Im IT-Bereich werden gute Gehälter gezahlt. Doch welche Berufe und Branchen schneiden am besten ab? Eine Studie klärt auf.
+
In Frankfurt wird besonders gut gezahlt. Die Region Osthessen liegt im Mittelfeld

Hessenzahlen im Vergleich

Große Gehalts-Übersicht: Im Main-Kinzig-Kreis wird mehr gezahlt als im Kreis Fulda

  • Daniel Krenzer
    vonDaniel Krenzer
    schließen

Der „Durchschnittshesse“ verdient im bundesweiten Vergleich gut, 40.300 Euro waren es 2018 im Schnitt. Allerdings sind die Unterschiede innerhalb des Bundeslands enorm.

Fulda - Während laut Statistischem Landesamt jemand, der in Frankfurt beschäftigt ist, auf ein durchschnittliches Jahresbrutto von 49.031 Euro kam, waren es im Werra-Meißner-Kreis lediglich 31.173 Euro – das sind satte 36 Prozent weniger. Allerdings sind in Frankfurt die Lebenserhaltungskosten höher, was diesen Unterschied wieder ein Stück weit relativiert.

Mit Blick auf die Region wurde im Main-Kinzig-Kreis das höchste Durchschnittsgehalt gezahlt (35.867 Euro). Ebenfalls im hessischen Mittelfeld befindet sich knapp dahinter Fulda mit 35.558 Euro. Der Vogelsberg hingegen liegt mit 31.851 Euro lediglich auf dem drittletzten Rang im Land.

Beim Jahresbrutto gibt es in Hessen große Unterschiede

Beim Blick auf die Hessenkarte wird deutlich, dass sich die hohen Durchschnittsgehälter im Rhein-Main-Gebiet ballen. Weiter nach vorne schaffen es außerhalb lediglich Kassel, Hersfeld-Rotenburg sowie der Lahn-Dill-Kreis. Zumindest im Mittelfeld landen vor allem die Kreise entlang der großen Verkehrsachsen, wovon der Main-Kinzig-Kreis wie Fulda ebenfalls profitieren. In den peripherer gelegene, strukturschwächeren Kreisen wie der Vogelsberkreis, der Odenwaldkreis und der Werra-Meißner-Kreis werden hingegen die geringsten Durchschnittsgehälter gezahlt.

Entwicklungen

Anhand des Anstiegs der insgesamt ausgezahlten Bruttolöhne nach Kreis von 2012 bis 2018 (siehe links) lässt sich neben den generell gestiegenen Durchschnittslöhnen auch die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen Kreise ableiten.

Offenkundig stiegen die ausgeschütteten Gehälter im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis stärker an als in der Stadt Frankfurt. Hintergrund dürfte sein, dass zunehmend Firmen sich entweder neu im Taunus ansiedeln, weil sie in Frankfurt direkt keinen adäquaten Standort mehr finden. Es gibt aber auch einige Beispiele für Unternehmen, die ihren Firmensitz von Frankfurt in einen der Taunuskreise verlegt haben.

Überdurchschnittlich stark gestiegen sind die Gesamtlöhne auch im Main-Kinzig-Kreis und im Landkreis Fulda. Durch die A 66 und den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung entlang dieser Verkehrsachse könnte sich dieser Trend weiter fortsetzen. Auch im Vogelsbergkreis sind die insgesamt gezahlten Gehälter in sechs Jahren um ein Fünftel gestiegen. / dk

Wer im Wirtschaftsbereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleistungen; Grundstücks- und Wohnungswesen“ arbeitet, erzielte die höchsten Pro-Kopf-Werte. Hier dominierte der Hochtaunuskreis mit 62.700 Euro. Es folgten im Wirtschaftsbereich „Verarbeitendes Gewerbe“ der Landkreis Groß-Gerau mit 61.100 Euro und der Landkreis Kassel mit 60.100 Euro. In Fulda sind es hier 52.430 Euro.

Im Video: In diesen zehn Städten in Deutschland verdient man am besten

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Durchschnittsgehälter hessenweit um 3,3 Prozent gestiegen, also um fast 1300 Euro pro Arbeitnehmer. Den größten Sprung gab es im Hochtaunuskreis, dort hat jeder Beschäftigte 2018 im Schnitt 1850 Euro mehr verdient als im Vorjahr (plus 4,3 Prozent). Am geringsten fiel der Zuwachs im Odenwaldkreis aus (plus 1,8 Prozent, 569 Euro).

Lesen Sie hier: Osthessen leben länger: Neue Studie zur Lebenserwartung in der Region

Das könnte Sie auch interessieren