosphäre, während er wächst, und hilft dadurch, die Folgen des Klimawandels abzumildern. Durch die Trockenheit entstünden jedoch Schäden an den Bäumen.

„Infolgedessen sterben die Bäume ab und müssen entnommen werden“, fügt sie hinzu. Der Borkenkäfer, ein bekannter Schädlinge in der Forstwirtschaft, mache außerdem vor allem der Fichte zu schaffen. Die Folge sei dieselbe wie die der Trockenheit: Die Bäume sterben ab und müssen entnommen werden. Auf den dadurch entstehenden Freiflächen würden sodann neue Baumarten gepflanzt werden.

Die Freifläche, auf der die 500 Roteichen Platz finden, sei etwa 0,3 Hektar groß. Etliche weitere Freiflächen im Großenlüderer Staatswald gebe es auch durch Borkenkäferbefall. „Eine Mammutaufgabe, die da vor uns liegt, aber wir gehen sie an“, nennt Forstamtsleiter David Nöllenheidt das Vorhaben. Ziel von HessenForst sei es, auf einer Freifläche mindestens vier Baumarten zu etablieren. Denn: Das Ziel sei immer ein Mischwald mit Vielfalt.

„Eine Mammutaufgabe, die da vor uns liegt, aber wir gehen sie an“

Den Hintergrund erklärt die Försterin: „Je mehr Baumarten man hat, desto stabiler ist der Wald, sollte eine von ihnen absterben.“ Dass die Roteiche auf der Freifläche nun die einzige Baumart ist, die gepflanzt wird, erklärt Schödel so: „Der Waldbestand um die Freifläche herum besteht bereits aus genügend unterschiedlichen Baumarten – etwa Kiefern, Lerchen, Eichen und Buchen.“ Die Vielfalt sei also bereits gegeben.

Wenn die Roteichen gepflanzt sind, sei das Anwachsen die erste Hürde. Doch die Revierleiterin ist durch den Regen in der vergangenen Zeit zuversichtlich. In etwa 10 bis 15 Jahren könne man – sofern die Trockenheit nicht noch weiter zunehme – durch einen drei Meter hohen Wald laufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema