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Haushalt auf dem Prüfstand: Coronakrise wirkt sich auf Gersfelder Finanzen aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Gersfeld - Die Auswirkungen der Corona-Krise erreichen auch die Kommunen. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage einiger Betriebe ist mit größeren Einnahmeausfällen zu rechnen. Gersfeld reagiert darauf.

Von unserem Redaktionsmitglied Rainer Ickler

Die Stadtverordneten sollten eigentlich vor einer Woche den Haushaltsplan 2020 verabschieden. Das Zahlenwerk ließ bei der Vorstellung Anfang Februar die Verantwortlichen im Gersfelder Rathaus positiv in die Zukunft blicken. Der Überschuss war mit knapp 300.000 Euro eingeplant, die Aussichten gut. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Sitzung der Stadtverordneten vertagt. Und gerade seit dieser Zeit hat sich viel getan.

Korell sieht Handlungsbedarf

Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU) sieht Handlungsbedarf: „Der Magistrat wird sich den Haushalt anschauen und vermutlich einige Posten neu bewerten.“ Danach sollen die möglichen Veränderungen im Haushaltsplan mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen werden.

Korell zählt auf, was sich innerhalb weniger Tage in Gersfeld getan hat: Der Wildpark Gersfeld ist geschlossen, es fehlen die Eintrittsgelder. Da vermutlich in den nächsten Wochen so gut wie kein Tourismus stattfindet, würden auch Einnahmen aus der Kurtaxe wegfallen, zudem seien durch die schlechte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verminderte Einnahmen bei der Gewerbesteuer und dem Einkommensteueranteil zu erwarten.

Gremien in Gersfeld können noch reagieren

„Die Einnahmen werden nicht so kommen, wie wir sie erwartet haben“, sagt er. Es habe sich eine dynamische Situation ergeben, die so nicht zu erwarten gewesen sei und zum Handeln zwingt.

In Gersfeld ist dies möglich, da der Haushalt noch nicht verabschiedet ist. Die Gremien können noch reagieren. Wann sich die Stadtverordneten zu einer Sitzung treffen und der Haushalt verabschiedet wird, wisse heute noch niemand, sagt Korell.

Bürgermeister hofft auf Hilfe des Landes

Kämmerer und Bürgermeister filtern jetzt heraus, welche Ausgaben unbedingt gemacht werden müssen. Er nennt den Bau der Kindertagesstätte, das Wasserbauprogramm und auch die Neuanschaffungen bei der Feuerwehr. Dies seien alles Investitionen, die umgesetzt werden müssen.

Beim Wasser etwa verlangt das Gesundheitsamt eine schnelle Umsetzung und die Kita hat im evangelischen Gemeindehaus nur eine befristete Betriebsgenehmigung. Dies bedeutet aber auch, dass andere geplante Investitionen nicht umgesetzt werden können, sagt Korell. Welche das sein werden, auch darüber müssen die Gremien entscheiden.

Der Bürgermeister hofft auf Hilfe des Landes. Denn auch bei geringeren Einnahmen müssten wichtige Investitionen durchgeführt werden. Da sei es schwierig, einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.

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