Große Trauer herrschte nach dem Anschlag in Hanau im Februar.
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Große Trauer herrschte nach dem Anschlag in Hanau im Februar.

Wissenschaftler, Politiker und Mediziner

Bätzing, Ciesek und Co. - Das sind die Menschen des Jahres 2020 in Hessen

Das von der Corona-Krise geprägte Jahr geht zu Ende. Für viele Menschen war 2020 außergewöhnlich. Einige sind dabei besonders ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt: Die Menschen des Jahres 2020 in Hessen.

Irmgard Braun-Lübcke, Witwe

Im Juni 2019 wurde der damalige Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet. Rund ein Jahr später startete der Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Zusammen mit ihren Söhnen ist Irmgard Braun-Lübcke Nebenklägerin. Um die ganze Wahrheit über die letzten Minuten im Leben ihres Mannes zu erfahren, fand sie die Stärke den mutmaßlichen Mörder zu konfrontieren. Nur so können Braun-Lübcke und die übrigen Angehörigen die Tat möglicherweise verarbeiten. Ein Urteil wird im kommenden Jahr erwartet.

Irmgard Braun-Lübcke, Witwe von Walter Lübcke, spricht beim Festakt zur Umbenennung der Wilhelm-Filchner-Schule in Walter-Lübcke-Schule.

Georg Bätzing, Bischof

Der Limburger Bischof ist seit Anfang März Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Bereits 2016, als der 59-Jährige das Bischofsamt von seinem Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst - bekannt als „Protz-Bischof“ - annahm, stellte er sich der schwierigen Aufgabe, die tiefen Gräben in der Diözese zuzuschütten. Auch sein Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz ist kein leichtes Amt. Die katholische Kirche steht angesichts von Mitgliederschwund und Missbrauchsskandalen der Vergangenheit vor großen Herausforderungen.

Corona, Anschlag in Hanau und Lübcke-Prozess: Menschen des Jahres in Hessen

Sandra Ciesek, Medizinerin

2020 ist das Corona-Jahr. Noch nie waren Virologen so gefragt wie nie. Auch Sandra Ciesek aus Frankfurt zählt dazu. Die 42-Jährige ist seit Herbst im Wechsel mit Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast „Coronavirus-Upadte“ zu hören. Dort beantworten die beiden Fragen und geben wissenschaftliche Einschätzungen zu Corona-Pandemie.

Sandra Ciesek ist Virologin.

Ajla Kurtovic und Kemal Kocak, Hanauer

Es war der 19. Februar 2020: In Hanau werden zehn Menschen erschossen. Der Täter gab mehrere Schüsse auf der Straße, in einem Kiosk sowie vor und in Shishabars der Hanauer Innenstadt und im Hanauer Stadtteil Kesselstadt ab. Am Ende tötet er sich selbst. Ajla Kurtovic und Kemal Kocak stehen stellvertretend für alle Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer. Beide sprachen bei einer Trauerfeier Anfang März zwei Wochen nach dem Anschlag. Ajla Kurtovic verlor ihren Bruder. Kemal Kocaks Sohn gehört der Kiosk, in dem einige Menschen starben.

Anschlag in Hanau: Claus Kaminsky fordert Aufklärung der Geschehnisse

Claus Kaminsky, Oberbürgermeister Hanau

Claus Kaminsky (SPD) war nach dem Anschlag von Hanau gefordert wie nie. Er sprach von den „den bittersten und traurigsten Stunden, die diese Stadt in Friedenszeit jemals erlebt hat“ und setzt sich seit Monaten dafür ein, dass die Tat nicht in Vergessenheit gerät. Er fordert eine Aufklärung der Geschehnisse. Denn einige Fragen sind auch rund zehn Monate nach der Tat noch immer offen.

Der Oberbürgermeister der Stadt Hanau Claus Kaminsky.

Zur „Journalistin des Jahres 2020“ gekürt: Mai Thi Nguyen-Kim

Mai Thi Nguyen-Kim, Wissenschaftlerin

Die 33-Jährige ist auf Youtube und im Fernsehen aktiv. Dort erklärt sie wissenschaftliche Zusammenhänge - sachlich und in verständlicher Form. In diesem Jahr beschäftigte sie sich auch mit Corona, unter anderem in ihrem „Tagesthemen“-Kommentar im April. Die promovierte Chemikerin wurde bereits vielfach ausgezeichnet und erhielt in diesem Jahr eine Goldene Kamera und den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Die Autorin („Komisch, alles chemisch!“) wurden zudem von der Branchenzeitschrift „Medium Magazin“ zur „Journalistin des Jahres 2020“ gekürt. (dpa/hoß)

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