Das vorläufige Endergebnis der Kommunalwahl in Niedersachsen steht fest. Zahlreiche Städte und Landkreise müssen in die Stichwahl.
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Parallel zur Bundestagswahl fanden in Hessen zahlreiche Direktwahlen statt. In sieben Fällen konnte kein Sieger ermittelt werden. Es kommt zur Stichwahl. (Symbolbild)

Parallel zur Bundestagswahl

Viele Direktwahlen in Hessen ohne Sieger: Stichwahlen nötig - Frederik Bouffier hat in Gießen das Nachsehen

Parallel zur Bundestagswahl 2021 haben in Hessen am Sonntag zahlreiche Direktwahlen stattgefunden. In sieben Fällen sind jetzt Stichwahlen nötig.

Hessen - Im Fünfkampf um das Gießener Oberbürgermeisteramt hat bei der Wahl am Sonntag kein Kandidat die nötige Mehrheit erzielt. Die meisten Stimmen holten mit 30,7 Prozent Alexander Wright (Grüne) sowie Frank-Tilo Becher (SPD) mit 30,3 Prozent, die nun bei der Stichwahl am 24. Oktober gegeneinander antreten. Die drei weiteren Kandidaten Frederik Bouffier (CDU), Thomas Dombrowski (unabhängig) sowie Marco Rasch (Satirepartei Die Partei) schieden aus.

Das Rennen um den Gießener Landrats-Posten wird ebenfalls in einer Stichwahl entschieden. Bei der Abstimmung am Sonntag parallel zur Bundestagswahl holte niemand der drei Kandidaten die nötige Mehrheit. Die meisten Stimmen bekamen nach dem vorläufigen Endergebnis Amtsinhaberin Anita Schneider (SPD, 42,3 Prozent) und Peter Neidel von der CDU (34,7 Prozent). Beide treten damit bei der Stichwahl am 24. Oktober noch einmal an. Kerstin Gromes (Grüne) schied mit 23,0 Prozent aus.

Hessen: Stichwahlen nötig - Mehrere Direktwahlen ohne Sieger

Auch im Rennen um das Landratsamt im Kreis Offenbach ist eine Stichwahl nötig. Im ersten Durchgang am Sonntag schaffte keiner drei Kandidaten nach dem vorläufigen Endergebnis auf Anhieb die erforderliche absolute Mehrheit. Amtsinhaber Oliver Quilling (CDU) lag mit 49,6 Prozent nur ganz knapp darunter. Er tritt bei der Stichwahl in zwei Wochen nun gegen den Zweitplatzierten Carsten Müller von der SPD an, der 27,6 Prozent der Stimmen erhielt.

Bei der Bürgermeisterwahl in Wettenberg hat am Sonntag keiner der vier Kandidaten die nötige Mehrheit geholt. Bei der Stichwahl am 24. Oktober müssen daher nun Ralf Voglmann (SPD) und Marc Nees (unabhängig) gegeneinander antreten, die mit 34,4 sowie 32,5 Prozent die meisten Stimmen holten. Die anderen beiden Kandidaten schieden aus.

Auch in Neu Isenburg wird eine Stichwahl über das Bürgermeisteramt entschieden. Stefan Schmitt (CDU) und Dirk Gene Hagelstein (SPD) treffen am 10. Oktober aufeinander. Bei der Direktwahl am Sonntag konnte sich keiner der fünf Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit sichern. Der 1973 geborene Erste Stadtrat kam auf 39,1 Prozent, der 1967 geborene SPD-Kandidat auf 20,7 Prozent. Oliver Gröll von den Grünen (20,6 Prozent), der unabhängige Kandidat Thilo Seipel (13,5) und der ebenfalls unabhängige Kandidat Michael Louis Adam (6,2) schieden aus.

Bei der Bürgermeisterwahl in Bad Orb kommt es ebenfalls am 10. Oktober zu einer Stichwahl. Bei der Direktwahl am Sonntag konnte keiner der vier Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit für sich verbuchen. Auf den unabhängigen Amtsinhaber Roland Weiß kamen 24,8 Prozent der Stimmen. Herausforderer Tobias Weisbecker von der CDU erzielte 46,4 Prozent. Die beiden Kandidaten gehen in die Stichwahl. Nicht mehr antreten werden Ralf Meinerzag von den Grünen, der auf 16,8 Prozent kam, sowie der unabhängige Kandidat Nicolai Rhein (12 Prozent).

