Die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner trainierten Anfang des Jahres in Neuseeland. Ihr Ziel: Bei einem der anstehenden Läufe die Olympia-Norm erreichen.
+
Die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner trainierten Anfang des Jahres in Neuseeland. Ihr Ziel: Bei einem der anstehenden Läufe die Olympia-Norm erreichen.

Serie zum Jahresende

Bangen um die Olympischen Spiele in Japan: Die Hahner-Twins und das Jahr 2020

  • Ann-Katrin Hahner
    vonAnn-Katrin Hahner
    schließen

Was bleibt aus dem Jahr 2020 in Erinnerung? Und worauf freuen sich bekannte Gesichter aus Osthessen im Jahr 2021? Im Rahmen einer kleinen Serie blicken wir in den nächsten Tagen gleichermaßen zurück und voraus. Teil 3: Die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner (beide 31) aus Nüsttal-Rimmels, die 2020 den Blick auf ihre zweite Olympia-Teilnahme gerichtet hatten.

Nüsttal - In Teil eins und zwei unserer Serie ließen The-Taste-Kandidatin Lea Stier und Germanys Next Topmodel-Teilnehmerin Sarah Almoril ihr Jahr Revue passieren und verrieten ihre Highlights von 2020. Anna und Lisa Hahner mussten positive Erlebnisse in den vergangenen Monaten oft abseits ihrer Sportart suchen.

Das Ziel für 2020 war klar: Die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner wollten alles für eine zweite Teilnahme bei den Olympischen Spielen geben. Um die Olympia-Norm (2:29,30 Stunden) im Frühjahr zu knacken und sich einen Startplatz für die Sommerspiele in Japan zu sichern, bereiteten sich Anna und Lisa in Trainingslagern in Neuseeland und Äthiopien vor.

Doch während in Neuseeland die Vorbereitung noch ohne Probleme verlief, mussten die Zwillinge das letztgenannte Trainingslager wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie im März abbrechen. Vor dem Rückflug in die Heimat schwante den beiden Starterinnen des SSC Event Teams Berlin bereits: Frühjahreswettkämpfe und damit eine Chance, einen der drei umkämpften Olympia-Plätze zu ergattern, würde es wohl nicht geben.

Hoffen und Bangen um die Olympischen Spiele: Die Marathon-Zwillinge Anna und Lisa Hahner und das Jahr 2020

Die Befürchtungen der Schwestern sollten sich in den folgenden Wochen bewahrheiten und auch die Olympischen Spiele hielten den Corona-bedingten Ungewissheiten nicht stand. Es folgte eine Verschiebung des sportlichen Großevents ins nächste Jahr. Da die Zwillinge den London-Marathon im Oktober krankheitsbedingt verpassten, wollen beide Sportlerinnen bei einem Frühjahrs-Marathon 2021 die Norm klar unterbieten.

Kein Wunder also, dass die beiden Marathoni das Jahr 2020 rückblickend als „unerwartet“ und vor allem „unplanbar“ beschreiben. Die Sportlerinnen hatten jedoch ihre eigene Methode, um mit den Ungewissheiten des Jahres umzugehen. So setzte Anna beispielsweise auf feste Morgen-Rituale wie Yoga und Meditieren. „Außerdem hat mir geholfen, dass ich trotz der ganzen Einschränkungen weiterhin trainieren konnte, da ich als Langstreckenläuferin weniger auf Sporteinrichtungen angewiesen bin“, sagt Anna. Ihrer Schwester Lisa habe hingegen das Wissen beruhigt, „dass alles irgendwann vorbei geht.“

Corona hin oder her: Trotzdem hatten die letzten Monate auch ihre positiven Seiten für die Hahner-Twins. „Da ich seit März nicht mehr im Trainingslager war, kenne ich Berlin und Umgebung durch meine vielen Lauf- und Radeinheiten nun fast wie meine Westentasche“, freut sich Lisa über die neu gefundenen Kenntnisse über die Wahlheimat. Anna beschreibt hingegen eine Tour „über 30 Berggipfel in den Chiemgauer Alpen“ als ihr Highlight des Jahres.

Mit vielen guten Wünschen ins neue Jahr: Hahner-Twins hoffen auf Zuschauer bei Sportveranstaltungen

Vom neuen Jahr erhoffen sich die Zwillinge viel - und das nicht nur in sportlicher Hinsicht: „Ich wünsche mir mehr Liebe im Umgang miteinander. Es ist in Ordnung und gut, dass nicht alle Menschen die gleiche Meinung haben, trotzdem sollte man jedem mit dem nötigen Respekt und mit Wertschätzung begegnen“, sagt Lisa. Ihre Schwester Anna erhofft sich für das Jahr 2021 Gesundheit. „Ich wünsche mir, dass ich gesund bleibe, sowohl sportlich, also verletzungsfrei, als auch im Hinblick auf die allgemeine Gesundheit. Und, dass wir alle am Ende gestärkt aus dieser herausfordernden Zeit herausgehen werden.“

In Sachen Sport spricht Anna außerdem wohl vielen Athleten aus der Seele: „Ich hoffe sehr, dass im Jahr 2021 wieder Sportveranstaltungen mit Zuschauern stattfinden können, denn das macht aus meiner Sicht den Sport aus. Es ist immer auch ein Zusammenkommen und ein gemeinsames Erleben an Emotionen. Ohne Zuschauer und mit stark begrenztem Teilnehmerfeld geht mehr als die Hälfte der Energie von Sportevents verloren.“

Den Start ins Jahr 2021 wollen die Zwillinge eher gemäßigt angehen. „Ich bin kein großer Silvester-Fan“, verrät Lisa, die sich eher zum „Team-Weihnachten“ zählt. „Die Beschränkungen an Silvester stören mich daher weniger. Es wird eine spontane Sache werden. Schön kochen, gute Musik und Silvester entweder zu zweit oder zu dritt genießen“. Anna macht sich eher ihre Nähe zum Chiemsee zu Nutze: Des neue Jahr soll mit einem Sprung ins kühle Nass beginnen.

Das könnte Sie auch interessieren