Bürgermeister Markus Röder (rechts) und Polier Manuel Fröhlich stehen vor dem Becken in Bieberstein, das gerade saniert wird.
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Hofbiebers Bürgermeister Markus Röder (rechts) und Polier Manuel Fröhlich stehen vor dem Becken in Bieberstein, das gerade saniert wird.

Späte Öffnung geplant

Kein Stein auf dem anderen: Freibad Bieberstein wird für 1,6 Millionen Euro grundlegend erneuert

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Freibäder werden nicht alle Tage saniert. Doch in Langenbieber wird das Bad Bieberstein nun für gut 1,6 Millionen Euro von Grund auf erneuert. Es bleibt so gut wie kein Stein auf dem anderen.

Langenbieber - Die Anlage, die wunderschön unterhalb von Schloss Bieberstein und direkt neben dem Milseburg-Radweg liegt, ist 64 Jahre alt und in die Jahre gekommen. Die Steuerungs- und Systemtechnik sowie die Heizung waren ebenso wenig zeitgemäß wie das Becken. Dank des SWIM-Programmes des Landes Hessen und einer Förderung des Landkreises Fulda – zusammen rund 900.000 Euro – geht die Gemeinde Hofbieber das Projekt an.

Im vergangenen Jahr wurde mit den Arbeiten begonnen, deshalb blieb das Bad im vergangenen Sommer geschlossen. Es lasse sich derzeit nicht vorhersehen, wann die Einrichtung geöffnet werden könne. „Ich bin noch guter Hoffnung, dass es eine Freibadsaison geben wird, die allerdings sehr, sehr verkürzt sein wird“, sagt Bürgermeister Markus Röder (parteilos). Der strenge und lange Winter sowie die Corona-Pandemie und immer wieder Funde von alten Leitungen im Erdreich hätten dazu geführt, dass die Arbeiten im Zeitplan etwa sechs Wochen hinterherhinken, begründet er den Verzug. Auch das Rosenbad in Fulda öffnet seine Tore wegen Corona nicht wie üblich zum 1. Mai.

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In Langenbieber sind derzeit die Firmen dabei, das Becken so herzurichten, dass in Kürze mit dem Betonieren des Bodens begonnen werden kann. Zuvor sind schon die Beckenumrandung erneuert und 72 Einströmdüsen eingesetzt worden, erklärt Polier Manuel Fröhlich. Dazu mussten etliche Meter Leitungen unterirdisch verlegt werden. Die Düsen sorgen für die Zufuhr von Frischwasser. Nachdem der Beton gehärtet ist, wird eine Kunststofffolie aufgebracht, damit das Becken dicht bleibt. Dies soll vermutlich Anfang Juni der Fall sein.

Neu gemacht wird auch die Überlaufrinne. Wasser und Beckenrand haben dann eine Höhe. Die Sprungtürme, die derzeit auf der Wiese stehen, werden wieder aufgebaut. Startblöcke wird es künftig nicht geben, erklärt Bürgermeister Röder.

Erneuert wird auch die gesamte Technik. Zwei jeweils 20 Tonnen schwere Schwallwasser- und ein Quellwasserbehälter sind schon von einem Spezialkran ins Erdreich eingebaut worden. Diese Ausgleichbassins sorgen dafür, dass bei viel Betrieb im Bad das Wasser im Becken relativ ruhig bleibt. Demnächst werden noch die Chlorgranulat-, die Wasseraufbereitungstechnik sowie die Heizanlage eingebaut. Die Technik, bislang unter der Tribüne untergebracht, braucht mehr Platz. Deshalb wird zusätzlich ein Gebäude errichtet.

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Der Zugang zum Becken soll barrierefrei gestaltet werden. Im Zuge dieser Arbeiten wird das Volleyballfeld an einem neuen Standort neu aufgebaut. Ganz zum Schluss wird der Bereich zwischen Becken und Liegewiese angehoben, eingeebnet und neu gestaltet. Die Umkleideräume sowie der Kiosk bleiben in diesem Jahr unangetastet. (Lesen Sie hier: Öffnen Freibäder im Kinzigtal bald? Trotz Corona laufen in den meisten Gemeinden die Vorbereitungen)

Ziemlich weit fortgeschritten sind die Arbeiten am Planschbecken, das im oberen Bereich des Freibades entstanden ist. Auf etwa 30 Quadratmetern können sich die Kleinen dort tummeln. Es gibt für sie sogar eine Rutsche. Damit sie vor zu viel Sonne geschützt werden, kommt über das Kinderbecken ein Sonnensegel. Fürs Planschbecken gibt es eine eigene Technik.

„Es ist eine spannende Baustelle“, sagt der Bürgermeister. „Wir wollen das Projekt so schnell wie möglich abschließen.“ Die Firmen würden gut und schnell arbeiten, lobt er. Ziel bleibt es, dass wenigstens eine verkürzte Freibad-Saison in Langenbieber stattfinden kann.

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