Die ersten Erdbeeren aus Hessen der Saison 2021 sind da.
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Die ersten Erdbeeren aus Hessen der Saison 2021 sind da.

Wetter verzögert Ernte

Früchte aus der Region: Wann die ersten Erdbeeren aus Hessen da sind

  • Anke Zimmer
    vonAnke Zimmer
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  • Anja Hildmann
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Der Frühling lässt zwar auf sich warten, aber nicht das beliebteste Obst dieser Jahreszeit: die Erdbeere. Die ersten roten Nüsschen (jawohl: Nüsschen) aus Hessen sind jetzt da.

Region - Sommer ohne Erdbeeren ist wie Fulda ohne Dom. Umso größer ist die Vorfreude auf die erste regionale Ernte in diesem Jahr. Doch das Wetter meint es nicht gut mit der hiesigen Landwirtschaft. Mal kalt, mal mild, mal stürmisch – der Mai hat sich bisher die wechselhafte Natur des Aprils zu eigen gemacht. Und das wirkt sich auf die Erdbeeren aus.

Peter Kömpel junior vom gleichnamigen Landhof in Großenlüder rechnet erst etwa Mitte Juni mit dem Start der Erntesaison – viel später als letztes Jahr. Zu kalt sei es bisher gewesen, und die Eisheiligen stehen sogar noch aus. „Mal sehen, ob die Blüten nochmal einfrieren oder nicht“, sagt der Juniorchef. Er hofft auf ein paar warme Tage zwischendrin. Eine Auswirkung auf den Preis werde der verspätete Beginn nicht haben, womöglich aber der steigende Mindestlohn, räumt Kömpel ein. Er setze derzeit auf Erntehelfer aus der Region. Dass die Grenzen durch die Corona-Pandemie zu sind, bereite ihm deshalb keine Sorgen. Er stehe der Erdbeersaison mit voller Mannschaft gegenüber.

Hessen: Wann die ersten Erdbeeren aus der Region da sind

Und die wird er brauchen, denn die Nachfrage nach regionalen Produkten werde immer größer, erklärt er. „Das konnten wir zuletzt bei unseren Kartoffeln feststellen“, bemerkt der Landwirt. So habe der Wechsel von zugekauften Kartoffeln zu eigener Ernte die Verkaufszahlen verdreifacht. Deshalb plant er auch, das Erdbeerfeld im nächsten Jahr zu vergrößern.

Bei Bauer Würfl wurde das diesjährige Erdbeer-Geschäft bereits gestartet, denn er hat am 6. Mai die ersten eigenen Erdbeeren verkauft. In den nächsten Wochen solle es immer mehr und mehr Früchte geben, sofern denn das Wetter mitspielt. Anfang Juni könnten die Felder voraussichtlich für Selbstpflücker geöffnet werden. Bis dahin wird der Landwirt aus Gründau-Lieblos (Main-Kinzig-Kreis) auf den Feldern auch von ausländischen Hilfskräften unterstützt, die trotz Pandemie zur Erdbeerernte kommen konnten.

Katrin Hetebrügge, Gartenbauberaterin beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) mit Schwerpunkt Beerenobst, hebt in einer Pressemitteilung hervor, dass die Erdbeere eine der beliebtesten Obstsorten in Deutschland sei. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt laut LLH bei 3,5 Kilogramm. In den Supermärkten sind die roten Leckerbissen zwar das ganze Jahr über zu bekommen. Doch laut Hetebrügge zeige sich, dass die Konsumenten zunehmend Obst aus heimischen Produktionen bevorzugen. In Hessen gibt es rund 150 Betriebe, 1147 Hektar Fläche sind für Erdbeeren „reserviert“. Bundesweit sind es übrigens 14.480 Hektar.

Video: Fünf Fakten über die Erdbeere

Dass Erdbeeren so beliebt sind, hat natürlich nicht nur mit ihrem Geschmack zu tun und mit der Tatsache, dass es sie nur wenige Wochen „vor Ort“ gibt. Wie das Bundeszentrum für Ernährung erklärt, sind sie auch sehr gesund: „Erdbeeren enthalten pro 100 g mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Eine kleine Schale mit 150 g Erdbeeren deckt bereits den Tagesbedarf eines Erwachsenen. Bei den Vitaminen sind weiterhin Folsäure, Vitamin B1 und Vitamin K erwähnenswert. Bei den Mineralstoffen treten vor allem Zink, Kupfer und Mangan hervor. Mit etwa 32 kcal pro 100 g sind Erdbeeren sehr energiearm“, heißt es auf deren Homepage. Trotz des Namens handelt es sich bei Erdbeeren nicht um echte Beeren, sondern um Sammelnussfrüchte.

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