Fotos: privat, Sabine Abel

Mit Herzblut für die FZ und für Fulda: Hermann-Joseph Konze ist gestorben

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Verlag und Redaktion unserer Zeitung sind tieftraurig. Der langjährige Chefredakteur Hermann-Joseph Konze ist tot. Er starb am Montag dieser Woche im Alter von 89 Jahren in Fulda. Der Journalist mit Herzblut ließ sich in seiner beruflichen Karriere von christlichen Werten leiten – und war für Generationen von Kolleginnen und Kollegen ein geschätzter und beliebter Redaktionsleiter.

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Tillmann

„Unter uns Pastorentöchtern...“, wenn der Chef mit diesem geflügelten Wort zum persönlichen Gespräch bat, dann stimmte meist etwas mit der Qualität der journalistischen Beiträge nicht. Dabei liebte Konze nichts mehr als journalistische Qualität und Seriosität. Zeitgeistgehabe war nicht seine Sache. Er war im besten Sinne konservativer Christ und lebte dies im Berufsleben ökumenisch offen vor. Vor allem aber war er immer höflich, respektvoll und fair.

„ko“ war sein Kürzel, und dieses war bis zuletzt ein Markenzeichen der Fuldaer und Hünfelder Zeitung, deren Chefredakteur Hermann-Joseph Konze von 1981 bis 1995 war. Von 1991 bis 1995 war er auch für die Kinzigtal Nachrichten verantwortlich.

Berufliche und private Liebe in Fulda

Dr. Thomas Schmitt, der heutige Herausgeber und damalige Verleger unserer Zeitung, arbeitete lange Jahre mit Konze als Redaktionsleiter zusammen und charakterisiert ihn so: „Er war Journalist aus Passion, hat seinen Beruf unprätentiös, stets sehr sachbezogen, mit Umsicht und Gelassenheit ausgeübt.“ Schmitt betont: „Unsere Zeitung und die Leser unserer Zeitung haben ihm viel zu verdanken.“

Es war das Jahr 1954: Drei Jahre nach Wiedererscheinen der FZ heuerte der damals 24-jährige Konze als Leiter der Lokalredaktion in der Barockstadt an, nachdem er zuvor ein Volontariat beim „Fränkischen Volksblatt“ in Würzburg gemacht hatte. Fulda sollte ihm die berufliche und private Liebe bringen. Denn hier lernte er auch seine Frau Gertrud kennen, die im Frühjahr dieses Jahres starb. Aus der Ehe der Konzes gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor.

Mit Bonifatiusmedaille ausgezeichnet

Bis 1962 gestaltete „ko“ den Lokalteil der Fuldaer Zeitung und begegnete hier Dr. Alfred Dregger als Oberbürgermeister. Eine Zeit und Begegnung, die ihn prägte. Dennoch wurde er dem Fuldaer Land noch einmal „untreu“. Als Politikchef und später als Chefredakteur war er in Weiden in der Oberpfalz tätig, ehe es „ko“ zurück in die Domstadt zog.

Seinen unerschütterlichen Glauben und seine christliche, journalistische Prägung und Haltung wusste auch das Bistum Fulda zu schätzen – und zeichnete ihn kurz vor seinem 80. Geburtstag mit der Bonifatiusmedaille aus.

Zu Dank verpflichtet

1995 ging Konze in den Ruhestand – es sollte journalistisch betrachtet ein Unruhestand werden. Bis zuletzt engagierte er sich für seine FZ – und kümmerte sich lange Jahre um die „FZ-Pensionäre“. Das betont Verleger Michael Schmitt und würdigt das Schaffen Konzes: „Wir sind ihm zu Dank verpflichtet.“

Sein letzter Artikel erschien am Samstag vergangener Woche im Lokalteil der Zeitung – eine Besprechung von Dr. Dieter Weirichs Buch über Alfred Dregger. Ein letzter Artikel, eine letzte Episode aus Konzes Leben (eine Begegnung mit Dregger) und eine letzte Mahnung an (journalistische) Sauberkeit. Wie schrieb „ko“ zum Abschluss der Buchbesprechung: „Ungenauigkeiten, Druck- und Schreibfehler stören ein wenig das gute Gesamtbild.“ So war er. Ehrlich und gerade heraus, ohne zu verletzen.

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