Fahrradparkhaus in Ingelheim
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Radstellplätze in den Rhön-Gemeinden werden durch das Projekt großzügig gefördert. (Symbolfoto)

Bund fördert zu 100 Prozent

„Klimaschutz durch Radverkehr“: Dank Pilotprojekt könnten bald 4 Millionen Euro ins Ulstertal fließen

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Rund 1,6 Millionen Euro können im Zuge des Projektes „Klimaschutz durch Radverkehr“ in die Verbesserung der Rad-Infrastruktur ins Ulstertal fließen. Dazu kommen noch rund 2,5 Millionen Euro für den Bau des Radweges vom Ulstertal ins Feldatal. 

Rhön - Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt des Bundes. Mit dem Geld können Tann, Hilders, Ehrenberg in Hessen sowie Kaltennordheim in Thüringen E-Bike-Ladestationen, teilweise überdachte und abschließbare Abstellplätze für Räder, Hinweisschilder, die Anschaffung von E-Bikes (unter anderem Lastenräder) oder sogar Radwegeverbindungen finanzieren.

So soll im Rahmen des Projektes in Kooperation mit der Stadt Kaltennordheim für rund 2,5 Millionen Euro auch die langersehnte, zehn Kilometer lange Ost-West-Verbindung zwischen Ulstertal- und Feldatalradweg realisiert werden.

Radverkehr in der Rhön: Bundesprojekt verspricht bis zu 4 Millionen Euro für das Ulstertal

Gefördert wird das Projekt zu 100 Prozent. Ziel sei es, den Radverkehr auch im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten und durch den Ausbau von Bike- und Ride-Anlagen auch besser mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verzahnen und den Schadstoffausstoß zu reduzieren, erklärt Dr. Jens-Philipp Keil vom Landkreis Fulda, der für das Projekt zuständig ist.

Das Ulstertal sei ausgewählt worden, weil es sich hier um eine struktur- und finanzschwache Region handelt. Die Hochschule Karlsruhe soll das Projekt wissenschaftlich begleiten.

Damit die Menschen häufiger die Räder nutzen, sollen Abstellplätze an Schulen, an Einkaufsmärkten, Sportplätzen, Bürgerhäusern, Friedhöfen oder touristischen Attraktionen entstehen. Weiterhin sollen an zentralen Stellen E-Ladestationen aufgebaut werden, mit Hinweistafeln das Finden von Zielen erleichtert und auch neue Radwege-Verbindungen gebaut werden. Ziel ist es, das Radfahren attraktiver zu gestalten, damit das Auto in der Garage bleibt und weniger Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Vorschläge aus Hessen und Thüringen: Rhön-Gemeinden erarbeiten gemeinsam Projektskizze

Gegenwärtig wird eine sogenannte Projektskizze erarbeitet, in der die beteiligten Kommunen Tann, Hilders, Ehrenberg und Kaltennordheim ihre Ideen einbringen und Vorschläge erarbeitet haben, wo Ladestationen für E-Bikes entstehen können, an welchen Standorten Abstellanlagen für Räder gebaut werden und wo Hinweistafeln gebraucht werden. Bis Ende April soll die Skizze fertiggestellt sein. Sie wird dann, weil es ein Bundesprogramm ist, vom zuständigen Bundes-Umweltministerium bewertet, erläutert Keil. (Lesen Sie hier: ADFC-Fahrradklima-Test: Schlechte Noten für Fulda und Künzell - So reagieren Kommunen und Parteien)

Im Herbst sollen die Ergebnisse vorliegen. Dann entscheidet sich, ob die Gelder fließen. Dann könnte im Jahr 2022 mit konkreten und detaillierten Planungen begonnen werden, sagt Tanns Bürgermeister Mario Dänner (parteilos), der das Projekt ebenso begrüßt wie seine Ulsteraler Amtskollegen. „Wir haben viel Arbeit in die Planung gesteckt“, sagt Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig), „und hoffen natürlich, dass der Förderantrag im Herbst bewilligt wird, damit das Projekt realisiert werden kann.“

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