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Massiver Lehrermangel in Hessen - Wie ist die Situation im Kreis Fulda?

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Von: Suria Reiche

Überall im Land Hessen fehlen Lehrkräfte – in Fulda scheint der Bedarf gedeckt.
Überall im Land fehlen Lehrkräfte – in Fulda scheint der Bedarf gedeckt. © Marijan Murat/dpa

Lehrkräfte fehlen an vielen Schulen im gesamten Bundesgebiet, Unterricht fällt aus, Angebote für Schüler werden eingeschränkt – doch wie sieht die Situation in Fulda aus?

Kreis Fulda - Akuten Lehrermangel gibt es wohl in vielen Teilen des Bundesgebiets. Schuld daran sind zum einen die Corona-Infektionszahlen, die auch dafür sorgen, dass viele Lehrer zumindest vorübergehend ausfallen. Zum anderen haben jedoch vor allem Grund- und Förderschulen bereits seit Jahren mit massivem Lehrermangel zu kämpfen.

„Grundsätzlich ist der Lehrkräftebedarf in den Grund- und Förderschulen schon seit einigen Jahren am höchsten. Darüber hinaus suchen wir die meisten Lehrkräfte in den Naturwissenschaften“, sagt der stellvertretende Pressesprecher des Kultusministeriums von Hessen, Philipp Bender. (Mit dem Corona-Ticker für Hessen bleiben Sie auf dem Laufenden)

Hessen: Lehrkräfte fehlen, Unterricht fällt aus - auch im Kreis Fulda?

Eine Nachfrage unserer Zeitung beim Staatlichen Schulamt Fulda hat jedoch ergeben, dass es in dessen Schulamtsbezirk keinen solchen Mangel an Lehrkräften gibt, wie es in anderen Teilen Deutschlands der Fall ist. Auch Bender vom Kultusministeriums sagt, dass der Bedarf regional höchst unterschiedlich ist. „Am meisten Bedarf besteht im Rhein-Main-Gebiet.“

Einige Kilometer außerhalb des Landkreises Fulda sieht die Situation also ganz anders aus als in der Barockstadt. Hier in Fulda seien auch alle Schulleiterstellen besetzt oder ausgeschrieben, so Marion VanCuylenburg, Leiterin des Fuldaer Schulamts.

Als Grund dafür nennt sie die Attraktivität der Barockstadt: „Fulda mit seinen attraktiven Angeboten und der sehr guten, durch die Schulträger gewährleisteten Ausstattung ist ein attraktiver Arbeitsplatz für Lehrkräfte, was wir auch immer wieder an einer hohen Zahl von Einversetzungsanträgen aus allen Schulformen in unseren Schulamtsbezirk sehen.“ Teilweise gebe es eine mehr als hundertprozentige Auslastung der Lehrstellen in der Grundunterrichtsversorgung. (Lesen Sie hier: Stadt Fulda investiert 2,2 Millionen Euro in digitale Infrastruktur in städtischen Schulen)

Video: Schulen in Bayern: Zu wenig ausgebildete Lehrkräfte?

Das sieht auch VanCuylenburgs Stellvertreter, Harald Persch, so. Er selbst ist einst für sein Referendariat von Hamburg nach Fulda gekommen, weil Fulda für ihn äußerst attraktiv gewesen sei. So beobachte er das auch bei vielen jungen Kollegen: „Nach dem Referendariat bleiben sie oft an der Fuldaer Schule.“ Vermutlich auch ein Grund dafür, dass es im Landkreis keinen eklatanten Lehrermangel gibt. „Ich sehe aber auch nicht, dass wir auf einen solchen Mangel zusteuern“, so Persch. Auch Pensionierungen von Lehrkräften seien bisher gut zu verkraften.

Aber VanCuylenburg muss eingestehen, dass es im Tagesgeschäft immer wieder dazu kommt, dass Lehrkräfte ausfallen. „Wegen Corona, aber auch wegen Schwangerschaften oder normalen jahreszeitlich bedingten Dingen, wie Grippe.“ Im Schulamt Fulda sei man jedoch derzeit in der Lage, diese Ausfälle durch Vertretungskräfte und zwischenschulische Kooperationen auszugleichen. Erst kürzlich hatten wir berichtet, dass Christian Pießnack, eigentlich Schulleiter der Lichtbergschule Eiterfeld, Markus Bentes Aufgaben als kommissarischer Schulleiter der Rabanus-Maurus-Schule übernimmt, bis ein Nachfolger feststeht.

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