Die Initiatoren Julia Brandenburg und Alexander Kluge beim Einkauf.
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Die Initiatoren Julia Brandenburg und Alexander Kluge.

Die Helden des Einkaufs

Ehrenamtliche und Junge Union helfen in der Krise

In Zeiten von Corona sind besonders Risikogruppen häufig auf Hilfe im Alltag angewiesen. Um diese zu leisten, hat sich in Bad Salzschlirf unter der Koordination der Tourist-Info eine Initiative gegründet.

Zu der Initiative gehören Ehrenamtliche von Bürgerbus, Kirchen und den „Einkaufshelden der Jungen Union“. Eine dieser „Einkaufsheldinnen“ ist Julia Brandenburg. Die 29-Jährige wohnt in Bad Salzschlirf und hatte vor etwa vier Wochen angestoßen, dass das Einkaufshelden-Programm der Jungen Union (JU) Deutschland auch in Bad Salzschlirf verwirklicht wird.

Das Grundkonzept: Menschen, die während der Coronakrise zu einer Risikogruppe gehören, können sich telefonisch melden, wenn sie Hilfe bei Alltagserledigungen benötigen – zumeist betrifft das den Gang zum Supermarkt. „Es ist schön, wenn man seinen Nachbarn etwas Gutes tun kann“, erzählt Brandenburg. Beteiligt sind in Bad Salzschlirf rund 20 Helferinnen und Helfer.

Wer Hilfe braucht, meldet sich telefonisch

Und das funktioniert so: Menschen, die Hilfe brauchen, können sich telefonisch bei der Tourist-Info melden. Diese nimmt die Bestellung auf und leitet sie an die Ehrenamtlichen von Bürgerbus, Kirchen, der JU Fulda-West oder der CDU Bad Salzschlirf weiter. Alternativ können sich Hilfsbedürftige auch direkt telefonisch an die JU wenden. Anschließend setzen sich die Ehrenamtlichen mit den Anrufern in Verbindung und besprechen die Details.

„Wir fahren dann in den Supermarkt, legen für den Einkauf das Geld aus, besorgen die Sachen und legen sie den Anrufern vor die Tür. Bei schweren Sachen – wie Wasserkisten – trage ich die Sachen auch schon mal in die Wohnung oder den Keller. Vorher sage ich Bescheid, wie viel Geld ich ausgegeben habe, damit die Leute es mir dann passend erstatten können“, beschreibt Brandenburg den Ablauf.

Klassischer Anruf von älterer Dame

Jörg Peters von der Touristik und Service GmbH Bad Salzschlirf ergänzt: „Der klassische Anruf kommt von der älteren Dame, die weder Familie noch soziale Netzwerke vor Ort hat und sehr dankbar dafür ist, wenn sie mit Lebensmitteln versorgt wird. Aber auch wenn der Schwerpunkt des Angebots auf dem Einkauf liegt, haben wir auch Helferinnen und Helfer, die mit dem Hund Gassi gehen, Leergut wegbringen oder einfach mal anrufen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken.“

Die Resonanz ist durchweg positiv. „Die Leute sind sehr dankbar dafür, dass wir sie unterstützen“, erzählt der 21-jährige Alexander Kluge, der stellvertretende Vorsitzende der JU Fulda-West. Dieselbe Erfahrung hat Julia Brandenburg gemacht: „Am Anfang hat die Nachfrage etwas gestockt, mittlerweile nehmen die Menschen es immer besser an. Wir haben auch Rückmeldungen von Familienangehörigen erhalten, die froh darüber sind, dass wir aushelfen.“

„Das läuft alles sehr unkompliziert“

Auch Jörg Peters schließt sich dem positiven Fazit an: „Wir sind praktisch die Telefonzentrale, und das läuft alles sehr unkompliziert. Die Anrufer sollen sich zwischen 10 und 12 Uhr melden, damit die Helfer, falls gewünscht, die Bestellungen noch am selben Tag bringen können. Uns war wichtig, dass wir eine zentrale Leitung haben, die sechs Tage in der Woche besetzt ist. Auch das klappt sehr gut.“

Woran es derzeit noch ein wenig mangelt, ist laut Peters die Nachfrage. Derzeit nimmt erst eine Handvoll Menschen das Angebot wahr: „Die Leute scheuen sich noch etwas davor, anzurufen. Der Dienst ist aber wirklich kostenlos und unverbindlich. Wir helfen sehr gerne.“

Und auch Helferinnen und Helfer werden weiter gesucht: „Es sind alle willkommen. Es muss niemand Mitglied der JU sein. Wichtig ist, dass man mobil und verlässlich ist“, so Brandenburg.

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