Oberbürgermeisterwahl in Gießen: Kein Kandidat erzielt nötige Mehrheit

Im Sechskampf um die Neubesetzung des Büdinger Bürgermeister-Postens hat es bei der Wahl am Sonntag keinen klaren Sieger gegeben. Die meisten Stimmen holten Benjamin Harris (CDU) mit 43,5 Prozent sowie Ulrich Majunke (unabhängig) mit 28,2 Prozent. Beide Kandidaten treten nun bei einer Stichwahl gegeneinander an. Die anderen vier Kandidaten schieden aus. Das sind: Rolf Kleta von der SPD (17,5 Prozent), Robin Nepomuk Mai von der FDP (5,4 Prozent), Daniel Lachmann von der NPD und der unabhängige Kandidat Stefan Zielenkiewitz.

Die Bürgermeisterin von Maintal, Monika Böttcher, ist mit hauchdünner Mehrheit in ihrem Amt bestätigt worden. Bei der Direktwahl am Sonntag erzielte die parteilose Politikerin 50,5 Prozent der Stimmen. Auf ihre Mitbewerber Götz Winter (CDU) und Martin Spichal (SPD) entfielen 28,5 und 21 Prozent. Böttcher ist seit Januar 2016 Bürgermeisterin der 42.000 Einwohner zählenden Stadt im Main-Kinzig-Kreis.

Stichwahlen in Gießen, Offenbach, Wettenberg, Neu Isenburg, Bad Orb und Büdingen

Auch der Bürgermeister von Karben, Guido Rahn, ist bei der Wahl am Sonntag mit 82,9 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt worden. Der 58 Jahre alte Christdemokrat war als einziger Kandidat ins Rennen um den Chefsessel in der Wetterau-Stadt gegangen. Für Rahn ist es die dritte Amtszeit. (Lesen Sie hier: Bundestagswahl 2021: Ergebnisse im Wahlkreis Main-Kinzig - Wetterau II - Schotten)

Ebenfalls in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt: Daniell Bastian in Seligenstadt im Landkreis Offenbach. Der 46 Jahre alte Amtsinhaber (parteilos) erhielt bei der Direktwahl am Sonntag 58,8 Prozent der Stimmen. Herausgefordert wurde er von dem Ersten Stadtrat Michael Gerheim (37) von der SPD.

Der Bürgermeister von Borken, Marcel Pritsch (FWG), ist mit hauchdünner Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden. Auf den 53-Jährigen entfielen am Sonntag bei der Direktwahl 50,3 Prozent. Herausforderin Yvonne Winter kam auf 31,9 Prozent. Die 45 Jahre alte Kriminalhauptkommissarin ist parteilos, wurde aber von der SPD unterstützt. Der ebenfalls parteilose Andreas Becker (45) erhielt 17,8 Prozent der Stimmen.

Video: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: SPD nimmt CDU die Wähler ab

Für den Bürgermeister von Grünberg, Frank Ide, gibt es hingegen keine vierte Amtszeit. Beim Urnengang am Sonntag parallel zur Bundestagswahl setzte sich CDU-Herausforderer und Verwaltungsfachwirt Marcel Schlosser mit einer knappen Mehrheit von 51,3 Prozent der Stimmen gegen den amtierenden Rathauschef (Freie Wähler Grünberg) durch.

Auf den Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst kommt eine weitere Aufgabe zu: Er wird neuer Landrat im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Bei der Direktwahl am Sonntag erzielte der 54-Jährige 51,1 Prozent der Stimmen. Damit löst er den amtierenden Landrat Reinhard Kubat ab. Der 63 Jährige von der SPD kam auf 48,9 Prozent. Jürgen van der Horst ist parteilos, war aber als gemeinsamer Kandidat von Freien Wählern, Grünen und FDP angetreten. (dpa)

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