Die Montagssänger musizierten Ende Oktober schon unter der von dem Gerüst befreiten Kreuzigungsgruppe auf der Milseburg.
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Die Montagssänger musizierten Ende Oktober schon unter der von dem Gerüst befreiten Kreuzigungsgruppe auf der Milseburg.

Schwierige Sanierung

Kreuzigungsgruppe auf dem Gipfel der Milseburg wieder für Wanderer zugänglich

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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Die Sanierungsarbeiten an der Kreuzigungsgruppe auf dem Gipfel der Milseburg in der Rhön bei Hofbieber (Landkreis Fulda) sind abgeschlossen. Das Gerüst ist abgebaut und die Figuren für die Besucher wieder zugänglich.

Hofbieber - Markus Röder, parteiloser Bürgermeister von Hofbieber (Landkreis Fulda), freut sich, dass die Arbeiten rechtzeitig vor dem Wintereinbruch, wie es geplant war, abgeschlossen werden konnten. 2022 ist jetzt die Restaurierung der Sockelplatten des Kreuzes geplant. Wenn die Spezialfirmen schon am Berg sind, sollen sie auch noch die Assistenzfiguren der Kreuzigungsgruppe überarbeiten.

Dies berichtete er den Mitgliedern der Gemeindevertretung in der jüngsten Sitzung. Ende April haben Wanderer die Gemeinde, die Eigentümer der Milseburg ist, darauf aufmerksam gemacht, dass der Querbalken nicht mehr fest mit dem senkrechten steinernen Kreuzteil verbunden sei, und dass die Konstruktion wackele.

Fulda: Kreuzigungsgruppe auf Rhön-Gipfel der Milseburg wieder für Wanderer zugänglich

Bei genauem Hinsehen könne man herausgebrochene Teile am Querbalken erkennen. Da die Kreuzigungsgruppe die Attraktion der Milseburg und Anziehungspunkt für viele Wanderer ist, wurde eine Absperrung rund um die religiöse Darstellung aufgebaut. Damit sollte sichergestellt werden, dass niemand verletzt wird, zudem sei die Gemeinde ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen. 

Bei einem Termin vor Ort mit der Gemeinde, dem Generalvikariat, einem Restaurator und der Denkmalbehörde seien die Schäden bestätigt worden. Ein Restaurator aus Burkhardroth war mit der Sanierung beauftragt worden und hat die Arbeiten kürzlich abgeschlossen.

Mit der Befestigung des losen Querbalkens auf dem senkrechten Kreuzbalken geht vorerst keine Gefährdung mehr von der Kreuzigungsgruppe aus. Es sei eine schwierige Aufgabe gewesen. Denn die Werkzeuge und Materialien mussten die letzten Meter bis zum Gipfel getragen werden.

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Die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel hatte die Sanierung erlaubt. Denn die mehr als 250 Jahre alte Konstruktion steht in einem absolut geschützten und sensiblen Naturschutzgebiet in der Kernzone des Biosphärenreservates und dazu noch auf dem Gipfel in 835 Meter Höhe. 

Hintergrund: Geschichte der Kreuzigungsgruppe auf dem Milseburg-Gipfel

Die barocke Kreuzigungsgruppe ist etwa 250 Jahre alt, dies lässt zumindest die Inschrift 1756 am Sockel des Kreuzes vermuten. Man nimmt an, dass die zwei Steinfiguren, die das Kreuz umrahmen, etwas jünger als das Kreuz mit dem steinernen Korpus Jesu Christi sind. Die zwei Steinfiguren stellen die Mutter Maria und den Apostel Johannes dar. Der ursprüngliche Anlass der Errichtung und wer Stifter des Denkmals war, ist nicht bekannt, heißt es im Rhönlexikon. 

Da die Gemeinde Hofbieber die Kosten der Sanierung nicht allein tragen will, sei ein Antrag auf Bezuschussung beim Landkreis Fulda und auch beim Bistum Fulda gestellt worden, berichtete Röder. 

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