Eine Tour mit dem Heißluftballon ist etwas ganz Besonderes.
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Eine Tour mit dem Heißluftballon ist etwas ganz Besonderes.

Auf Tour mit dem Heißluftballon

Mehr als nur heiße Luft: Eine Ballonfahrt in der Rhön

  • Jacqueline Kleinhans
    vonJacqueline Kleinhans
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Seit 15 Jahren bietet Pilot Matthias Mattern Ballonfahrten an. Auch in Coronazeiten ist es möglich, mit dem Ballon abzuheben. Dabei entdeckt man die Landschaft aus einer ganz neuen Perspektive. Während einer Ballonfahrt entdeckt man seine Heimat komplett neu. Wie so etwas abläuft, haben wir getestet.

  • Matthias Mattern fährt mit dem Heißluftballon.
  • Er war bereits 800-mal in der Luft.
  • Unsere Redaktion ist mit ihm auf einer seiner Touren gewesen.

Der Pilot: Über Wiesen, Felder und Dörfer schweben: Ballonpilot Matthias Mattern (57) aus Gersfeld tut dies seit mittlerweile 15 Jahren. „Bis zu 80 Fahrten pro Jahr unternehme ich“, sagt Mattern. Die Ausbildung zum Ballon-Piloten dauert ein Jahr und kostet im Jahr 2005 etwa 10.000 Euro. „Man fährt zu jeder Jahreszeit, um die Luftunterschiede kennenzulernen“, erklärt er.

Während der Ausbildung muss der angehende Pilot 25 Fahrten sowie 50 Landungen absolvieren. Angefangen hat er als Rückholer, bei einem Freund, der ebenfalls Pilot ist. Dann zog es ihn selbst in die Luft. Die längste Fahrt, die Matthias Mattern übrigens unternommen hat, war bis Wertheim am Main – 84 Kilometer legte er mit dem Ballon zurück. Insgesamt war der 57-Jährige mehr als 800 Mal in der Luft. „Über die Fahrten wird Buch geführt“, erklärt er. Zwischenfälle gab es bisher kaum – zwei Mal landete er mit dem Ballon im Baum.

Einen Ausflug in den Sommerferien wert: Eine Fahrt mit dem Heißluftballon in der Rhön

Die Fahrt: Jede Fahrt ist für Matthias Mattern ein Abenteuer, denn er weiß nie, wo er landet. „Das hängt immer vom Wind ab“, sagt Mattern. Damit er vom Landeort wieder zurück nach Hause kommt, verfolgt der Rückholer den Ballon mit dem Auto. „Mit ihm stehe ich immer in Funkkontakt“, so Mattern.

Mehr als nur heiße Luft: Eine Ballonfahrt in der Rhön

Wie beim Kabelsalat müssen erst einmal die Seile, die die Ballonhülle mit dem Korb verbinden, von (von links) Matthias Mattern, Max Nietzsch und FZ-Redakteurin Jacqueline Kleinhans entwirrt werden.
Wie beim Kabelsalat müssen erst einmal die Seile, die die Ballonhülle mit dem Korb verbinden, von (von links) Matthias Mattern, Max Nietzsch und FZ-Redakteurin Jacqueline Kleinhans entwirrt werden.  © Charlie Rolff
Um die 110 Kilogramm schwere Ballonhülle auf der Wiese neben dem Sportplatz in Friesenhausen auszubreiten, braucht es die Kraft von FZ-Redakteur Leon Schmitt (links) und Rückholer Max Nietzsch.
Um die 110 Kilogramm schwere Ballonhülle auf der Wiese neben dem Sportplatz in Friesenhausen auszubreiten, braucht es die Kraft von FZ-Redakteur Leon Schmitt (links) und Rückholer Max Nietzsch.  © Charlie Rolff
Damit der Ballon kein Schlauch bleibt, braucht er ordentlich Luft. Dafür sorgt ein großer Ventilator.
Damit der Ballon kein Schlauch bleibt, braucht er ordentlich Luft. Dafür sorgt ein großer Ventilator. © Charlie Rolff
Nach viel kalter Luft folgt heiße Luft, damit sich der Korb aufstellt – dann können die Passagiere langsam einsteigen.
Nach viel kalter Luft folgt heiße Luft, damit sich der Korb aufstellt – dann können die Passagiere langsam einsteigen.  © Charlie Rolff
In einer halb aufgeblasenen Ballonhülle sitzen – die Chance gibt es nicht oft.
In einer halb aufgeblasenen Ballonhülle sitzen – die Chance gibt es nicht oft.  © Charlie Rolff
„Alle festhalten“ – heißt es vor der Landung.
„Alle festhalten“ – heißt es vor der Landung.  © Charlie Rolff
Der Ballon ist sicher in Hettenhausen gelandet: Rückholer Max Nietzsch steht bereit.
Der Ballon ist sicher in Hettenhausen gelandet: Rückholer Max Nietzsch steht bereit.  © Charlie Rolff
Immer mit dabei: Die Flugente namens „Copilot“, das Masskottchen von Mattern.
Immer mit dabei: Die Flugente namens „Copilot“, das Masskottchen von Mattern. © Charlie Rolff
Es muss ordentlich gezogen werden, damit der Ballon umfällt.
Es muss ordentlich gezogen werden, damit der Ballon umfällt.  © Charlie Rolff
Alle packen mit an: Ist die Fahrt rum, muss der Ballon akkurat verstaut werden.
Alle packen mit an: Ist die Fahrt rum, muss der Ballon akkurat verstaut werden. © Charlie Rolff
Wer zum ersten Mal Ballon gefahren ist, wird anschließend getauft.
Wer zum ersten Mal Ballon gefahren ist, wird anschließend getauft.  © Charlie Rolff
Wer zum ersten Mal Ballon gefahren ist, wird anschließend getauft.
Wer zum ersten Mal Ballon gefahren ist, wird anschließend getauft.  © Charlie Rolff

Solange er unter 3000 Meter fährt, brauchen Piloten keinen Flugplan. Ist er höher als 3000 Meter, führt er einen Transponder mit sich, damit er von Flugzeugpiloten gesehen wird. In die Luft geht es immer dann, wenn es nicht zu windig ist. „Gefahren werden darf bis zur sogenannten blauen Stunde. Das heißt 30 Minuten nach Sonnenuntergang müssen wir spätestens landen“, erklärt der Gersfelder.

Matthias Mattern war schon mehr als 800 Mal in der Luft

Die Geschichte: Die Geschichte der Ballonfahrt beginnt im September 1782 durch die Gebrüder Montgolfier. Sie waren französische Papierfabrikanten. Joseph Montgolfier blickte eines Abends in seinen Kamin und sah den aufsteigenden Rauch. Damit war seine Idee geboren: Mit seinem Bruder versuchte er, Papiertüten steigen zu lassen. Mit Gewicht gelang ihnen das tatsächlich.

Die beiden bauten immer größere Hüllen. Davon erfuhr auch König Ludwig XIV. und beauftragte sie, eine größere Hülle zu bauen und dies öffentlich vorzuführen. Am 21. November 1883 war es soweit – in Paris startete der erste Ballon mit Pilatre de Rosier und Arquis d‘Arlandes – zwei Freunde der Brüder. Die erste Fahrt dauerte 25 Minuten. Die Gebrüder entwickelten ihre Idee immer weiter.

Einen Boom erfuhr die Ballonfahrerei Ende der 1960er Jahre durch neu entwickelte Textilien mit Kunststoffbeschichtung und dem Einsatz von Flüssiggassen.

Lesen Sie hier: Auf dem Nieder-Mooser See kann man Windsurfen lernen.

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