Großes Thema in der Stadt Fulda bleibt die Zukunft des ehemaligen Galeria-Gebäudes.
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Großes Thema in der Stadt Fulda bleibt die Zukunft des ehemaligen Galeria-Gebäudes.

Förderprogramm

Hessen unterstützt Fulda bei Innenstadt-Projekten - Das sind die Pläne

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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27 Millionen Euro schüttet die Hessische Landesregierung über das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ an 110 Kommunen aus, um Innenstädte und Ortskerne attraktiver zu machen. Nach Fulda fließen 250.000 Euro.

Fulda - Als das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ publik gemacht wurde, da lief in Fulda gerade eine digitale Ideensammlung zur Attraktivierung der City. Schon im Mai hatte sich Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsführung des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH), das die „Zukunftswerkstatt Fulda“ fachlich begleitete, optimistisch geäußert: Für die Ideen daraus biete das Landesprogramm wunderbare Chancen für die Umsetzung, „weil es sich genau in diesem Rahmen bewegt, in dem wir mit der Zukunftswerkstatt unterwegs sind“.

Auch jetzt spricht die Transformationsexpertin noch von einer „exzellenten Ausgangslage für ein solches Förderprogramm. Nach welchen Kriterien die Ausschüttung erfolgt, wusste ich zwar nicht, aber das Ergebnis untermauert die Bedeutung unserer vorangegangenen Arbeit“, resümiert Stüber.

Hessen unterstützt Fulda bei Innenstadt-Projekten - Das sind die Pläne

Bei der Umsetzung habe das Ministerium keine Priorisierung vorgegeben, sondern setze auf die Gestaltungskraft der Kommunen, erklärt der Pressesprecher der Stadt Fulda, Johannes Heller. In der Bewerbung habe Fulda eine Machbarkeitsstudie beziehungsweise ein wettbewerbliches Verfahren für die künftige Neugestaltung und städtebaulichen Einbindung des Kaufhof-Areals ins Feld geführt.

Zeil sei die Umnutzung des leerstehenden Gebäudekomplexes zu einer gemischt genutzten Immobilie als Treffpunkt und als Ort der Kommunikation. „Eine wichtige Voraussetzung ist hier jedoch, dass der geplante Erwerb des Areals durch die Stadt auch tatsächlich gelingt“, erklärt Heller und konkretisiert auf Nachfrage: „Die Verkaufsverhandlungen laufen noch, biegen aber allmählich auf die Zielgeraden ein.“

Ein weiterer Punkt in der Bewerbung sei die Installation eines konstanten Flächenmanagements gewesen, das auch Flächen für Startups/Newcomer oder Zwischennutzungen auf gegebenenfalls subventionierten Flächen ausweise. „Hier ging es zum Beispiel um die Anmietung von leerstehenden Immobilien für die Nutzung von temporären Geschäften – sogenannten Pop-Up Stores –, Werkstätten oder Kreativräumen für regionalen Handwerker, Manufakturen, Gründer, Vereine und ähnliches“, erläutert der städtische Pressesprecher.

Zukunftswerkstatt Innenstadt: Bürger bringen mehr als 270 Ideen ein

In der „Zukunftswerkstatt Innenstadt“ waren weit mehr als 270 Ideen und Vorschläge aus der Bürgerschaft gesammelt und diskutiert worden. Hieraus entwickelte sich unter anderem der Plan für eine Erweiterung des Angebots an Märkten wie Wochenmarkt und Regionalmarkt mit kulturellen und gastronomischen Elementen sowie für die Schaffung einer neuen Infrastruktur – womöglich mit Überdachungen – für Marktstände mit regionalen Produkten. Inzwischen sei eine Beauftragung für eine externe Beratung durch eine Agentur erfolgt, berichtet Heller.

Als weitere Ideen aus der Zukunftswerkstatt waren unter anderem auch die Bühnen für die Innenstadt hervorgegangen. Diese hätten mit dem Konzept „Kultur.findet.Stadt.“ im überdachten Museumshof, mit der Bühne im Schlosshof bei Genussfestival und Spätlesefest, mit der „Rollenden Bühne“ des Cabriobusses sowie der offenen Bühne der Schlossgartenterrasse mit zahlreichen Konzerten örtlicher Musikvereine eine weitreichende Umsetzung erfahren. Das Projekt einer gastronomisch genutzten „Dachterrasse“ müsse allerdings mit einer mittelfristigen Perspektive versehen werden, da zunächst geeignete Lokalitäten und mögliche Betreiber gefunden werden müssten, so Heller.

Weitere Ideen aus der Zukunftswerkstatt sind auch in die Bewerbung um ein weiteres Förderprogramm des Bundes eingeflossen, über das der Geldgeber jedoch bislang noch nicht entscheiden hat. Dabei handelt es sich um das Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Innenministeriums, dass damit innovative Konzepte „zur Stärkung der Resilienz und Krisenbewältigung in Städten und Gemeinden stärken“ will. Den Fokus legt Fulda bei seiner Bewerbung auf die Digitalisierung, die Aufenthaltsqualität, die Kundenfrequenz in weniger stark frequentierten Quartieren sowie in kleine, aktivierende Maßnahmen.

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