Auch die über zehn Jahre alte Rosalie hat es sich in einer der vier Lodges gemütlich gemacht.
+
Auch die über zehn Jahre alte Rosalie hat es sich in einer der vier Lodges gemütlich gemacht.

Zuhause für alte Stubentiger

Tierschutzverein „Verantwortung leben“ in Hainzell baut mit Spendengeldern Katzen-Seniorenlodge

  • Marcus Lotz
    vonMarcus Lotz
    schließen

Der Tierschutzverein „Verantwortung leben“ in Hainzell bietet heimatlosen Tieren einen Platz zum Leben. Um den Bedürfnissen besonders alter Katzen gerecht zu werden, wurde mit Spendengeldern eine Katzen-Seniorenlodge gebaut.

Hainzell - Saubere, helle Zimmer, ausgestattet mit flauschigen Teppichen, Kratzbäumen, Sesseln, Sofas und Versteckmöglichkeiten: Die Seniorenlodge, die im Dachgeschoss der Scheune auf dem Hof des Tierschutzvereins entstanden ist, bietet betagten Katzen und Tieren, die Schweres hinter sich haben, Raum, sich zu entfalten. Weil alte Tiere besonders kälteempfindlich sind, verfügen die Räume über eine Deckenheizung.

Und herrschen sommerliche Temperaturen, steht für die Stubentiger ein ganz besonderes Extra bereit: Durch das Fenster gelangen die Tiere nach draußen auf einen „Balkon“, einen vergitterten Vorsprung, der in den nächsten Tagen noch mit Kunstrasen ausgelegt werden soll. „Von dort aus haben sie einen schönen Ausblick auf die Pferde auf unserem Hof. Sie sehen und hören außerdem den Straßenverkehr und bekommen dadurch auch vom Leben im Ort etwas mit“, berichtet Vorstandsmitglied Silke Gramatzki-Wieczorek.

Hainzell: Tierschutzverein „Verantwortung leben“ baut mit Spendengeldern Katzen-Seniorenlodge

Einer der vier Räume ist derzeit speziell für die Bedürfnisse von Babykatzen ausgelegt. Die Einrichtung in der „Kittenstube“ ist speziell auf kleine Katzen zugeschnitten. Die Errichtung und die Ausstattung der insgesamt vier Räume, die innerhalb von nur zweieinhalb Monaten von Schreinermeister Matthias Barth gebaut wurden, hat den spendenfinanzierten Verein rund 20.000 Euro gekostet. Neben 19 Firmen haben auch zahlreiche Privatpersonen dazu beigetragen, dass die nötige Summe zusammenkam. „Es waren teilweise Kinder bei uns und haben ihr Taschengeld gespendet“, berichtet Anja Neuert, die sich ebenfalls um die Tiere kümmert. (Lesen Sie hier: Wildpark Gersfeld freut sich über tierischen Nachwuchs).

Auch die Firmen sind dem Tierschutzverein entgegengekommen, erzählt Gramatzki-Wieczorek: „Die Vergitterungen an den Balkonen sind Sonderanfertigungen einer Firma, die normalerweise nur ausliefert und nicht montiert. Als sie mitbekommen haben, worum es geht, sagte die Firma: ,Das ist so toll, was ihr hier macht, wir kommen euch preislich entgegen und helfen euch bei der Montage.‘“

Silke Gramatzki-Wieczorek: Wir haben viele Kinder und Jugendliche auf dem Hof, die sich um Tiere kümmern

Auch von der großen Bereitschaft der Menschen, zu spenden, war der Verein völlig überrascht. „Wir waren anfangs skeptisch, ob die Leute mitten in der Corona-Pandemie dazu bereit wären“, erzählt Neuert. Auch Gramatzki-Wieczorek ist mit dem Ergebnis absolut zufrieden: „Wer hätte gedacht, dass wir das alles in dieser Form tatsächlich hinkriegen?“

Doch neben den Räumlichkeiten braucht es auch Personal, das sich mit viel Liebe und Geduld um die Tiere kümmert, die teilweise von einem Tag auf den anderen ihre gewohnte Umgebung verlassen mussten - etwa, weil Herrchen oder Frauchen verstorben sind. „Wir haben viele Kinder und Jugendliche auf dem Hof, die sich gerne um Tiere kümmern und ihnen menschliche Nähe schenken.“ Bis die Tiere weitervermittelt werden, erzählt Gramatzki-Wieczorek: „Wenn wir dann mit einem unserer Tiere eine nette Oma glücklich machen können, ist das doch ein schönes Geschenk für Mensch und Tier.“

Das könnte Sie auch interessieren