Die Empfehlung der Stiko, Kinder ab 12 Jahren gegen Corona zu impfen, findet bei Hessens Kultusminister Alexander Lorz Anklang.
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Die Empfehlung der Stiko, Kinder ab 12 Jahren gegen Corona zu impfen, findet bei Hessens Kultusminister Alexander Lorz Anklang.

Lob und Kritik

Corona in Hessen: Kultusminister Lorz begrüßt Stiko-Entscheidung zu Kinder-Impfungen

Nach Wochen hitziger Debatten hat sich die Ständige Impfkommission (Stiko) für Corona-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ausgesprochen. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) begrüßt diese Entscheidung.

Wiesbaden - Der hessische Kultusminister sagte am Montag in Wiesbaden (Hessen) : „Diese Entscheidung ist ein weiterer wichtiger Baustein unserer vielfältigen Maßnahmen für einen sicheren Schulbetrieb und den angestrebten Präsenzunterricht nach den Sommerferien.“ Die Stiko habe mitgeteilt, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.“

Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Ländern und Fachkreisen noch möglich. Das unabhängige Gremium empfahl Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren bisher nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Impfungen sind laut Stiko aber schon jetzt mit ärztlicher Aufklärung und als individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern möglich.

Hessen: Impfungen für Kinder ab 12 - Kultusminister begrüßt Stiko-Empfehlung

Die Stiko teilte am Montag mit, man sei nach sorgfältiger Bewertung neuer Daten zu der Einschätzung gekommen, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen.“ (Lesen Sie hier: Alle Entwicklungen zum Coronavirus in Hessen im News-Ticker)

Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte die Stiko am Montag. Sie verwies auf nahezu zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im US-Impfprogramm. Die lange Zurückhaltung hatte Stiko-Chef Thomas Mertens zuletzt mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden begründet. Im Fokus standen vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Am Montag sprach die Stiko von meist unkomplizierten Verläufen. Virologe Hendrik Streeck hatte im Gespräch mit unserer Zeitung zur Vorsicht bei Impfungen von Kindern und Jugendlichen geraten.

Video: Stiko empfiehlt Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige

Neben Alexander Lorz hießen viele Politiker die neue Empfehlung der Stiko für gut. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte: „Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden.“ Ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen sei da. „Wenn gewünscht, kann eine Impfung diese Woche noch stattfinden.“ Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte gegenüber der „Rheinischen Post“, die Stiko habe sehr lange mit ihrer Entscheidung gewartet. „Damit hat sie es für viele Kinder über 12 Jahre schwer gemacht, eine Impfung zu erhalten. Umso mehr begrüße ich den Schritt jetzt.“ Auch Vertreter der FDP und der Grünen begrüßten die Stiko-Entscheidung.

Allerdings erntete das Gremium auch ein wenig Kritik. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte der dpa: „Auch wer sich nicht impfen lassen kann oder will, hat ein Anrecht auf Zugang zum Unterricht.“ Auch Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) freute sich darüber, dass es nun „noch mehr Sicherheit bei der Entscheidung für die Impfung“ gebe. Sie betonte jedoch: „Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden“. (dpa/akh)

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