Der Haunestausee ist bei Fußgängern beliebt. Er ist zum Teil Naturschutzgebiet. Einige Tierarten, wie der Schwan (kleines Bild), brüten dort momentan.
+
Der Haunestausee ist bei Fußgängern beliebt. Er ist zum Teil Naturschutzgebiet. Einige Tierarten, wie der Schwan, brüten dort momentan.

Ärger um Trampelpfade 

NABU kritisiert Verhalten von Spaziergängern am Haunestausee 

  • vonAlina Hoßfeld
    schließen

Der Haunestausee ist bei Spaziergängern ein beliebtes Naherholungsgebiet. Doch einige Besucher verlassen offenbar die vorgeschriebenen Wege. Gebietsbetreuer Wolfgang Rieser hat zahlreiche Trampelpfade entdeckt, die darauf hinweisen. Damit stören die Besucher die Vögel, die momentan dort brüten.

  • Der Haunestausee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.
  • Gebietsbetreuer Wolfgang Rieser hat zahlreiche Trampelpfade entdeckt.
  • Dadurch werden Vögel beim Brüten gestört.

Marbach - „Ich habe im Naturschutzgebiet unter anderem Trampelpfade zum Schwanennest, zum Froschteich und zu den Biberbäumen gesehen. Der Haubentaucher wird ebenfalls immer wieder vom Nest gescheucht – gerade von Kindern, die von ihren Eltern nicht ermahnt werden“, erklärt Gebietsbetreuer Wolfgang Rieser vom Naturschutzbund (NABU) Petersberg.

Außerdem würden einige Besucher nicht auf dem Parkplatz, sondern auf den Wegen parken und die Müllverschmutzung habe zugenommen. Als Gebietsbetreuer ist Rieser der Ansprechpartner vor Ort für die Obere Naturschutzbehörde, beobachtet die Tiere sowie die Pflanzen und gibt Führungen durch das Naturschutzgebiet am Haunestausee.

Rieser verärgert über das Verhalten im Naturschutzgebiet

Besonders ärgere ihn das Verhalten im Naturschutzgebiet. So habe er beobachtet, dass einige Menschen Stöcke und Steine auf die Tiere werfen würden. Zudem würden sie versuchen, möglichst nah an die Tiere zu kommen. „Sie wollen sehen, wie viele Eier gelegt worden sind, oder ob es schon Nachwuchs beim Schwan gegeben hat. Sie stören die Tiere damit massiv“, sagt der Gebietsbetreuer. Wenn er die Besucher darauf anspreche, bekomme er häufig eine unfreundliche Antwort: Oft würden sie sagen: „Ich mache doch nichts kaputt. Ich will nur nach den Tieren gucken“.

Aber: Schon kleine Störungen durch den Menschen würde das Gleichgewicht im Naturschutzgebiet durcheinander bringen: „Vögel verlassen ihre Nester, wenn sie aufgescheucht werden. Die Eier im Nest können dann kalt werden, oder sie werden von einer Krähe geholt“, nennt Rieser ein Beispiel.

Natur sollte sich selbst entfalten können

Er fügt an: „In einem Naturschutzgebiet sollte sich die Natur selbst entfalten und ihre Eigendynamik entwickeln können. Die Bedingungen geben vor, was hier wächst und nicht der Mensch.“

Er vergleicht den Lebensraum der Tiere und Pflanzen mit einer Wohnung: „Wir können nicht in das Wohnzimmer (Naturschutzgebiet) der Tiere eindringen. Wir können jedoch an der Haustüre (offizielle Wege) stehen bleiben, den Abstand wahren und den Tieren zugucken. Im Naturschutzgebiet hat der Mensch nichts zu suchen. Wir sollten den Lebensraum der Tiere und Pflanzen respektieren, und die Mehrzahl der Besucher macht dies zum Glück“, sagt der Gebietsbetreuer abschließend.

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema