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In der Gastronomie und im Einzelhandel wird in manchen Fällen die 2G-Regel angewendet. Das führt teils zu Anfeindungen im Netz. (Symbolfoto)

Unterschiedliche Regeln

3G oder 2G? Corona-Zutrittsbeschränkungen sorgen für Anfeindungen im Netz

Der Zugang zu Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen ist im Hinblick auf Corona in Hessen unterschiedlich geregelt. Vor allem Restaurantbetreiber, die nur Geimpften und Genesene einlassen, sehen sich Anfeindungen ausgesetzt.

Fulda/Hessen - Die Corona-Zugangsbeschränkungen in Betrieben und öffentlichen Einrichtungen in Hessen sorgen weiter für Diskussionsstoff. Zwar verzichten bisher viele Betriebe im Einzelhandel und Gastgewerbe auf das 2G-Optionsmodell, das nur Geimpften und Genesenen Zutritt gewährt.

Aber auch um die 3G-Regel, die zusätzlich Besuchern und Gästen von Veranstaltungen, Lokalen und Einrichtungen mit aktuellen Corona-Negativtests Zutritt gewährt, gibt es teilweise Konflikte.

Hessen: 3G oder 2G? Corona-Zutrittsbeschränkungen führen zu Anfeindungen

So zum Beispiel in den Hochschulen. Um in diesem Semester wieder Präsenzveranstaltungen anbieten zu können, arbeiten viele hessische Hochschulen mit der 3G-Regel, die neben Geimpften und Genesenen auch Getesteten Zutritt gewährt.

Widerstand dagegen regte sich zuletzt an der Universität Kassel, wo Dutzend Studierende gegen die Beschränkungen auf die Straße gingen. Auch an der Hochschule Fulda wird gelegentlich Kritik laut - größtenteils laufe die 3G-Umsetzung aber gut, sagte eine Sprecherin der Hochschule.

Ein gemischtes Bild zeigt sich indes im hessischen Gastgewerbe. Während etwa die Hälfte der Betriebe bisher bei 3G bleibt, wechseln 38 Prozent der Wirte und Hoteliers zwischen den Modellen und lassen etwa bei Veranstaltungen oder an bestimmten Wochentagen nur Geimpfte und Genesene ein, wie eine Umfrage des Branchenverbandes Dehoga Hessen ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zwölf Prozent der Betriebe hingegen setzen allein auf das 2G-Modell. Dazu gehören vor allem Clubs und Diskotheken, in denen Geimpfte und Genesene wieder ohne Maske und Abstand tanzen können.

Aber auch kleinere Bars, Kneipen und klassische Restaurants bevorzugten die striktere Variante der Zugangsbeschränkungen, weil ihnen schlicht der Platz fehle, um mit genügend Abstand wirtschaftlich arbeiten zu können, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner.

Video: 2G-Regel: Konzerte und Museen nur für Geimpfte und Genesene?

Gerade Restaurantbetreiber bekämen bei der Entscheidung für das 2G-Optionsmodell teilweise kräftigen Gegenwind zu spüren - von Anfeindungen bis hin zu bewusst negativen Bewertungen im Netz. Dabei seien manche der Verfasser dieser Texte noch nicht einmal wirklich im jeweiligen Lokal zu Gast. „Diese bilden quantitativ zwar die Ausnahme, richten aber Schaden an - sowohl mental bei den Gastronomen als in der medialen Reputation der Betriebe.“

Im hessischen Handel wollen einer Umfrage zufolge derzeit 17 Prozent der Betriebe das 2G-Modell umsetzen - und 45 Prozent würden diese Möglichkeit punktuell nutzen, wie der Handelsverband Hessen mitteilte. Damit gehe die Branche „einen weiteren Schritt in Richtung Normalität - aber mit Bedacht“, hieß es. (Lesen Sie hier: Corona-Regeln in Hessen: So reagieren die Händler in Fulda auf die 2G-Option)

Es gehe nicht darum einzelne Personen auszuschließen, sondern bestimmten Branchen mit beratungsintensivem Sortiment trotz Corona eine sichere Beratung, ohne Abstand und ohne Maske zu ermöglichen, betonte der Verband. „Eine dauerhafte 2G-Option für den Lebensmittel- und großflächigen Einzelhandel ist dabei keine realistische Lösung, da dieser die Nahversorgung sichern muss und Zugangskontrollen nicht realisierbar sind.“

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