Foto: T. Henkel/Hessen-Forst

Hessen-Forst lässt vier Buchen an der Mottener Haube vom THW sprengen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Kalbach - An der Mottener Haube sind jetzt vier Bäume gesprengt worden. Der Grund: Aufgrund von Trockenheit starben zahlreiche Buchen ab, die dadurch zu einem Sicherheitsrisiko für Wanderer geworden sind.

Zu einer solchen Maßnahme musste das Forstamt Fulda noch nie greifen, jetzt war es aber so weit: Statt die verbliebenen abgestorbenen Buchen an der Mottener Haube mit dem Harvester oder der Motorsäge zu fällen, wurden einige der Bäume gesprengt. Das Technische Hilfswerk führte die Maßnahme Ende Oktober aus.

Aufgrund der steten Trockenheit im vergangenen und in diesem Jahr sind zahlreiche Buchen – aber auch andere Baumarten – abgestorben. Besonders gefährlich seien plötzlich herabfallende Äste oder Kronenteile, die Waldbesucher rund um den Aussichtsturm an der Mottener Haube stark gefährdet hätten, erklärt das Forstamt Fulda in einer Pressemitteilung.

Bereich im Radius von 200 Metern abgesperrt

Um die Verkehrswege zu sichern, habe sich Hessen-Forst, das die Sicherheit gewährleisten müsse, für eine Sprengung entschieden. „Eine Fällung mit der Motorsäge kommt wegen der extremen Gefährdung unserer Forstwirte durch direkten Kontakt mit den absterbenden Bäumen nicht infrage. Auch ein Harvestermaschineneinsatz ist aufgrund des Fehlens von Forstwegen und des steilen Geländes nur bedingt möglich“, erklärte Forstamtsleiter David Nöllenheidt.

Deshalb wurden insgesamt vier absterbende Bäume durch die Fachgruppe Sprengen des Technischen Hilfswerks (THW) gesprengt. Dafür wurde der Bereich an diesem Tag in Absprache mit den Gemeinden Kalbach und Motten, Hessen-Forst und den Bayerischen Staatsforsten in einem Radius von 200 Metern abgesperrt. Weil die Mottener Haube bis zum Aussichtsturm nur über einen Wanderweg zu erreichen ist, wurden die für die Maßnahme benötigten Geräte mit einem geländegängigen Unimog des THW bis nach oben transportiert.

Keine Personen im Gefahrenbereich

Anschließend wurde jeder Baum vorsichtig angebohrt, um die Beschaffenheit des Stamms zu begutachten. Da alle Bäume nur trocken und in Höhe der Sprengebene weder faul noch mit einem Pilz durchsetzt waren, konnte dieses Verfahren angewandt werden, heißt es in der Mitteilung.

„Der Vorteil beim Sprengen von Bäumen liegt darin, dass sich zum Zeitpunkt der Zündung – wenn der Baum sich in Bewegung setzt – keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten und somit niemand durch herabstürzende Äste oder Totholz gefährdet wird“, sagte Ortrud Blatt vom THW Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland.

Wanderweg wieder uneingeschränkt nutzbar

„Durch die Sprengung erhalten die Bäume an den Bruchkanten ein fransiges Aussehen, was mit der enormen Kraft zusammenhängt, die diese auslöste. Die Öffnungen im Holz bieten direkt Lebensräume für Tier- und Pilzarten“, ergänzte Blatt.

Die Stämme verblieben anschließend auf der Fläche. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Kernfläche, bei der der Mensch lediglich zur Verkehrssicherung eingreifen darf.

Ansonsten werden diese Flächen sich selbst überlassen und können sich natürlich entwickeln. Das THW und Hessen-Forst sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Der Wanderweg bis zum Aussichtspunkt der Mottener Haube nun wieder uneingeschränkt genutzt werden. / dan

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