Rund 1000 Altreifen wurden an dem Waldweg zwischen Rothemann und Döllbach gefunden.
+
Rund 1000 Reifen wurden im Juli illegal in Eichenzell entsorgt (Foto). Ein ähnlicher Vorfall hat sich auch zwischen Hofbieber und Morles ereignet. (Archivbild)

„Kein Kavaliersdelikt“

Erneut haufenweise Altreifen im Wald entsorgt: Wer hat etwas beobachtet?

  • Anja Hildmann
    VonAnja Hildmann
    schließen

Im Juli sind in Eichenzell rund 1000 Altreifen illegal entsorgt worden. Ein neuer Fall hat sich vor den Sommerferien im Wald zwischen Hofbieber und Morles ereignet. Die Polizei sucht nach den Tätern - und bittet die Bevölkerung erneut um Hilfe.

Hofbieber - Seit Wochen liegen haufenweise Altreifen im Wald zwischen Hofbieber (Kreis Fulda) und Morles. In den nächsten zwei Wochen sollen sie weggeschafft werden, berichtet Florian Wilshusen, Leiter des Forstamts Hofbieber. Eine Firma sei bereits beauftragt worden. Was dann mit den Reifen geschieht, das wisse er nicht genau. „Aber ich hoffe, dass sie nicht verbrannt werden“, sagt der Forstamtsleiter.

„Die Spuren auf dem Weg sahen so aus, als sei dort ein Traktor langgefahren“, sagt Wilshusen im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei durchaus möglich, dass es sich bei den Umweltsündern um Landwirte handele, meint der Forstamtsleiter, da diese häufig eine große Menge an Reifen besitzen - sei es um Abdeckplanen zu beschweren oder für ihre Silos.

Hessen: Erneut Altreifen im Wald abgeladen - Polizei bittet um Hinweise

Die Reifen einfach im Wald abzuladen „ist bequemer, als im Bereich der Öffnungszeiten zum Wertstoffhof zu fahren“. Zudem fallen dort Gebühren für die Entsorgung an, „etwa zwei bis drei Euro pro Reifen“.

Im Fall der Reifen bei Hofbieber gibt es glücklicherweise keine gravierenden Auswirkungen für den Wald. Da sie rechtzeitig entsorgt werden, bleibe das Ökosystem verschont. Dennoch sei das Verhalten „total ärgerlich“, sagt Wilshusen. „Jedes Kind weiß doch, dass man seinen Müll nicht in der Natur zurücklässt.“

Denn das Abladen von Müll kann sich massiv auf den Wald auswirken. Vor allem Plastik sei ein Problem. „Wenn Müll lange liegen bleibt, kann es passieren, dass er sich einwächst, was vor allem die Tierwelt schädigt“, erklärt der Forstamtsleiter. Doch das sei den Menschen offenbar egal. „Das ist einfach egoistisch“, sagt Wilshusen. „Aber das ist kein Kavaliersdelikt.“

Erst Mitte Juli wurde die Polizei auf den ersten Vorfall dieser Art in Eichenzell aufmerksam. Rund 1000 Reifen aller Art hatten die Beamten auf mehreren Stapeln im Wald zwischen Rothemann und Döllbach verteilt entdeckt. Das für Umweltdelikte zuständige Kommissariat hat daraufhin wegen unerlaubten Umgangs mit Abfall die Ermittlungen aufgenommen und sich auf umfangreiche Spurensuche begeben. Auch hier kümmerte sich eine Firma um die Entsorgung. Die Reifen wurden letztendlich verbrannt.

Altreifen im Wald bei Hofbieber: Ermittlungen liefern keine Ergebnisse

Sowohl im Fall bei Morles als auch in Eichenzell, haben die Ermittlungen der Polizei keinen Tatverdacht hervorgebracht. „In beiden Fällen wurden umfangreiche Ermittlungen durchgeführt und Spuren gesichert. Die Auswertung dieser habe jedoch keine Ergebnisse geliefert“, erklärt Patrick Bug, Pressesprecher der Polizei, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Umso wichtiger sei es nun, dass Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich bei der Polizei melden. Gerade in Eichenzell sei das Fahrzeug, das die Reifen abgeladen hatte, laut Polizei mehrfach unterwegs gewesen. Wer etwas beobachtet hat, kann sich unter Telefon (0661) 1050 melden.

Das könnte Sie auch interessieren