1. Fuldaer Zeitung
  2. Fulda

Polizei setzt auf Super-Recognizer: Nur wenige Menschen haben die Gesichter-Gabe

Erstellt:

Michael Aschenbrenner arbeitet als Super-Recognizer für die Polizei: Er kann besonders gut Gesichter wiedererkennen. (Archivfoto)
Michael Aschenbrenner arbeitet als Super-Recognizer für die Polizei: Er kann besonders gut Gesichter wiedererkennen. (Archivfoto) © Marijan Murat/dpa

Hessens Polizei will künftig auf die Hilfe von Bediensteten zurückgreifen, die besondere Fähigkeiten beim Wiedererkennen von Gesichtern haben. Die so genannten Super-Recognizer können bei Ermittlungen eine wichtige Rolle spielen.

Hessen - Super-Recognizer sind Menschen, die überdurchschnittlich gute Fähigkeiten besitzen, Gesichter selbst dann wiederzuerkennen, wenn sich die Person äußerlich stark verändert hat, sei es durch Alterung oder vollkommene Typveränderung. Diese Gabe will sich die Polizei in Hessen jetzt verstärkt zu Nutze machen.

„Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Super-Recognizern stellen sowohl für die tägliche Polizeiarbeit als auch in besonderen Einsatzlagen einen deutlichen Mehrwert für die Polizei dar“, teilte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag in Wiesbaden mit. (Lesen Sie auch: Einsatz gegen Kindesmissbrauch: Polizei durchsucht auch Wohnungen in Osthessen)

Hessen: Polizei setzt auf Super-Recognizer - Nur ein Bruchteil hat die Gabe

Bei einem erfolgreichen Modellversuch im Polizeipräsidium Frankfurt seien unter wissenschaftlicher Anleitung Mitarbeiter mit dieser Fähigkeit gesucht und gefunden worden, teilte das Ministerium mit. Von rund 1000 Teilnehmenden seien 45 Männer und Frauen identifiziert worden, die eine besondere Gesichter-Merkfähigkeit aufweisen. Von diesen sind aktuell zwei hauptamtlich als Super-Recognizer im Einsatz.

Die Fähigkeiten könnten bei täglichen Ermittlungen, in der Fahndung oder auch bei Veranstaltungen und Versammlungen wichtig sein. „Insbesondere bei Bildmaterial von schlechter Qualität liefern sie einen wertvollen, komplementären Baustein und stellen damit eine wichtige Unterstützung zur schnellen Aufklärung von Straftaten dar“, erläuterte das Ministerium.

Positive Erfahrungen mit Super-Recognizern habe es unter anderem beim Polizeieinsatz im Dannenröder Forst gegeben, aber beispielsweise auch bei der Fahndung nach einem Tatverdächtigen im Zusammenhang mit einem versuchten Tötungsdelikt im Frankfurter Hauptbahnhof. (lio, dpa)

Auch interessant