Der Vogelsbergkreis ist der zweitälteste Kreis in Hessen.
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Der Vogelsbergkreis ist der zweitälteste Kreis in Hessen.

Demografischer Wandel

Jeder Zwölfte im Vogelsberg ist älter als 80 Jahre - Gefälle in Hessen steigt zunehmend

  • Sebastian Reichert
    VonSebastian Reichert
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Der Vogelsbergkreis ist knapp nach dem Werra-Meißner-Kreis der älteste Kreis in Hessen. Das Alter der Menschen im Landkreis Fulda und im Main-Kinzig-Kreis entspricht ungefähr dem Durchschnittsalter der Menschen insgesamt in Deutschland.

Fulda - Der Vogelsbergkreis ist nach dem Alter der Menschen gerechnet die zweitälteste Region in Hessen. Das Durchschnittsalter der Menschen im Vogelsberg habe 2020 genau 47,1 Jahre betragen. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nach einer bundesweiten Auswertung von Daten der Statistischen Landesämter am Donnerstag mit

Mit 47,3 Jahren hatte der Werra-Meißner-Kreis den höchsten Altersdurchschnitt in Hessen. Vor 30 Jahren hatte das Durchschnittsalter im Vogelsbergkreis noch bei 40,2 Jahren gelegen. Der Anteil der Über-80-Jährigen verdoppelte sich im Vogelsberg seit 1990 fast. Aktuell liegt er bei 8,4 Prozent (1990: 4,4 Prozent).

Hessen: Jeder Zwölfte im Vogelsberg älter als 80 Jahre - Gefälle steigt

Im Werra-Meißner-Kreis und im Vogelsbergkreis ist demnach bereits jeder zwölfte Einwohner älter als 80 Jahre, wird also zu der Gruppe der sogenannten Hochaltrigen zugerechnet. Damit gehört der Vogelsberg zu einer der ältesten Regionen in Westdeutschland.

Unter den zehn ältesten Regionen in Deutschland sind nämlich nur Regionen in den sogenannten neuen Bundesländern zu finden - angeführt von der Stadt Suhl in Thüringen mit einem Durchschnittsalter von 51,0 Jahren, der Stadt Dessau-Roßlau (50,6) in Sachsen-Anhalt und dem Altenburger Land (50,5) in Thüringen.

Offenbach ist hingegen die jüngste Stadt in Hessen und die drittjüngste Region in Deutschland. Das Durchschnittsalter in der kreisfreien Stadt am Main habe 2020 genau 40,8 Jahre betragen, so der GDV. Knapp hinter Offenbach sei Frankfurt die zweitjüngste hessische Stadt mit durchschnittlich 40,9 Jahren, auf dem dritten Rang liege Darmstadt mit 41 Jahren. Frankfurt ist übrigens die einzige Stadt, die seit 1990 jünger geworden ist.

Hessen: Durchschnittsalter liegt bei 44 Jahren – Offenbach jüngste Stadt

Frankfurt und Darmstadt gehören nach Angaben des Verbands ebenfalls zu den zehn jüngsten Regionen Deutschlands. „Generell sind es die Universitätsstädte und große Metropolen, deren Einwohner deutlich jünger sind“, berichtete Peter Schwark, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Versicherungsverbandes GDV. Das Durchschnittsalter für ganz Hessen betrug im Jahr 2020 44 Jahre, in Deutschland insgesamt 44,6.

Das Alter der Menschen im Landkreis Fulda und im Main-Kinzig-Kreis entspricht ungefähr dem Durchschnittsalter der Menschen insgesamt in Deutschland. Das Durchschnittsalter der Menschen im Landkreis betrug 2020 genau 44,4 Jahre, im Main-Kinzig-Kreis 44,7 Jahren. Der Ü80-Anteil in Fulda liegt bei 7,5 Prozent (1990: 3,8 Prozent), im Main-Kinzig-Kreis bei 6,8 Prozent (1990: 3,4 Prozent).

Im bundesweiten Vergleich eigeteilt nach Bundesländern ist die Bevölkerung in den Ostdeutschland im Schnitt klar am ältesten - angeführt von Mecklenburg-Vorpommern (48,8) und Sachsen-Anhalt (48,1), gefolgt von Thüringen (47,5), Brandenburg (47,2) und Sachsen (46,9). In Mecklenburg-Vorpommern stieg der Anteil der Über-80-Jährigen seit 1990 von 2,6 Prozent auf 8,3 Prozent.

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Hessen gehört hingegen im bundesdeutschen Vergleich gemeinsam mit Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Berlin und Hamburg zu den jüngeren Bundesländern. Laut der GDV-Auswertung hat Hessen mit 44 Jahren die zweitjüngste Bevölkerung aller Flächenländer. Jedoch habe innerhalb von Hessen das Gefälle stark zugenommen.

Nach GDV-Angaben zeigt sich die Alterung an der Zahl der über 80-Jährigen auch in Hessen. Ende 2020 lebten gut 420.000 in Hessen – fast 200.000 mehr als 1990. Der Ü80-Anteil an der Bevölkerung in Hessen macht inzwischen 6,7 Prozent aus, 1990 waren es noch unter vier Prozent (3,9 Prozent).

Am höchsten ist der Anteil der Hochaltrigen in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt mit 11,2 Prozent. Gründe für deutliche Alterung der Bevölkerung in Deutschland seit der Wiedervereinigung sind laut dem GDV die steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenzahlen. Höhepunkt der Alterung stehe aber erst noch bevor. Peter Schwark: „In dieser Dekade gehen die Babyboomer in Rente. Dann bricht die demografische Welle.“

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