Jannik Happel steht am Ortsschild von Neuswarts.
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Jannik Happel ist der neue Ortsvorsteher von Neuswarts.

In Tann-Neuswarts

„Zusammenhalt ist wichtig“: Jannik Happel zum Ortsvorsteher gewählt - mit 25

Eigentlich wollte der 25-jährige Jannik Happel erst einmal in den Ortsbeirat hineinschnuppern. Prompt bekam er die meisten Stimmen bei der Kommunalwahl und wurde zum Ortsvorsteher von Neuswarts gewählt. 

Neuswarts - Damit ist er mit 25 der wohl jüngste Ortsvorsteher im Landkreis Fulda. Eine statistische Erfassung gibt es darüber nicht. Außerdem haben sich noch nicht alle neuen Ortsbeiräte in den Ortsteilen der 23 Gemeinden und Städten konstituiert. Allein in Tann gibt es 13 Stadtteile – Neuswarts ist einer davon. Im Tanner Stadtgebiet ist er auf jeden Fall der Jüngste.

In seinem Heimatdorf löst Jannik Happel den seitherigen Ortsvorsteher Erwin Dänner ab, der nach 20 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl stand. Direkt an die Spitze des Ortsbeirats gewählt zu werden, war gar nicht das Ziel des 25-Jährigen. Kommunalpolitisch ist er bisher unerfahren. Vor einem Jahr hatte er einmal „mit ein paar Älteren aus dem Dorf zusammengestanden“ und sich über den Ortsbeirat erkundigt – welche Aufgaben das Gremium hat und wann die nächste Kommunalwahl ist.

Hessen: Mit gerade 25 Jahren ist Jannik Happel Ortsvorsteher in Tann-Neuswarts

„Das hat mich interessiert. Ich wollte gern mitentscheiden können.“ Deshalb hat er sich entschieden, bei der Kommunalwahl im März 2021 zu kandidieren. Nicht viele wussten davon, „ich habe das nicht an die große Glocke gehängt“, sagt der 25-Jährige. Seine Oma habe seine Kandidatur für den Ortsbeirat aus dem Gemeindeblättchen, dem „Tanner Stadtanzeiger“ erfahren. Als sie den Namen ihres Enkels auf der Wahlliste gelesen hat, habe sie sich riesig gefreut, erzählt er.

Nun, sie war offenbar nicht die einzige. Der 25-Jährige heimste überraschend die meisten Stimmen ein bei der Ortsbeiratswahl. „Ich habe eine gute Resonanz aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis bekommen“, erzählt er. Er habe sich im Ort umgehört, und viele hätten ihm das Amt zugetraut. Ihnen gefiel, dass „ich frischen Wind reinbringe“, sagt Happel. Und auch die vier weiteren gewählten Ortsbeiratsmitglieder hätten ihm ihre Unterstützung zugesagt, obwohl er um einiges jünger als sie ist. (Lesen Sie hier: Kommunalwahl in Fulda: Das sind die Stimmenfänger in der Region)

Aufgaben eines Ortsvorstehers

Der Ortsvorsteher ist der Vorsitzende des Ortsbeirats und ist Bindeglied zwischen Bürger und Rathaus. Er soll Anliegen aus dem Ort an die Verwaltung oder an die politischen Gremien der Kommune weitergeben. Oft bekommen Ortsbeiräte eigene Budgets – davon können etwa Geschenke zu runden Geburtstagen bezahlt werden. Aber:Der Ortsbeirat hat auf politische Entscheidungen wenig Einfluss und gibt meist „nur“ Stellungnahmen zu verschiedenen Themen ab – zum Gemeindehaushalt oder zu Projekten, die die örtliche Infrastruktur betreffen. (jev)

Er wurde in der konstituierenden Sitzung einmütig zum Ortsvorsteher gewählt. „Wäre das nicht einstimmig gewesen, hätte ich es auch nicht gemacht“, betont Happel. Es war ihm wichtig, dass er den Rückhalt aus dem Gremium hat.

Der junge Mann scheint in dem 200-Seelen-Dorf anerkannt zu sein. Er ist in vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert. Zwar sei er zum Fußballspielen nicht zu gebrauchen, wie er sagt, aber den Sportverein möchte er dennoch unterstützen und sorgt als Platzwart dafür, dass die Fußballer einen astreinen Rasen vorfinden. Auch in der Kirmesgesellschaft ist er als Ploatzknecht der Chef – und das schon seit 2015. Bereits damals ist er, trotz dass er der jüngste Kirmesbursche war, zum Kopf der Gruppe gewählt worden.

Ortsvorsteher mit 25: Jannik Happel schätzt den guten Zusammenhalt in Neuswarts

Happel ist in Neuswarts großgeworden und hat sich dort vor zwei Jahren mit seiner Freundin eine Wohnung genommen. Mit ihr teilt er die Leidenschaft, Auto-Rallyes zu fahren. Auch beruflich ist er als Konstrukteur mit Autos beschäftigt und in der Robotersimulation für den Automobilbau tätig. Der 25-Jährige freut sich auf sein Amt als Ortsvorsteher. Große Projekte, die im Ort anstehen, gebe es zwar aktuell nicht. Wichtig ist ihm aber, „dass die Strukturen im Ort beibehalten und gestärkt werden“. Immerhin gibt es eine Feuerwehr, einen Sportverein, die Kirmes und eine Dorfkneipe. Auch mit der Kirchengemeinde möchte er in gutem Austausch stehen.

Er betont: „Die Dorfgemeinschaft ist gut und der Zusammenhalt im Ort ist wichtig.“ Er möchte für jeden ein offenes Ohr haben. „Ich bin ein Mensch, der mit anderen gut auskommt“, sagt Happel, und der gern Kompromisse findet. Gute Eigenschaften – die er in den kommenden fünf Jahren unter Beweis stellen kann.

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